KjG-Bundeskonferenz 2026 beschließt zentrale Weichenstellungen in Deutschland; Psychische Gesundheit als Kinderrecht verankert.

Bundeskonferenz 2026 - KjG

KjG-Bundeskonferenz 2026 beschließt zentrale Weichenstellungen

Die Bundeskonferenz der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) hat viele jugend- und kirchenpolitische Beschlüsse gefasst. Damit stärkt die KjG psychische Gesundheit als Schwerpunktthema, positioniert sich klar gegen pauschale Social-Media-Verbote, setzt ein Signal für eine Kirche ohne Angst” und legt eine kritische Positionierung zu ihrem Verbandspatron Thomas Morus vor. Die Beschlüsse verbinden innerverbandliche Entwicklungen mit deutlichen Forderungen an Politik und Kirche.

Psychische Gesundheit als Kinderrecht gestärkt : Mit dem Beschluss „Psychische Gesundheit stärken“ verankert die KjG das Thema in ihren Strukturen und versteht psychische Gesundheit ausdrücklich als Kinderrecht und Voraussetzung für Teilhabe. Prävention, Resilienzförderung, Entstigmatisierung und eine offene Gesprächskultur sollen im Verband konsequent ausgebaut werden. Zugleich fordert die KjG von der Bundespolitik eine verbindliche Strategie zur mentalen Gesundheit junger Menschen sowie verlässliche Rahmenbedingungen für Jugendverbandsarbeit und Ehrenamt.

„Psychische Gesundheit ist keine Privatangelegenheit einzelner junger Menschen, sondern eine Frage von Rechten und Strukturen. Wenn wir wollen, dass Kinder und Jugendliche in dieser Gesellschaft mitreden, brauchen sie Räume, in denen sie und ihre Anliegen ernst genommen werden und mit Belastungen nicht allein gelassen!“, erklärt Louise Charters, Bundesleiterin der KjG.

Keine pauschalen Social-Media-Verbote: Sichere digitale Räume statt Symbolpolitik – Der Beschluss zu „Medienkompetenz und Plattformregulierung statt Verbote“ stellt klar: Die KjG lehnt pauschale Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche ab. Stattdessen fordert sie wirksame Regulierung von Plattformen, starke Medienkompetenzförderung und die Beteiligung junger Menschen an Entscheidungen über ihre digitale Lebenswelt. Kinder und Jugendliche sollen sowohl geschützt als auch in ihren Rechten auf Information, Austausch und Teilhabe ernst genommen werden.

Kirche ohne Angst – Macht teilen, Vielfalt leben, Seelsorge stärken: Mit dem Beschluss „Kirche ohne Angst“ fordert die KjG einen entschiedenen Abbau missbrauchsanfälliger Machtstrukturen, mehr Mitbestimmungsrechte für Laiinnen und eine Seelsorge, die unterstützt statt verurteilt. Der Verband kritisiert Angstkulturen und Tabuisierung, insbesondere im Bereich der Sexualmoral.

„Kirche ohne Angst heißt für uns: Vielfältige Lebensrealitäten nicht nur dulden, sondern aktiv schützen. Seelsorgerische Angebote müssen so gestaltet sein, dass gerade schwierige ethische Fragen angesprochen werden können. Junge Menschen bleiben nur Kirche, wenn sie sicher sein können, dass ihre Fragen, ihre Beziehungen und ihre Lebensentscheidungen nicht gegen sie verwendet werden“, sagt Lisa Holzer, Geistliche Leitung der KjG.

Kritisches Bekenntnis zu Thomas Morus als Verbandspatron: Nach einem seit 2024 laufenden innerverbandlichen Auseinandersetzungsprozess hat die Bundeskonferenz eine Positionierung zu Thomas Morus beschlossen. Die KjG hält weiterhin an Thomas Morus als Verbandspatron fest, benennt aber ausdrücklich sowohl seine positiven Seiten als auch problematische Aspekte seiner Biografie. Ziel ist ein reflektierter, zeitgemäßer Umgang mit der eigenen Tradition, der Vorbilder würdigt und zugleich Schattenseiten nicht verschweigt.

„Mit diesen Beschlüssen zeigen wir, dass die KjG klare Ansagen an Politik und Kirche macht – von sicheren digitalen Räumen über psychische Gesundheit bis hin zu einer Kirche ohne Angst und einem ehrlichen Blick auf unsere eigene Tradition. Die Bundeskonferenz 2026 war ein starkes Signal für junge Menschen und ihre Rechte“, erklärt Simon Schwarzmüller, Bundesleiter der KjG.