Stadtwerk am See GmbH & Co. KG Lagebericht 2025 Überlingen; Bundesweiter Vertrieb über BodenseeEnergie
Microsoft Word - Anlage 9 Lagebericht Stadtwerk am See GmbH & Co. KG
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Stadtwerk am See GmbH & Co. KG, Überlingen
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2025
1 Grundlagen des Unternehmens ………………………………………………………………………. 2 1.1 Geschäftsmodell ……………………………………………………………………………………….. 2 1.2 Strategien und Ziele …………………………………………………………………………………… 2 1.3 Ökologie und nachhaltige Entwicklung ………………………………………………………….. 3 1.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren ……………………………………….. 4 2 Wirtschaftsbericht ………………………………………………………………………………………….. 5 2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen………………………………………………….. 5 2.2 Geschäftsverlauf ……………………………………………………………………………………….. 6 2.3 Wirtschaftliche Entwicklung …………………………………………………………………………. 6 2.3.1 Ertragslage …………………………………………………………………………………………… 6 2.3.2 Vermögens- und Finanzlage …………………………………………………………………… 7 2.4 Bericht zu einzelnen Geschäftsbereichen ………………………………………………………. 8 2.4.1 Energiesysteme ……………………………………………………………………………………. 8 2.4.2 Netze ………………………………………………………………………………………………….. 8 2.4.3 Mobilität ………………………………………………………………………………………………. 9 2.4.4 Vertrieb ……………………………………………………………………………………………….10 2.4.5 Beteiligungen ……………………………………………………………………………………….11 3 Personalbericht ……………………………………………………………………………………………..11 4 Prognose-, Chancen- und Risikobericht …………………………………………………………..12 4.1 Prognosebericht ………………………………………………………………………………………..12 4.2 Risikobericht……………………………………………………………………………………………..14 4.3 Chancenbericht …………………………………………………………………………………………15 5 Vergütungsbericht, Angaben nach § 24 Vermögenanlagengesetz (VermAnlG) …..16 6 Versicherung des gesetzlichen Vertreters ……………………………………………………….18
Hinweis: In den Tabellen können an letzter Stelle Rundungsdifferenzen entstehen.
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1 Grundlagen des Unternehmens 1.1 Geschäftsmodell Die Stadtwerk am See GmbH & Co. KG (SWSee) ist ein vertikal integriertes Versorgungsun- ternehmen mit den Geschäftsfeldern Energieerzeugung, Energie- und Wasserverteilung, Energie- und Wasserverkauf, Dienstleistungen im geschäftsnahen Umfeld sowie Mobilitäts- dienstleistungen. Wir halten mehrere Beteiligungen, die der Verlängerung der eigenen Wert- schöpfungskette, der Kompetenzbündelung mit anderen Geschäftspartnern oder als strategi- sche Kooperation dienen. Grundlage für den Netzbetrieb sind die energiewirtschaftlichen Konzessionen. Neben den Konzessionen für Strom, Gas und Wasser in Friedrichshafen und Überlingen halten wir weitere Konzessionen in Gemeinden der Bodenseeregion. Das Vertriebsgebiet für den Strom- und Gasverkauf erstreckt sich hauptsächlich auf die erwei- terte Bodenseeregion. Über unsere Zweitmarke „BodenseeEnergie“ sowie über Vertriebs- partner bieten wir darüber hinaus vermehrt bundesweit Strom und Gas an. Der Wasserverkauf an Endkunden findet hauptsächlich in den Städten Friedrichshafen und Überlingen statt. Darüber hinaus erfolgt eine Belieferung an sog. Weiterverteiler (u. a. Gemein- den Immenstaad, Owingen und Markdorf). Energie in Form von Strom und Wärme wird verbrauchsnah in dezentralen Anlagen gewonnen und an Privat- und Gewerbekunden verkauft. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Energie aus Solarthermie-Anlagen, PV-Anlagen, Gasbrennwerttechnik, Blockheizkraftwerke und Holz- hackschnitzelbefeuerungsanlagen. Wir erbringen energienahe Dienstleistungen durch den Bau und Betrieb technischer Anlagen für Industrie, Gewerbebetriebe, Stadtwerke und Kommunen sowie Abrechnungsdienstleistun- gen für Energieversorger. Außerdem erbringen wir Management- und Betriebsführungsaufga- ben für mehrere Verkehrsunternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben.
1.2 Strategien und Ziele Aus übergeordneter Sicht stehen wir immer noch vor großen Herausforderungen: Die Strom- Wärme- und Verkehrswende prägen unser Handeln. Gleichzeitig stehen wir noch vor vielen Unsicherheiten im gesetzgeberischen Ordnungsrahmen hierzu. Derzeit lassen sich aus der Stromwende noch keine eindeutigen Entwicklungen ableiten. Zwar ist mit einem steigenden Strombedarf zu rechnen – insbesondere durch die zunehmende Ver- breitung elektrisch betriebener Fahrzeuge und Heizungen. Gleichzeitig erwarten wir jedoch eine verstärkte Eigenproduktion und Optimierung des Stromverbrauchs. Aus der Verkehrswende – dem gezielten Übergang vom Individualverkehr hin zum öffentlichen Personennahverkehr – ergeben sich für unser Geschäftsmodell derzeit keine direkten Auswir- kungen, da dieser Bereich nicht zu unserem Kerngeschäft zählt. Gleichwohl ist für uns die Weiterentwicklung und Ausweitung unserer verkehrswirtschaftlichen Dienstleistungen von zentraler Bedeutung. Die Wärmewende stellt den bedeutendsten volkswirtschaftlichen Hebel dar, an dieser wollen wir aktiv teilhaben. Wir setzen daher unseren Wachstumskurs fort: Im Fokus sind Vorhaben, die mehr oder weniger zweifelsfrei anstehen. Im Vertrieb setzen wir auf bedachtsames Kundenwachstum.
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Innerbetrieblich setzen wir auf Konsolidierung. Finanzwirtschaftlich verfolgen wir einen nachhaltig ausgewogenen Kurs. Das bedeutet: Wir halten unsere Finanzkennzahlen (Verschuldungsgrad, Eigenkapitalquote, goldene Bi- lanzregel) ein. Wir wollen unsere Finanzierung aus eigener Kraft schaffen; daher ist unser Ziel, dass sämt- liche „Übergewinn-Dividenden“ zur Eigenkapitalhinterlegung grundsätzlich im Unterneh- men verbleiben. Wir stabilisieren unseren Jahresüberschuss langfristig auf ein Niveau i. H. v. 13 Mio. Euro, um unsere Schuldentilgungsfähigkeit sicher zu stellen. Dies ist dauerhaft nur durch Opti- mierung von Betriebs- und Personalkosten möglich. Zur Sicherstellung unserer zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit optimieren wir weiterhin unter- nehmensweit unsere Prozesse, gleichzeitig prüfen und konsolidieren wir unsere Geschäfts- modelle.
1.3 Ökologie und nachhaltige Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 wurde die nachhaltige Ausrichtung des Stadtwerks am See konsequent weiterverfolgt. Ein zentraler Schwerpunkt lag auf dem Umweltmanagement. Ein wesentlicher Meilenstein war die erfolgreiche EMAS‑Rezertifizierung, die alle drei Jahre erfolgt. Diese turnusmäßige Rezer- tifizierung ist die umfassende Überprüfung des Umweltmanagementsystems und geht deutlich über die jährlichen Validierungen hinaus. Dabei werden alle umweltrelevanten Prozesse, die Einhaltung rechtlicher Verpflichtungen sowie die erzielten Umweltleistungen ganzheitlich ge- prüft. Die erfolgreiche Rezertifizierung zeigt, dass das Umweltmanagementsystem nicht nur formal besteht, sondern wirksam umgesetzt ist. Sie bestätigt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Strukturen und Prozesse. EMAS dient damit als zentrales Instrument zur Steuerung, Qua- litätssicherung und langfristigen Absicherung der Umwelt‑ und Nachhaltigkeitsleistungen des Unternehmens. Zu Beginn des Jahres 2025 wurde das Projekt “Durchführung einer Wesentlichkeitsanalyse” erfolgreich abgeschlossen. Unter Einbindung relevanter interner und externer Stakeholder wurden die wesentlichen Themen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensfüh- rung systematisch identifiziert und bewertet. Dabei wurde der Ansatz der doppelten Wesent- lichkeit angewendet. Dieser betrachtet sowohl die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit nach außen als auch die damit verbundenen Risiken und Chancen für das Unternehmen selbst. Ziel war es, die Themen zu identifizieren, die für die Umweltleistung, den Geschäftser- folg und die Anspruchsgruppen von besonderer Bedeutung sind. Die Ergebnisse der Wesent- lichkeitsanalyse sind in das Umweltmanagementsystem EMAS eingeflossen und ermöglichen eine klare Fokussierung auf prioritäre Themen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurden im Jahr 2025 weitere zentrale Themen vertieft. In der „Umweltsäule“ standen insbesondere zwei Projekte im Fokus – Klima‑Risikoanalyse sowie die Weiterentwicklung des internen Abfallmanagementkonzepts. Ziel der Klima‑Risikoanalyse ist es, klimabedingte Risiken wie Starkregen, Überschwemmun- gen oder eine zunehmende Sturmhäufigkeit für die Standorte Friedrichshafen und Überlingen
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systematisch zu identifizieren. Zudem werden mögliche Auswirkungen auf den Geschäftsver- lauf bewertet. Die Ergebnisse schaffen eine belastbare Grundlage für die Weiterentwicklung der Risikosteuerung. Das Projekt wurde 2025 gestartet und wird im laufenden Geschäftsjahr 2026 abgeschlossen. Auch auf Ebene der Unternehmensorganisation wurden im Jahr 2025 wichtige Impulse ge- setzt. Mit der Einführung des MitarbeiterKompass 365 wurde ein zentraler Orientierungsrah- men für das tägliche Handeln geschaffen. Der MitarbeiterKompass bündelt grundlegende Un- ternehmensinformationen, Leitlinien und Erwartungen. Er unterstützt Mitarbeitende dabei, Ent- scheidungen und Arbeitsweisen an den gemeinsamen Zielen und Prozessen auszurichten. Dies bildet einen wesentlichen Grundstein unserer Digitalisierungsstrategie und führt zu einer ressourcenschonenden Arbeitsweise. Darüber hinaus setzte das Stadtwerk am See seinen eingeschlagenen Weg im Bereich nach- haltiger Investitionen fort. Investitionen in eine effiziente und zukunftsfähige Energie‑ und Ver- sorgungsinfrastruktur schaffen die Grundlage, die Energiewende regional, aktiv umzusetzen. Insgesamt leisten die beschriebenen Projekte und Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag zur Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei Verantwor- tungsbewusstsein, Integrität, Nachhaltigkeit und eine verantwortungsvolle Zusammenarbeit. Durch die strategische Auseinandersetzung mit diesen Themen wurden wichtige Grundlagen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Ausrichtung des Stadtwerks am See geschaffen.
1.4 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Wir steuern das Unternehmen grundsätzlich nach betriebswirtschaftlichen Parametern. Ba- sierend auf konsortialvertraglichen Vereinbarungen unserer Gesellschafter streben wir jähr- lich einen Jahresüberschuss an, der einer Mindestrendite des Eigenkapitals unserer Gesell- schafter gerecht wird (Garantiedividende). Darüber hinaus achten wir auf eine nachhaltige Stabilität unserer Finanzstrukturen. Maßstab hierfür ist eine angemessene Eigenkapitalaus- stattung unseres Unternehmens im Verhältnis zur Bilanzsumme. Im operativen Betrieb steu- ern wir unser Ergebnis in besonderem Maße durch Beobachtung und Einflussnahme auf Um- satz und den hieraus resultierenden Rohertrag. Insbesondere achten wir darauf, dass unser Verschuldungsgrad akzeptable Grenzen nicht überschreitet. Diese Mechanismen beginne