Johanniter fordern Rücksichtnahme im Straßenverkehr in Deutschland, um Rettungseinsätze zu erleichtern und Leben zu schützen; 2.814 Todesopfer 2025

Rücksicht rettet Leben

Das betonen die Johanniter zum Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni. Denn alle Teilnehmenden am Straßenverkehr können viel dazu beitragen, die Unfallzahlen zu senken.

Im Jahr 2025 kamen in Deutschland 2.814 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben, 366.000 wurden verletzt. „An solche Zahlen dürfen wir uns nicht gewöhnen“, sagt Raphael Fleischmann, Manager Rettungsdient bei den Johannitern im Regionalverband Oberbayern. „In jedem einzelnen Fall geht es um das Leben oder die Gesundheit eines Menschen. Bei unseren Rettungseinsätzen erleben wir immer wieder, wie fürchterlich die Folgen eines Unfalls sein können. Und wie groß dann das Leid ist.“

Gerade in der sommerlichen Hauptreisezeit steigen die Unfallzahlen. Im Schnitt verloren allein im Juni 2025 täglich zehn Menschen ihr Leben. Daher betonen die Johanniter zum Tag der Verkehrssicherheit am 20. Juni, wie entscheidend die Rücksichtnahme im Straßenverkehr für alle Beteiligten ist. Fleischmann: „Am Steuer eines Autos gilt das natürlich insbesondere mit Blick auf schwächere Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel Fußgänger, Kinder und Radfahrer. Leider stimmt es, dass schon eine kurze Unaufmerksamkeit sehr schnell zu einem Unglück führen kann.“

Bitte mitmachen bei der Rettungsgasse Rücksichtnahme und Mitdenken sind auch gefragt, wenn sich ein Unfall ereignet hat, so die Johanniter. Nicht zuletzt, wenn es darum geht, dem Rettungsdienst den Weg freizumachen. „Für die Verletzten läuft die Zeit. Jede Verzögerung kann Leben gefährden oder vermeidbare gesundheitliche Folgen nach sich ziehen“, weiß Johann Bauer, Sachgebietsleiter Rettungsdienst bei den Johannitern im Regionalverband Oberbayern.

„Einsatzfahrten sind an sich schon Stress. Andere Verkehrsteilnehmer können unsere Einsatzkräfte hier ganz bewusst entlasten und dafür sorgen, dass ihren Mitmenschen schneller geholfen wird und somit auch sie schneller weiter kommen, wenn die Rettung zügig abgeschlossen ist und die Unfallstelle zeitnah geräumt werden kann“, erklärt Johann Bauer.

Richtig riskant werde es dann, wenn private Fahrzeuge den Einsatzfahrzeugen in der Rettungsgasse hinterher fahren würden, so Bauer. „Das kann nicht nur die Rettungsgasse an deren Ende verstopfen. Nachfahrer können aufgrund der Größe unserer Einsatzfahrzeuge Gefahren vor uns nicht wahrnehmen und bereits mehrmals sind in solchen Situationen andere Verkehrsteilnehmer auf plötzlich bremsende Einsatzfahrzeuge aufgefahren“. Diese Einsatzfahrzeuge stünden dann zur Verletztenversorgung nicht mehr zur Verfügung, sagt Bauer.

Schon bei stockendem Verkehr besteht übrigens die Verpflichtung, eine Rettungsgasse freizumachen. Sonst dauert das im Ernstfall zu lang. Die Rettungsgasse ist ausschließlich der Polizei und anderen Hilfsfahrzeugen vorbehalten, so die Johanniter. Wer bei der Rettungsgasse nicht mitmacht oder sie gar selbst befährt, riskiert mindestens 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot. Kommen Behinderung, Gefährdung oder Sachbeschädigung hinzu, fällt das Bußgeld noch höher aus.

Bildunterschrift: Johann Bauer ist Sachgebietsleiter Rettungsdienst bei den Johannitern im Regionalverband Oberbayern.

Fotos: Anastasia Tarasenko, Johanniter Oberbayern.

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