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title: "44 Gemeindemitglieder aus St. Elisabeth Darmstadt reisen nach Marburg; Exklusive Andacht in Kugelkirche trotz Baustelle"
sdDatePublished: "2026-06-15T12:05:00Z"
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44 Gemeindemitglieder aus St. Elisabeth Darmstadt reisen nach Marburg; Exklusive Andacht in Kugelkirche trotz Baustelle

Zwischen Himmel und Erde Pfarrei St. Elisabeth Darmstadt

Datum: Mo. 15. Juni 2026

Auf den Spuren der Heiligen Elisabeth

Ein strahlender Sommertag, geschichtsträchtige Gassen und eine besondere Gemeinschaft: 44 Gemeindemitglieder aus St. Elisabeth in Darmstadt erlebten einen unvergesslichen Ausflug nach Marburg – und wandelten auf den historischen Pfaden ihrer Namenspatronin.

Von Darmstadt in die Gassen der Geschichte

Die Sonne meint es gut mit den Reisenden. Es ist warm, aber eine sanfte Brise und vereinzelte Wolken am Himmel sorgen für das perfekte Ausflugswetter. Pünktlich um 9:30 Uhr setzt sich der vollbesetzte Reisebus an der Gemeinde St. Elisabeth in Darmstadt in Bewegung. An Bord: Eine bunte Gruppe aus 37 Erwachsenen und sieben Kindern und Jugendlichen, vereint in der Vorfreude auf einen gemeinsamen Tag voller Entdeckungen.

Knapp zwei Stunden später öffnet sich die Bustür in Marburg. Der Kontrast könnte kaum schöner sein: Über den modernen Altstadtaufzug gelangt die Gruppe direkt in eine andere Welt. Die Schritte klappern auf dem historischen Kopfsteinpflaster, während der Weg an unzähligen, liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern vorbeiführt. Die engen, verwinkelten Gässchen der Marburger Altstadt verströmen sofort ihren ganz eigenen, mittelalterlichen Charme.

Die Andacht in der Kugelkirche

Der erste feste Programmpunkt führt die Gruppe zur Kugelkirche, wo sie bereits herzlich vom örtlichen Pfarrer empfangen wird. Dass das Gotteshaus wegen einer umfassenden Renovierung derzeit für den normalen Publikumsverkehr geschlossen ist, erweist sich nicht als Hindernis, sondern als glückliche Fügung – die Darmstädter haben den geschichtsträchtigen Ort ganz für sich.

Im schlichten Rahmen der Baustelle hält Pastoralreferent Dominique Humm eine tiefgründige Andacht, die das geografische Profil Marburgs mit dem Lebensweg der Heiligen Elisabeth verknüpft. Das imposante Schloss thront oben auf dem Berg, die Elisabethkirche liegt unten im Tal. „Elisabeth kam vom Schloss, den Höhen des Lebens, und begab sich bewusst in die Niederungen“, erklärt Humm. Nach dem tragischen Tod ihres Mannes verließ sie die höfische Pracht, gründete im Tal ein Hospital und widmete ihr Leben radikal der Pflege der Armen und Kranken. Eine Botschaft, die im Raum nachhallt.

Märchenhafte Pfade und ein fürstliches Picknick

Nach der geistlichen Stärkung geht es weiter hinauf zum Schloss. Während einige den steilen Fußweg wählen, nutzen andere bequem den Stadtbus. Langweilig wird es niemandem: Am Wegesrand blitzen immer wieder kunstvolle Märchenfiguren auf. Sie gehören zum berühmten „Grimm-Dich-Pfad“ der Stadt – schließlich haben die Gebrüder Grimm einst genau hier in Marburg studiert und sich inspirieren lassen.

Oben angekommen, wartet die verdiente Mittagspause. Im Schatten der Bäume des Schlossgarts breitet die Gruppe ein üppiges Picknick aus. Bei einer grandiosen Aussicht über das weite Marburger Tal lassen sich die Ausflügler weiße und Vollkornbrötchen, frische Brezeln, Würstchen und eine vielfältige Käseauswahl schmecken. Knackiges Gemüse wie Karotten, Paprika, Gurken und Tomaten runden das Buffet ab.

Wie Marburg das Land Hessen erschuf

Frisch gestärkt wartet die Führung durch das imposante Landgrafenschloss. Hier taucht die Reisegruppe tief in die Landesgeschichte ein. Marburg war zur Zeit von Elisabeths Flucht eine hart umkämpfte Grenzstadt zu Thüringen. Die Gästeführerin lüftet ein historisches Geheimnis: Elisabeths resolute Tochter, Sophie von Brabant, forderte Jahre später für ihren Sohn Heinrich das rechtmäßige Erbe ein. Dieser zähe Erbstreit führte letztlich zur Abspaltung von Thüringen und somit zur eigentlichen Gründung des Landes Hessen sowie zum Bau des Schlosses. Sogar der hessische Löwe verdankt seine Existenz dem thüringischen Landeswappen. Dass Heinrich I. seinen Anspruch damals überhaupt durchsetzen konnte, lag vor allem an seiner Großmutter: Da Elisabeth bereits heiliggesprochen war, genoss die Familie enormen politischen Rückhalt.

Von verbrannten Töpfen und verstreuten Reliquien

Nach so viel Geschichte folgt der entspannte Abstieg durch die Altstadt zurück ins Tal. Das warme Wetter lädt förmlich dazu ein, den Weg für einen Zwischenstopp in den Eiscafés oder für einen schnellen Kaffee zu nutzen.

Das finale Ziel ist die berühmte Elisabethkirche im Tal. Auch hier wird derzeit gebaut und einige Bereiche sind verhüllt. Dennoch bietet sich der Gruppe ein exklusiver Moment: Der Weg führt direkt zum historischen Grab und zum kunstvollen Schrein der Heiligen. Die Darmstädter erfahren erstaunt, dass die Gebeine ihrer Patronin heute über die ganze Welt verstreut sind – der Schädel liegt beispielsweise in Wien.

Besonders nahbar wird die Heilige, als die Gruppe den einstigen Standort ihres Hospitals besichtigt. Archäologen fanden dort bei Ausgrabungen auffällig viele verbrannte Töpfe. Alte Quellen bestätigen schmunzelnd den historischen Verdacht: Elisabeth war eine hingebungsvolle Pflegerin, aber eine ausgesprochen schlechte Köchin. Brannte das Essen an, warf sie das beschädigte Geschirr wohl kurzerhand weg.

Am späten Nachmittag mischt sich wohlige Erschöpfung mit großer Zufriedenheit. Bevor es zurück nach Südhessen geht, organisiert die Reisegruppe spontan ein zweites, gemütliches Picknick direkt vor der Elisabethkirche, um die restlichen Vorräte zu verputzen.

Als der Bus schließlich kurz nach 19:00 Uhr wieder in Darmstadt rollt, blicken alle auf einen Tag voller Gemeinschaft, Geschichte und lebendigem Glauben zurück. Ein Ausflug, der die Gemeinde St. Elisabeth ihrer eigenen Geschichte ein großes Stück nähergebracht hat.

Ein herzliches Dankeschön an Ute Maier von der Gemeinde St. Elisabeth und an Maria José Dolling-Vera von der Spanischsprachigen Gemeinde, die zusammen mit Pastoralreferent Dominique Humm den Gemeindeausflug vorbereitet haben.