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title: "Johannes Beleites legt Kranz am Moritzplatz in Magdeburg nieder; mindestens 21 Tote in Sachsen-Anhalt."
sdDatePublished: "2026-06-16T11:10:00Z"
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Johannes Beleites legt Kranz am Moritzplatz in Magdeburg nieder; mindestens 21 Tote in Sachsen-Anhalt.

Kontakt:
Schleinufer 12, 39104 Magdeburg
Telefon: 03 91 / 5 60-15 01
Telefax: 03 91 / 5 60-15 20
E-Mail: pressestelle@lza.lt.sachsen-anhalt.de
Internet: https://aufarbeitung.sachsen-anhalt.de

PRESSEMITTEILUNG
Nr. A021 / 2026
Magdeburg, 16.06.2026

Aufarbeitungsbeauftragter Johannes Beleites zum Gedenktag für den
Volksaufstand vom 17. Juni 1953:
„1953 riskierten viele in Sachsen-Anhalt ihr Leben für
Freiheit und Menschenrechte.“
Am Morgen des 17. Juni 1953 gingen überall in der DDR sowie in vielen Städten
und Dörfern Sachsen-Anhalts zehntausende Menschen auf die Straße. In den In-
dustriezentren Leuna, Schkopau, Bitterfeld und Wolfen, in den Großstädten Mag-
deburg und Halle, in Dessau-Roßlau, Eisleben, Wernigerode und vielen anderen
Orten traten Arbeiter in den Streik und versammelten sich zu Demonstrationen
und Großkundgebungen. Auch auf dem Land protestierten Bauern und Landar-
beiter. Viele traten aus den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften
(LPGs) aus, in die sie die SED-Diktatur gezwungen hatte. Die Menschen verlang-
ten bessere wirtschaftliche Lebensverhältnisse, den Sturz der SED-Regierung,
die Freilassung aller politischen Gefangenen, freie Wahlen und die Wiederverei-
nigung Deutschlands. Nur mit Hilfe sowjetischer Panzer konnte sich die SED wei-
ter an der Macht halten. „1953 riskierten viele in Sachsen-Anhalt ihr Leben für
Freiheit und Menschenrechte“, betonte der Beauftragte des Landes Sachsen-An-
halt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Johannes Beleites, am Vorabend des Ge-
denktags an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953. „Ihr Mut sollte uns heute auch
an das große Glück erinnern, dass die Deutschen seit fast 36 Jahren in einem
vereinten freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat leben, der unterschiedslos die
Menschenrechte, unabhängig von Herkunft, Glauben, Geschlecht und Alter, ga-
rantiert.“
Bei der gewaltsamen Niederschlagung des Volksaufstands vom 17. Juni 1953
haben allein in Sachsen-Anhalt mindestens 21 Menschen ihr Leben verloren. Un-
zählige wurden verletzt. Nach dem Aufstand schlug die SED-Diktatur erbar-
mungslos zu und führte Massenverhaftungen durch. Drei Männer und eine Frau
wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Andere erhielten lange Haftstrafen.
Viele der Streikführer und Demonstranten flohen nach Westdeutschland und fan-
den dort Aufnahme. Am morgigen Gedenktag wird der Aufarbeitungsbeauftragte
Johannes Beleites um 15.00 Uhr an der Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte
Moritzplatz in Magdeburg teilnehmen und einen Kranz niederlegen. Während des
Aufstandes waren auch aus dem dortigen Gefängnis die Gefangenen befreitet
worden, später wurden dort viele Aufstandsteilnehmer inhaftiert. Anschließend
legt Beleites einen weiteren Kranz am Gedenkstein für Ernst Jennrich im Remb-
randtweg 1a in Magdeburg nieder. Das Oberste Gericht der DDR hatte Jenrich
trotz fehlender Beweise wegen Beteiligung am Aufstand zum Tode verurteilt. Am
20. März 1954 wurde er in Dresden mit dem Fallbeil enthauptet. 1991 wurde er
vollständig rehabilitiert.

Beauftragter
des Landes Sachsen-Anhalt
zur Aufarbeitung
der SED-Diktatur