Internetnutzerinnen und -nutzer in NRW Hassrede im Netz wahrgenommen; 4,7 Millionen Betroffene geschätzt
NRW: Mehr als ein Drittel der Internetnutzenden hat 2025 Hassrede im Netz wahrgenommen | Landesbetrieb IT.NRW
NRW: Mehr als ein Drittel der Internetnutzenden hat 2025 Hassrede im Netz wahrgenommen
Anstieg von 30 % in 2023 auf 37 % im Jahr 2025
Jüngere sind häufiger auf „Hate Speech“ gestoßen
Politische oder gesellschaftliche Ansichten waren häufigstes wahrgenommenes Angriffsziel
Düsseldorf (IT.NRW). Im Jahr 2025 haben 37 % der Internetnutzerinnen und -nutzer in Nordrhein-Westfalen im Alter von 16 bis 74 Jahren im Internet Hassrede bzw. „Hate Speech” wahrgenommen. Damit sind Inhalte gemeint, die feindselig oder erniedrigend gegenüber Personengruppen oder Einzelpersonen sind. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anlässlich des Internationalen Tages für die Bekämpfung von Hassrede am 18. Juni mitteilt, haben hochgerechnet ca. 4,7 Millionen Menschen in NRW nach ihrer Selbsteinschätzung Hassrede im Internet beobachtet. Gegenüber der Vorgängererhebung im Jahr 2023 ist der Anteil um 7 Prozentpunkte gestiegen.
Jüngere sind häufiger auf Hasskommentare gestoßen
Unter den 16- bis 44-Jährigen Internetnutzenden ist in 2025 mit 48 % nahezu jede
-r Zweite im Internet auf Hasskommentare gestoßen. Dagegen haben nur 27 % der 45- bis 74-jährigen Internetnutzenden entsprechende Äußerungen wahrgenommen.
Hassrede im Internet trifft Menschen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Unter den Internetnutzenden, die im Netz auf Hassrede gestoßen sind, beobachteten mehr als vier von fünf (83 %) Angriffe aufgrund politischer oder gesellschaftlicher Ansichten . Dies war das am häufigsten wahrgenommene Motiv für Anfeindungen.
Weitere häufige Zielscheiben waren die ethnische Herkunft (62 %), die sexuelle Orientierung (56 %) sowie die Religion oder Weltanschauung (54 %). Auch das Geschlecht (39 %), Behinderungen (24 %) und das Alter (17 %) wurden als Beweggründe für Hass im Netz beobachtet. Bei der Frage zu den Angriffszielen der wahrgenommenen Hassrede waren Mehrfachnennungen möglich.
Die Ergebnisse basieren auf der europäischen Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (IKT), die in Deutschland seit 2021 als freiwillige Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert ist. Für diese Erhebung werden Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren zum Internetzugang und zur Internetnutzung befragt.
Die Fragen zur Wahrnehmung von Hassrede werden seit 2023 im zweijährlichen Turnus gestellt und beziehen sich auf die drei Monate vor der Befragung. Im Jahr 2025 ist die Antwortkategorie „Alter” als wahrgenommenes Ziel von Hassrede erstmalig separat erhoben worden.
Der Mikrozensus ist eine seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführten Befragung der amtlichen Statistik. Dank der Selbstauskünfte der Befragten liegen aussagekräftige statistische Daten zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung vor. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen, stehen aber auch der Wissenschaft, der Presse und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Weitere Informationen zum Mikrozensus .
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen . Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)
- Düsseldorf, den 16. Juni 2026
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