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title: "Bundesministerium für Gesundheit beschleunigt Anerkennungsverfahren ausländischer Heilberufe in Deutschland; Versorgung, Forschung und Produktion gestärkt"
sdDatePublished: "2026-06-16T04:08:00Z"
source: "https://www.vfa.de/de/verband-mitglieder/stellungnahmen/stellungnahme-referentenentwurf-verordnung-beschleunigung-anerkennungsverfahren-heilberufe"
topics:
  - name: "healthcare policy"
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locations:
  - "Berlin"
  - "Germany"
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Bundesministerium für Gesundheit beschleunigt Anerkennungsverfahren ausländischer Heilberufe in Deutschland; Versorgung, Forschung und Produktion gestärkt

Einleitung
Mit dem Referentenentwurf zur Beschleunigung
der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufs-
qualifikationen in Heilberufen adressiert das Bun-
desministerium für Gesundheit mehrere Heraus-
forderungen der Fachkräftesicherung im Gesund-
heitswesen. Aus Sicht des vfa sind schnellere, di-
gitalere und bundeseinheitlichere Verfahren ein
wichtiger Beitrag zur Stärkung des Gesundheits-,
Forschungs- und Produktionsstandorts Deutsch-
land.
Fachkräftesicherung als Standort-
frage
Der vfa begrüßt das Ziel des Referentenentwurfs,
Anerkennungsverfahren für ausländische Berufs-
qualifikationen in Heilberufen zu beschleunigen,
stärker zu digitalisieren und bundeseinheitlicher
auszugestalten. Angesichts des zunehmenden
Fachkräftemangels im Gesundheitswesen und des
internationalen Wettbewerbs um qualifizierte
Fachkräfte sind moderne und verlässliche Aner-
kennungsverfahren ein wichtiger Beitrag zur Si-
cherung von Versorgung, Forschung und Innova-
tion in Deutschland.
Internationale Fachkräfte leisten bereits heute ei-
nen wichtigen Beitrag für das Gesundheitswesen
und den Life-Science-Standort Deutschland.
Deutschland muss im internationalen Wettbewerb
attraktiver werden und qualifizierten Fachkräften
schnellere, transparentere und planbarere Verfah-
ren bieten. Neben der stärkeren Ausschöpfung in-
ländischer Fachkräftepotenziale bleibt die Gewin-
nung internationaler Fachkräfte ein zentraler Bau-
stein der Fachkräftesicherung, welcher sich auch
auf Landesebene positiv auswirkt.
Anerkennungsverfahren moderni-
sieren und beschleunigen
Der Entwurf setzt hierfür wichtige Signale, insbe-
sondere durch die stärkere Digitalisierung der
Verfahren, bundeseinheitlichere Vorgaben sowie
verbindlichere Verfahrensfristen. Die vorgesehe-
nen Maßnahmen können zugleich modellhaften
Charakter für die Modernisierung weiterer Aner-
kennungsverfahren im Gesundheitswesen entfal-
ten.
Entscheidend wird jedoch sein, dass die vorgese-
henen Verbesserungen in der Praxis tatsächlich
wirksam werden. Hierfür sind ausreichende perso-
nelle und organisatorische Kapazitäten in den zu-
ständigen Landesbehörden ebenso erforderlich
Stellungnahme zum Referentenentwurf
einer Verordnung zur Beschleunigung der
Anerkennungsverfahren ausländischer
Berufsqualifikationen in Heilberufen
Kernforderungen
▪ Anerkennungsverfahren schneller, digitaler und bundeseinheitlich gestalten
▪ Internationale Fachkräfte gezielt für Versorgung, Forschung und Produktion gewinnen
▪ Qualitätsstandards sichern und Verfahren in den Ländern praxistauglich umsetzen

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wie eine möglichst einheitliche Umsetzung der
Verfahren zwischen den Ländern. Unterschiedliche
Verwaltungspraxen und föderale Sonderwege soll-
ten dabei möglichst vermieden werden, um die
Verfahren insgesamt verlässlicher, effizienter und
international wettbewerbsfähiger zu gestalten.
Dazu gehört auch, Verfahren so umzugestalten,
dass Visumsvergabe, Anerkennung und Arbeits-
aufnahme besser ineinandergreifen. Nur durch
verlässliche und planbare Verfahren kann
Deutschland seine Attraktivität als Gesundheits-,
Forschungs- und Produktionsstandort nachhaltig
stärken.
Klinische Forschung und Pharma-
produktion stärken
Die vorgesehenen Beschleunigungen können zu-
dem einen wichtigen indirekten Beitrag zur Stär-
kung des Forschungsstandorts leisten. So rekru-
tiert sich ein erheblicher Teil der Study Nurses in
klinischen Prüfzentren aus weiterqualifizierten
Pflegefachkräften. Eine schnellere Anerkennung
internationaler Pflegekräfte kann dazu beitragen,
den allgemeinen Personaldruck in Kliniken zu re-
duzieren und damit auch die Verfügbarkeit spezia-
lisierter Fachkräfte für klinische Forschung zu ver-
bessern.
Auch die Beschleunigung der Anerkennung aus-
ländischer Ärztinnen und Ärzte kann Prüfzentren
und Universitätskliniken entlasten. Der zuneh-
mende Fachkräftemangel führt bereits heute
dazu, dass qualifizierte Ärztinnen und Ärzte im kli-
nischen Alltag kaum ausreichende Zeitfenster für
Forschung und Prüfarzttätigkeiten haben. Zusätz-
liche personelle Kapazitäten können helfen, die für
deren klinische Forschung notwendige „Protected
Time“ wieder stärker zu ermöglichen und damit
Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit als Studien-
standort zu stärken.
Darüber hinaus übernehmen Apothekerinnen und
Apotheker in der Arzneimittelherstellung, Quali-
tätssicherung und regulatorischen Verantwortung
zentrale Aufgaben. Dies gilt insbesondere für
Sachkundige Personen nach § 14 AMG („Qualified
Persons“, QPs), deren Verfügbarkeit für den Phar-
maproduktionsstandort Deutschland von erhebli-
cher Bedeutung ist. Der vfa hat bereits darauf
hingewiesen, dass die Rekrutierung qualifizierter
Fachkräfte in diesem Bereich durch komplexe und
teilweise über europäische Vorgaben hinausge-
hende Anforderungen erschwert wird. Durch prak-
tische Erfahrung erworbene Kompetenzen sollten
systematisch erfasst sowie fachlich vertretbar bei
der Berufsanerkennung berücksichtigt werden.
Die Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte ist
eine zentrale Voraussetzung für Arzneimittelpro-
duktion, Qualitätssicherung und regulatorischer
Prozesse in Deutschland. Eine pragmatischere und
stärker harmonisierte Anerkennungspraxis kann
dazu beitragen, bestehende Fachkräfteengpässe
zu reduzieren und damit die Wettbewerbsfähigkeit
des Pharmastandortes Deutschland zu stärken.
Qualität und Patientensicherheit
gewährleisten
Aus Sicht des vfa bleibt zugleich zentral, dass
hohe Qualitätsstandards und die Patientensicher-
heit auch künftig uneingeschränkt gewährleistet
werden. Beschleunigte Verfahren dürfen nicht zu
Lasten der Qualität gehen.
Der vfa sieht in dem Entwurf insgesamt einen
wichtigen Schritt, um Deutschland als Gesund-
heits-, Forschungs-, Produktions- und Innovati-
onsstandort im internationalen Wettbewerb, um
Fachkräfte zu stärken.
Kontakt
Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa)
Charlottenstraße 59
10117 Berlin
Telefon +49 30 206 04–0
info@vfa.de

Der vfa ist registrierter Interessenvertreter gemäß
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die Grundsätze integrer Interessenvertretung nach
§ 5 LobbyRG.
Stand 06.2026