Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg behandelt Herzrhythmusstörungen; Pulsfeld-Ablation erstmals in Deutschland klinisch erprobt
Wenn das Herz aus dem Takt gerät: Moderne Wege zurück zum Rhythmus - Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg
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Wenn das Herz aus dem Takt gerät: Moderne Wege zurück zum Rhythmus
Wenn das Herz aus dem Takt gerät – moderne Wege zurück zum Rhythmus
Über kaum ein Organ wurden so viele Lieder und Gedichte geschrieben wie über das Herz. Doch hinter poetischen Bildern wie dem „stolpernden Herzen" verbergen sich oft ernstzunehmende Erkrankungen: Herzrhythmusstörungen. Dieser Sammelbegriff umfasst Herzschläge, die zu schnell, zu langsam, unregelmäßig oder in falscher Reihenfolge ablaufen.
Nicht alle Formen sind lebensbedrohlich, und viele Betroffene bemerken sie gar nicht. Treten jedoch Symptome auf, äußern sie sich häufig als:
Innere Unruhe, Angst oder leichte Übelkeit
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung
In Deutschland sind schätzungsweise zwei Millionen Menschen vom Vorhofflimmern betroffen. Normalerweise steuert der Sinusknoten als natürlicher Taktgeber einen gleichmäßigen Herzschlag. Beim Vorhofflimmern jedoch lösen unkontrollierte elektrische Impulse, oft ausgehend von den Lungenvenen, ein chaotisches Flimmern der Vorhöfe aus: Sie können sich nicht mehr rhythmisch zusammenziehen.
Hält das Vorhofflimmern länger als sieben Tage an, sprechen Mediziner von persistierendem Vorhofflimmern. In diesen Fällen ist eine spontane Rückkehr zum normalen Herzrhythmus unwahrscheinlich, Medikamente oder invasive Verfahren sind dann erforderlich.
Modernste Behandlung in der Rhythmologie
Am Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg (ukrb) ist die Abteilung Rhythmologie auf die Behandlung von Herzrhythmusstörungen spezialisiert. Besonders bewährt haben sich dabei minimal-invasive Verfahren, die sogenannten Katheterablationen. Dabei unterbricht der Arzt gezielt jene Leitungspfade im Herzen, die für die fehlgeleiteten elektrischen Signale verantwortlich sind.
Klassischerweise erfolgt dies durch thermische Verfahren, bei denen krankhaftes Gewebe entweder durch Hitze oder Kälte verödet wird. Als eine der ersten Kliniken Deutschlands erprobt die Rhythmologie des ukrb darüber hinaus die Pulsfeld-Ablation im klinischen Alltag. Statt extremer Temperaturen kommen dabei hochenergetische, ultrakurze Stromstöße, die sogenannte Elektroporation, zum Einsatz. Dieses Verfahren schaltet fehlerhaftes Herzmuskelgewebe gezielt aus und minimiert gleichzeitig das Risiko, empfindliche Nachbarstrukturen zu schädigen.