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title: "SEV-Delegierte ergreifen Referendum gegen Aushebelung der Mindestlöhne in der Schweiz; Einstimmig beschlossen"
sdDatePublished: "2026-06-16T13:18:00Z"
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SEV-Delegierte ergreifen Referendum gegen Aushebelung der Mindestlöhne in der Schweiz; Einstimmig beschlossen

DV SGB: Gegen den Angriff auf die Löhne : SEV-Online

15. Juni 2026 | Aktuell

DV SGB: Gegen den Angriff auf die Löhne

Sollte das Parlament die demokratisch erkämpften Mindestlöhne aushebeln, werden die Gewerkschaften das Referendum ergreifen. Das beschlossen die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftbundes am 5. Juni einstimmig. Zudem machten sie deutlich, dass sie offensiv in die Lohnrunde im Herbst gehen werden. Zwei SEV-Gewerkschaftssekretärinnen erhielten den eidgenössischen Fachausweis. Die Arbeit von Katrin Leuenberger wurde besonders ausgezeichnet.

«In der Luftfahrtbranche arbeiten viele Kolleginnen und Kollegen unter schweren Strapazen für einen kleine Lohn. Es geht nicht, dass das Parlament jetzt das Recht auf Mindestlöhne aushebeln will», sagt Sandrine Nikolic-Fuss, Präsidentin der Kabinenpersonalgewerkschaft Kapers. Der Plan der Arbeitgeber und bürgerlichen Parteien ist so dreist wie durchsichtig: Branchen mit allgemeinverbindlichen GAV sollen künftig tiefere Mindestlöhne zahlen dürfen als vom Volk beschlossen, wenn ein GAV einen tieferen Mindestlohn vorsieht (siehe auch Artikel zum Mindestlohn in SEV-Zeitung vom 19.6.2026) . Besonders betroffen wären neben dem Flugpersonal auch Kellner:innen, Coiffeur:innen, Bäcker:innen, Metzger:innen und viele andere Menschen, die heute schon kaum über die Runden kommen. «Die bürgerlichen Parteien verletzen mit diesem Vorgehen auch die direkte Demokratie, wenn sie den demokratisch erkämpften Volkswillen mit dieser Vorlage torpedieren», sagt SGB-Präsident Pierre-Yves Maillard. Die Delegierten des SGB beschliessen einstimmig das Referendum zu ergreifen, sollte das Parlament in der Sommersession die Vorlage gegen die Mindestlöhne annehmen.

Unabhängig von diesem politischen Angriff auf die Löhne sind diese weiter unter Druck. Im Herbst wird die Teuerung 1 bis 1,5 Prozent betragen. Damit sind die Lohnerhöhungen der letzten Lohnrunde von rund 1 Prozent bereits wieder weg. Für viele Arbeitnehmer:innen gab es seit 2016 keinen Reallohnfortschritt, obwohl sich die Wirtschaft gut entwickelt hat. Die SGB-Delegierten fordern deshalb im Hinblick auf die kommende Lohnrunde echte Reallohnerhöhungen und rufen zu einer offensiven Lohnrunde auf. SEV-Präsident Matthias Hartwich macht in seinem kurzen Votum deutlich: «Es ist nicht genug, Forderungen zu stellen, um das Erreichte zu erhalten. Wir müssen stärker sein, um Fortschritte zu erzielen. Wir müssen allen Kolleg:innen, die noch nicht in der Gewerkschaft sind, sagen: Nur wer in der Gewerkschaft ist, stärkt unsere Sache, und deshalb ist es an der Zeit, Mitglied zu werden.»

Die SGB-Delegierten fordern das Bundesparlament mit weiteren Resolutionen dazu auf, die Lage der Arbeitnehmer:innen zu verbessern. Sie bekräftigen die Forderung von 8 Wochen Ferien während der Lehre. Und sie rufen das Bundesparlament dazu auf, die Pflege-Initiative korrekt umzusetzen. Neben den vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen (GAV-Verhandlungspflicht, Senkung der Höchstarbeitszeit u. a.) braucht es verbindliche Vorgaben für eine bedarfsgerechte Personalausstattung und eine substanzielle öffentliche Finanzierung.

Am Schluss der Delegiertenversammlung erhalten sechs Gewerkschaftssekretärinnen den eidgenössischen Fachausweis, darunter Sheila Belometti und Katrin Leuenberger vom SEV. Katrin Leuenberger erhält zudem den Preis für die originellste Abschlussarbeit. Diese trägt den Titel «Zutritts- und Informationsrechte der Gewerkschaften in der Schweiz am Beispiel SEV». In ihrer Laudatio hält VPOD-Generalsekretärin Rebekka Wyler fest, wie nützlich solche Arbeiten für die tägliche Gewerkschaftsarbeit sind.

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