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title: "Halstenbek Hauptausschuss diskutiert Krisenmanagement Halstenbek; Jodausgabe-Standorte vorgesehen"
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Halstenbek Hauptausschuss diskutiert Krisenmanagement Halstenbek; Jodausgabe-Standorte vorgesehen

Sitzung 2026/964

Datum:
15.06.2026
Öffentliche Bekanntmachung
Zur Sitzung des Hauptausschusses
Sitzungstermin:
Donnerstag, 25.06.2026, 19:00 Uhr
Raum, Ort:
Sitzungssaal des Rathauses, Gustavstraße 6, 25469 Halstenbek
Die Öffentlichkeit ist zur Teilnahme herzlich eingeladen.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Wolfgang Pipping
Ausschussvorsitz
Tagesordnung
Öffentliche Sitzung:
1.
Eröffnung der Sitzung

2.
Genehmigung der Tagesordnung

3.
Bekanntgabe der in nichtöffentlicher Sitzung gefassten Beschlüsse

4.
Niederschrift vom 23.04.2026

5.
Einwohnerfragestunde

6.
Anhörung

7.
Mitteilungen der/des Vorsitzenden bzw. Mitteilung des
Bürgermeisters nach § 15 der Geschäftsordnung

8.
Anfragen nach § 14 der Geschäftsordnung

9.
Persönliche Erklärungen nach § 19 der Geschäftsordnung

10.
Mitteilungen

10.1.
gemeindliches Krisenmanagement
Sachstandsbericht
2026/091

10.2.
Änderung der Sondernutzungssatzung, hier im Bereich der
Plakatierung zur Förderung Halstenbeker ehrenamtlich geführter
Vereinigungen, wie z.B. Gruppen, Organisationen und Vereine
2025/218-001E

10.3.
Sachstandsmitteilung zur Bildung eines Klimabeirates
2025/077-002E

11.
Beschlussvorlagen

11.1.
Satzungsänderung der Wahlordnung des Seniorenbeirates
2025/171-001E

11.2.
Neufassung der Entschädigungssatzung der Gemeinde Halstenbek
2026/100

12.
Fraktionsanträge

12.1.
Antrag Fraktion Buendnis 90/Die Gruenen zur Errichtung
Photovoltaikanlage Kita Holzhuepfer
2026/095

13.
Verschiedenes

Nr.:
2026/091
Verfasser:
Fachdienst
Ortsplanung &
Bauverwaltung
Datum:
04.06.2026
Mitteilungsvorlage
Federführend:
Fachbereich 3
gemeindliches Krisenmanagement
Sachstandsbericht
Beratungsfolge
Sitzungstermin
Status
Hauptausschuss
25.06.2026
Öffentlich
Sachverhalt:
Der Katastrophenschutz und das Krisenmanagement gewinnen zunehmend an Bedeutung,
sodass neben Bund, Ländern und Kreisen auch die Kommunen handeln müssen.
Rechtliche Einordnung - Begriffsdefinitionen
Katastrophe – Zuständigkeit = Kreis
§ 1 Absatz 1 Gesetz über den Katastrophenschutz in Schleswig-Holstein
Eine Katastrophe im Sinne dieses Gesetzes ist ein Ereignis, welches das Leben, die
Gesundheit oder die lebensnotwendige Versorgung zahlreicher Menschen, bedeutende
Sachgüter oder in erheblicher Weise die Umwelt in so außergewöhnlichem Maße gefährdet
oder schädigt, dass Hilfe und Schutz wirksam nur gewährt werden können, wenn
verschiedene Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzdienstes sowie die
zuständigen Behörden, Organisationen und die sonstigen eingesetzten Kräfte unter
einheitlicher Leitung der Katastrophenschutzbehörde zusammenwirken.
Krise – Zuständigkeit = Kommune
Gemäß dem Gesetz über den Katastrophenschutz in Schleswig-Holstein sind die
Kommunen für die Abwehr schwerer Gefahren unterhalb der Katastrophenschwelle
zuständig und haben entsprechend alle notwendigen Vorbereitungen zu treffen. Oberhalb
der Katastrophenschwelle ist der Kreis Pinneberg als untere Katastrophenschutzbehörde
zuständig. Wann die Katastrophenschwelle überschritten und der Katastrophenfall
ausgerufen wird, entscheidet die Landrätin / der Landrat. Im Katastrophenfall ist dennoch
davon auszugehen, dass die bestehenden und gewachsenen Strukturen des gemeindlichen
Krisenmanagements im Katastrophenfall durch den Kreis in Anspruch genommen werden,
da die Verwaltung / der Krisenstab die Gegebenheiten und insbesondere die Ressourcen
innerhalb der Gemeinde kennen.
Welche Krisen sind denkbar für die Gemeinde Halstenbek?

Freisetzung von radioaktiven Stoffen aus dem Kernkraftwerk Brokdorf


Langanhaltender, flächendeckender Stromausfall

Bombenentschärfung

CBRN*-Unfall auf BAB, Bahntrasse (*chemische, biologische, radiologische und
nukleare Gefahren)

Zugentgleisung

Flugzeugabsturz

…
Freisetzung von radioaktiven Stoffen aus dem Kernkraftwerk Brokdorf
Nach allgemeiner Aufforderung des Kreises hat sich die Verwaltung ab Frühjahr 2020 mit der
Planung von Jodausgabestellen hat beschäftigt: Die Ausgabe von Jodtabletten im Falle einer
Freisetzung von radioaktiven Stoffen aus dem Kernkraftwerk Brokdorf wird in der Kita
Regenbogen / Sporthalle Süd und in der Sporthalle Wolfgang-Borchert-Gymnasium erfolgen,
da diese Objekte jeweils innerhalb der vorgegebenen Voraussetzungen und Radien von dem
betroffenen Personenkreis erreicht werden können. Die Ausstattung der Notfall-Infopunkte ist
bereits so bedacht, dass diese jederzeit auch für die Ausgabe der Jodtabletten genutzt
werden kann und lediglich um spezielle Komponenten für dieses Szenario ergänzt werden
muss.
Gefahrenbeispiel langanhaltender, flächendeckender Stromausfall (Blackout)
Einrichtung von Notfall-Infopunkten (NIP)
Im Zuge der Planung für einen möglichen langanhaltenden, flächendeckenden
Stromausfalles (Blackout) im Gemeindegebiet wurde erforderliches Material beschafft sowie
notwendige Strukturen geschaffen oder vorbereitet. So wurde beispielsweise ein Krisenstab
eingerichtet und personell besetzt, das Vorstandszimmer in der Feuerwache in Abstimmung
mit der Feuerwehr als Krisenstabsraum festgelegt und den Anforderungen entsprechend
technisch ertüchtigt. Gleichzeitig wurden folgende Objekte als Notfall-Infopunkte (NIP)
ausgewählt:

Sporthalle / Mensa Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek

Sporthalle Wolfgang-Borchert-Gymnasium

Sporthalle Birkenallee
Diese Objekte bieten ausreichend Platz, um eine größere Anzahl an Personen gleichzeitig
zu betreuen und Ihnen eine temporäre Aufenthaltsmöglichkeit zu bieten. Langfristig ist
geplant, in diesen Notfall-Infopunkten eine ärztliche Betreuung anbieten zu können, um die
im Falle einer Katastrophe bereits überlasteten Notaufnahmen zu entlasten und
niedrigschwellige medizinische Notfälle vor Ort zu betreuen. Für diese Objekte wird eine
identische Ausstattung wie unter anderem Hilfsmaterial für die Betreuungspersonen, kleine
Kühlschränke für die Lagerung von kühlpflichtigen Medikamenten oder Beleuchtungsballons,
so genannte Powermoon, die den jeweiligen NIP insbesondere in der Nacht weithin für
Hilfesuchenden sichtbar machen sollen, vorgehalten. Ebenfalls ist mittelfristig eine
Notstromversorgung dieser Objekte geplant. Weiterhin sind diese Objekte in unmittelbarer
Nähe zu einer Mensa / Küche in gemeindeeigenen Gebäuden gelegen oder haben diese
bereits integriert wie der NIP Sporthalle Wolfgang-Borchert-Gymnasium. Somit können
sowohl die Betreuungspersonen der NIP versorgt als auch notfalls zum Beispiel
Babynahrung erwärmt werden.
Kleine Infopunkte
Darüber hinaus ist vorgesehen, am Rathaus und an der Feuerwache kleine Infopunkte in
Form von Pavillons zu errichten, da diese Institutionen allen Halstenbeker*innen bekannt
sind und davon auszugehen ist, dass diese bei Notfällen vorrangig aufgesucht werden.

Insbesondere die Feuerwache mit den Einsatzkräften und -fahrzeugen sollte in jedem Fall
frei und somit einsatzbereit gehalten werden. Diese beiden kleinen Infopunkte sollen lediglich
der Information der Bevölkerung, Weiterleitung an die Notfall-Infopunkte und der Abgabe
dringender Notrufe dienen. Ein vergleichbarer Infopunkt wird im Ostereschweg durch die
Gemeindewerke aufgebaut und besetzt werden.
Notstromversorgung
Um die Notfall-Infopunkte mit Notstrom versorgen zu können, sind die Beschaffung von
Notstromaggregaten sowie ggf. die Herstellung von Notstromeinspeisepunkte an den
jeweiligen Objekten erforderlich.
Eine Besonderheit in diesem Zusammenhang ist, dass es eine Gruppe von Mitarbeitern der
Verwaltung gibt, die sich im Blackoutfall ausschließlich um die Notstromversorgung kümmert
und hierfür entsprechend geschult wird.
Versorgung Krisenteam
Für die Verpflegung der Mitglieder der NIP-Betreuung und des Krisenstabes wird ein Vorrat
an Verpflegung für das Betreuungspersonal an Lebensmitteln und Hygienemitteln
vorgehalten.
Behördliche Kommunikation
Für die Kommunikation insbesondere im Blackoutfall wurden Satellitentelefone beschafft, um
Notrufe absetzen zu können. Für die NIP-interne Kommunikation wurden mehrere Sätze
Funkgeräte (Walkie Talkie) angeschafft. Derzeit ist davon auszugehen, dass die
Notstromversorgung für den BOS-Funk zeitlich begrenzt ist und somit nach einiger Zeit auch
nicht mehr zur Verfügung steht. Notrufe können dann nur noch über Satellitentelefonie
abgesetzt werden.
Evakuierungsfall
Die Sporthallen nebst dazugehöriger Objekte könnten ebenfalls im Falle einer
Evakuierungssituation genutzt werden. Dies wird bereits bei der Ertüchtigung der Objekte für
ein Blackout-Szenario als auch bei der Beschaffung von Ausstattung berücksichtigt. Eine
Evakuierung von Bereichen des Gemeindegebiets könnte im Falle eines Bombenfundes
oder Unfällen auf den durch das Gemeindegebiet führenden und stark frequentierten
Verkehrswegen wie beispielsweise Bahntrasse, BAB oder L 104 notwendig werden. Durch
die Verteilung der drei vorrangig zu nutzenden Objekte auf das Gemeindegebiet können die
Bedarfe individuell abgedeckt werden. So könnten zum Beispiel die betroffenen
Anwohner*innen bei einer Evakuierungssituation im Bereich Halstenbek-Krupunder in den
Sporthallen Birkenallee oder Grund- und Gemeinschaftsschule untergebracht werden oder
bei einem Einsatzort im Bereich Halstenbek-Ort steht die Sporthalle am Wolfgang-Borchert-
Gymnasium zur Verfügung. Für den Bedarfsfall wurden 220 Feldbetten beschafft.
Sensibilisierung der Bevölkerung
Während eines Blackouts wird keine geregelte Möglichkeit zum Einkauf mehr vorhanden
sein, da auch Lebensmittelmärkte, Apotheken etc. von der Stromversorgung abhängig sind,
um beispielsweise einen einfachen Kassiervorgang durchführen zu können oder
Lebensmittel und Medikamente zu kühlen. Die Gemeinde Halstenbek wird wie auch andere
Kommunen im Falle eines Stromausfalles nicht in der Lage sein, die Einwohner*innen
Halstenbeks mit Lebensmitteln und Getränken zu versorgen. Daher ist es besonders wichtig,
die Bevölkerung hinsichtlich der eigenen Vorsorge zu sensibilisieren und gegebenenfalls
Hilfestellung in Form von Informationen zu geben. Hier sei besonders auf die Internetseite
des Kreises Pinneberg
www.sei-bereit.kreis-pinneberg.de,

das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und das Land
Schleswig-Holstein zu nennen. Hier sind gute Informationen und Tipps für die persönliche
Vorsorge wie beispielsweise ein Rechner für den eigenen Verpflegungsbedarf pro Person
und Tag enthalten.
Enge Abstimmung
Sämtliche Planungen erfolgen in enger Abstimmung mit der Feuerwehr und den
Gemeindewerken. Beide Institutionen treffen hiervon losgelöst auf ihrer jeweiligen Ebene
eigenen Planungen und notwendige Vorbereitungen. So wird aktuell im Gemeindegebiet ein
Tanklager für die Feuerwehr hergerichtet, sodass die Feuerwache bei einem Blackout ca.
eine Woche autark handlungsfähig wäre.
Nächste Schritte
Als Nächstes ist geplant, die entsprechenden Einzelpläne für die jeweiligen Krisenszenarien
zu verschriftlichen und in einen Gesamt-Gefahrenabwehrplan zusammen zu fassen sowie
das bisher dafür gewonnene Personal zu schulen. Sukzessive sind weitere Krisenszenarien
zu erarbeiten und die erforderlichen Maßnahmen hierfür zu treffen. Hier ein kurzer Überblick:

Verschiedene Beschaffungen z.B. ein großes Notstromaggregat für die
Notstromversorgung der Sporthalle Wolfgang-Borchert-Gymnasium

Aushang von Plakaten (Kampagne BBK und Land Schleswig-Holstein) in öffentlichen
Gebäuden und Schaukästen

Gemeinsame Informationsveranstaltungen des Kreises Pinneberg und der Gemeinde
Halstenbek in Zusammenarbeit mit der VHS am 10.09.2026 und 06.11.2026 für die
Bevölkerung

Schulung Krisenstab

Berücksichtigung von Räumlichkeiten zur gebündelten Lagerung des notwendigen
Materials an einem Ort im Zuge eines Neubaus der Feuerwache
Ein Gefahrenabwehrplan wird niemals fertig sein. Angesichts der weltpolitischen und
klimatischen Situation wird es immer wieder neue Krisenszenarien geben, die
heruntergebrochen auf die Kommune gepla