Drei Studentinnen der Bauhaus-Universität Weimar gewinnen ADC Talent Award 2026 in Weimar; Drei Studierende gewinnen Silber bzw. Bronzen-Nägel insgesamt

Studentinnen der Bauhaus-Universität Weimar überzeugen beim ADC Talent Award 2026

Studentinnen der Bauhaus-Universität Weimar überzeugen beim ADC Talent Award 2026

Drei Studentinnen der Fakultät Kunst und Gestaltung haben beim ADC Talent Award 2026 begehrte ADC-Nägel gewonnen: Nina Buschendorf erhielt für »Sexismus gibt es erst seit 23 Stunden« einen silbernen Nagel, ein weiterer silberner Nagel ging an Xiaoyi Jin für »TRIADISCHER GIN« und Mai Do wurde für »VOXAIPE – Decoded« mit einem bronzenen Nagel ausgezeichnet. Acht weitere Arbeiten erhielten insgesamt neun Auszeichnungen.

Silberner Nagel für »Sexismus gibt es erst seit 23 Stunden« von Nina Buschendorf

Nina Buschendorf macht in »Sexismus gibt es erst seit 23 Stunden« eine abstrakte historische Dimension anschaulich. Dafür wählt sie einen ebenso einfachen wie klugen Maßstabwechsel: Zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte schrumpfen auf ein Kalenderjahr. So wird sichtbar, wie jung systematische Ungerechtigkeit und alltägliche Gewalt im Verhältnis zur Geschichte unserer Spezies sind. Sie setzen erst am letzten Tag dieses gedachten Jahres ein. Die Masterarbeit übersetzt diese Erkenntnis in eine infografische Zeitreise. Eine 55 Meter lange bedruckte Stoffbahn läuft durch eine mechanische Installation. Tag für Tag und Kurbelumdrehung für Kurbelumdrehung entfaltet sich ein anderes Bild des Menschen und des Geschlechterverhältnisses. Ein Leporello widmet sich dem letzten Tag und den Entwicklungen, die das Zusammenleben in den vergangenen rund 5.000 Jahren verändert haben.

Sexismus gibt es erst seit 23 Stunden – Casefilm

Klicken Sie auf den Play-Button, um externe Inhalte von Vimeo.com zu laden und anzuzeigen.

Externe Inhalte von Vimeo.com zukünftig automatisch laden und anzeigen (Sie können diese Einstellung jederzeit über unsere » Datenschutzerklärung « ändern.)

Silberner Nagel für »TRIADISCHER GIN« von Xiaoyi Jin

Der Clou von Xiaoyi Jins »TRIADISCHER GIN« steckt im Etikett. Ein zweischichtiges Lentikularsystem verwandelt die Flasche in eine kleine Bühne. Dreht man sie, geraten Silhouetten und Linienraster in Bewegung. So entstehen animierte Figuren, die auf Oskar Schlemmers »Triadisches Ballett« verweisen. Die Semesterarbeit übersetzt das Bauhaus-Erbe Weimars nicht als historisches Zitat, sondern als choreografisches Prinzip in ein zeitgenössisches Verpackungsdesign. Für die Wiegand Manufactur Weimar verbindet Xiaoyi Jin regionale Verbundenheit und handwerkliche Qualität mit einer interaktiven Gestaltung. Sie macht Rhythmus, Bewegung und Reflexion unmittelbar erfahrbar.

Bronzener Nagel für »VOXAIPE – Decoded« von Mai Do

In »VOXAIPE – Decoded« macht Mai Do sichtbar, was sonst flüchtig bleibt: die Form einer Stimme. Die Semesterarbeit nutzt ein KI-gestütztes System. Es analysiert stimmliche Merkmale wie Klang, Rhythmus, Tonhöhe und Lautstärke und erzeugt daraus variable Buchstabenformen. So wird Sprechen zu Gestaltung, Typografie zur grafischen Spur von Stimme. Die Arbeit fragt, wie künstliche Intelligenz menschlichen Ausdruck wahrnimmt und in Form übersetzt. Ergänzend zur Installation hält ein 228-seitiges Künstlerbuch den typografischen Verlauf eines mehrminütigen Monologs fest.

Auszeichnungen beim ADC Talent Award 2026

»ACHTUNG summaery2025« von Mona Kerntke und Leonard Behre

Die summaery2025 stand unter dem Motto »Achtung« und rückte die Arbeiten der Studierenden in den Fokus. »Achtung« verstand das Erscheinungsbild dabei nicht als Warnung, sondern als Einladung zum genauen Hinsehen. Dafür griff die Arbeit Elemente aus dem Verkehrskontext auf, in dem Aufmerksamkeit im Alltag unmittelbar sichtbar wird: in Markierungen, Schildern und reflektierenden Materialien. Inspiriert von perspektivisch verzerrten Fahrbahnmarkierungen wurde das Prinzip des Stretchens zum zentralen Gestaltungsmotiv. Die gezielte Verzerrung bündelte Aufmerksamkeit und lenkte den Blick der Besucher*innen. Neonpink und Silber ließen Weimar zur summaery2025 leuchten.

Auszeichnung in der Kategorie »Semesterarbeiten > Brand Identity

Brand Design« Betreuung: Prof. Burkhart von Scheven, Masihne Rasuli und Adrian Palko

»ARTGERECHT« setzt sich mit Speziesismus auseinander, einer Diskriminierungsform, die tief im Alltag verankert ist und dennoch selten benannt wird. Statt auf Konfrontation oder Schockbilder zu setzen, schafft die Arbeit einen spielerischen Zugang zum Nachdenken über den menschlichen Umgang mit Tieren. Das Gesellschaftsspiel bringt Menschen ins Gespräch und lässt sie durch ständige Rollen- und Perspektivwechsel die Lebensrealitäten verschiedener Tiere in unserer Gesellschaft nachvollziehen. Beliebtheit, Wert und Funktion der zufällig gezogenen Spezies entscheiden über den Fort- oder Rückschritt im Spiel. So eröffnet »ARTGERECHT« Erwachsenen wie Kindern einen niedrigschwelligen Zugang zu einem komplexen Thema.

Zwei Auszeichnungen in den Kategorien »Konzeption & Entwurf von Corporate Publishing« sowie »Illustration« Betreuung: Prof. Burkhart von Scheven und Masihne Rasuli

»DROWNING IS SILENT« von Alexander Knauer

»DROWNING IS SILENT« ist ein audiovisuelles Fundraising-Projekt für die zivile Seenotrettung. Im Zentrum der Kampagne steht ein Musikvideo zum gleichnamigen Song des Berliner Musikers Xaver Scheuer, das auf die Situation flüchtender Menschen im Mittelmeer aufmerksam macht und politisches Versagen im Umgang mit Flucht sichtbar macht. Der Film verknüpft die Schicksale eines Jungen auf der Flucht und einer jungen Seenotretterin. Als beide auf offener See aufeinandertreffen, werden sie von gesellschaftlichen und politischen Institutionen im Stich gelassen. Veröffentlicht wurde der Film als Teil einer Spendenkampagne für ein neues Rettungsschiff in Zusammenarbeit mit den NGOs LeaveNoOneBehind und SOS Humanity.

Auszeichnung in der Kategorie »Abschlussarbeiten > Bewegtbild Gestaltung > Live Action Film« Betreuung: Prof. Jörn Hintzer

DROWNING IS SILENT - Woody Woodstock

von Emelie Brockhaus, Bruno Domingos, Johannes Fest, Ames Grund, Pauline Kuritz, Bennet Mielke, Christina Reinfant, Sina Robering, Denise Sawade und Hauke Scholz

Für die Leipziger Buchmesse entwickelte das Team einen Messestand, der die Fakultät Kunst und Gestaltung repräsentiert und die kreativen Arbeiten der Universität präsentiert. Das Konzept zeigt einen fiktiven U-Bahn-Eingang, der symbolisch einen Sprung nach Weimar ermöglicht. Inspiriert ist der Entwurf von Martin Kippenbergers Projekt »Metro-Net« aus den 1990er-Jahren. So verbindet der Messestand räumliche Inszenierung, Referenz und Einladung zu einer imaginären Reise an den Studienort Weimar.

Auszeichnung in der Kategorie »Public Space« Betreuung: Florian Hesselbarth

»RED AF* – Red Asian Flush« von Soo Ah Youn und Anastasia Fast

»RED AF* – Red Asian Flush« ist ein analoges und digitales Storytelling-Projekt über das Phänomen des »Asian Flush«, eine genetisch bedingte Reaktion auf Alkohol, die häufig verharmlost wird, obwohl sie mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann. Die Arbeit begegnet Klischees mit erzählerischer Aufklärung: In einem illustrierten Buch lernt die Protagonistin, ihre Rötung nicht als Schwäche, sondern als Warnsignal ihres Körpers zu verstehen. Die Figur »Blush« personifiziert das Phänomen und vermittelt medizinische, kulturelle und soziale Hintergründe auf humorvolle Weise. Ergänzt wird das Buch durch eine Website, die wissenschaftliche Informationen bereitstellt und Raum für Austausch in einem interaktiven Community-Bereich schafft. Ein Video zum Projekt finden Sie hier: youtu.be

Auszeichnung in der Kategorie »Semesterarbeiten > Craft > Storytelling« Betreuung: Prof. Burkhart von Scheven und Masihne Rasuli

»SET MAGAZINE« von Jülide Alemdar, Laura Hörning und Lilli Sörries

Das selbstveröffentlichte Magazin »SET« setzt sich mit der Vielschichtigkeit von Schönheit auseinander, mit ihrem Ende, ihrem Fortbestehen und ihrer Transformation. In Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Designerinnen eröffnet die erste Ausgabe neue Perspektiven auf ein Thema, das häufig oberflächlich verhandelt wird. Das Magazin schafft Raum für emotionale und tiefgehende Auseinandersetzungen und versteht Schönheit als wandelbares, vielschichtiges und persönliches Phänomen.

Auszeichnung in der Kategorie »Konzeption & Design von unabhängigen Verlagsprodukten« Betreuung: Marcel Saidov

»To Mark is to Mean« von Emelie Gannert

»To Mark is to Mean« untersucht, wie typografische Hervorhebung nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern aktiv an der Bedeutungsproduktion von Texten mitwirkt. Die Masterarbeit verbindet historische Beispiele mit zeitgenössischen Arbeiten von 35 internationalen Designer*innen, Foundries und Studios, auch jenseits des lateinischen Schriftsystems. Daraus entsteht ein Archiv, das die Bandbreite typografischer Hervorhebung sichtbar macht und ihr bislang wenig erforschtes gestalterisches Potenzial auslotet.

Auszeichnung in der Kategorie »Concept > Editorial Products« Betreuung: Prof. Markus Weisbeck und Marcel Saidov

»Von einem freien Pups« von Clara Irmer

»Von einem freien Pups« erzählt von einem kleinen Pups, der unter furchtbarer Platzangst leidet. Nach seinem Aufenthalt im Darm folgen nicht, wie eigentlich vorgesehen, rümpfende Nasen und die endlosen Weiten der Welt. Stattdessen sitzt Püpschen wieder in der Klemme. In dunkelster Stunde leuchtet jedoch eine Erkenntnis auf: Vielleicht beginnt Freiheit manchmal auch im Kopf. Die Semesterarbeit verbindet Illustration, Humor und eine überraschend poetische Perspektive auf Enge, Ausbruch und Selbstbefreiung.

Auszeichnung in der Kategorie »Craft > Illustration« Betreuung: Hannes Naumann

Der ADC Talent Award zählt zu den renommierten Nachwuchswettbewerben für junge Gestalter*innen im deutschsprachigen Raum. Ausgezeichnet werden Arbeiten aus den Bereichen Kommunikation, Design, digitale Medien, Film, Fotografie, Illustration, Konzept, räumliche Gestaltung und verwandten Disziplinen.

Für Rückfragen steht Ihnen gern Romy Weinhold, Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Fakultät Kunst und Gestaltung, telefonisch unter +49

58 11 86 oder per E-Mail an romy.weinhold[at]uni-weimar.de zur Verfügung.

Informationen über die Bauhaus-Universität Weimar.

Wechsel zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Ansicht

Wechsel der Hintergrundfarbe von Weiß zu Schwarz

Fokussierte Elemente werden schwarz hinterlegt und so visuell hervorgehoben.

Beendet Animationen auf der Website