Caritas-Schuldnerberatungsstellen in Hildesheim beklagen Probleme mit Pfändungsschutzkonten; Kontoeröffnungen oft verweigert
Damit etwas zum Leben bleibt
Pressemitteilung Damit etwas zum Leben bleibt Schuldnerberatungsstellen beklagen Probleme mit Pfändungsschutzkonten Erschienen am: 15.06.2026 Herausgeber: Caritasverband für die Diözese Hildesheim Moritzberger Weg 1 31139 Hildesheim 05121 938-0 05121 938-0 https:
Damit etwas zum Leben bleibt
Schuldnerberatungsstellen beklagen Probleme mit Pfändungsschutzkonten
Hildesheim, 15.Juni 2026. Wenn bei Verschuldung ein Konto gepfändet ist oder auch nur eine Pfändung droht, kann jede Person ihr Konto in ein Pfändungsschutzkonto, das P-Konto, umwandeln lassen. Doch in der Praxis funktioniert das nicht immer reibungslos. Darauf weisen die Caritas-Schuldnerberatungsstellen anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. - 19. Juni hin.
“Ein Konto ist für alle Bürger:innen existenziell”, sagt Antje Braun Referentin für Schuldnerberatung beim Caritasverband für die Diözese Hildesheim: “Alle müssen ein Konto nutzen und über das gesamte gesetzlich geschützte Guthaben frei verfügen können.” Auf einem P-Konto ist ein Betrag von 1.560 Euro vor der Pfändung geschützt, damit Menschen mit finanziellen Problemen genug zum Leben bleibt. Und wer Angehörige zu unterhalten hat, wer geschützte Sozialleistungen oder Geldleistungen für die Kinder bekommt, kann sich an eine Schuldnerberatungsstelle wenden und erhält Hilfe. In vielen Fällen kann die Beratungsstelle den notwendigen Unterhalt sofort durch eine Bescheinigung schützen.
Aber eine Umfrage bei Schuldnerberater:innen der Caritas im Bistum Hildesheim aus Februar 2026 hat gezeigt, dass es Probleme bei den Pfändungsschutzkonten gibt. Und auch beim Basiskonto läuft es nicht rund. Eigentlich hat jede und jeder in der Europäischen Union das Recht, bei jeder Bank ein Konto, das Basiskonto, zu eröffnen.
Jede Beratungsstelle kennt aber Fälle, in denen Kreditinstitute Verbraucher:innen die Kontoeröffnung verweigern, schriftliche Kontoeröffnungsanträge nicht annehmen und die Aufnahme der persönlichen Daten ablehnen. Die Beratungsstellen sehen auch vermehrt Fälle, in denen Konten gekündigt werden, sowohl grund- und anlasslos. Vor allem wenn Kund:innen ihr Konto in ein P-Konto umwandeln lassen wollen oder ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, kommt es zu Kontokündigungen. Erst wenn Schuldnerberater:innen zuvor abgelehnte Kund:innen zur Bank begleiten, gelingt die Einrichtung oder Umwandlung des Kontos oft unproblematisch. Antje Braun sagt: “Es braucht Banken, die von sich aus, die Menschen bei der Wahrnehmung ihrer Rechte unterstützen und flächendeckend Beratungsstellen, die existenzielle Notlagen verhindern.”
Die Caritas im Bistum Hildesheim betreibt über die Ortsverbände zwischen Dannenberg und Duderstadt, zwischen Verden und Wolfsburg 15 Schuldnerberatungsstellen, die kostenlos und unabhängig helfen. Sie sind durch kommunale und Landesmittel finanziert. Der Caritasverband für die Diözese Hildesheim ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatungsstellen der Verbände, die die Aktionswoche ausrichtet. In Niedersachsen gibt es rund 120 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände.
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