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title: "ADAC testet E-Autos als Powerbank (V2L) im ADAC-Test; keine Schäden"
sdDatePublished: "2026-06-17T09:05:00Z"
source: "https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/vehicle-to-load/"
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  - "Germany"
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ADAC testet E-Autos als Powerbank (V2L) im ADAC-Test; keine Schäden

E-Auto als Powerbank im ADAC Test: Genial oder teure Falle?

Elektroauto als Powerbank: Ist Vehicle-to-Load sicher?

Elektroautos können als portable Powerstation für Outdoor- und Campingaktivitäten genutzt werden. Aber funktioniert Vehicle-to-Load überall und sicher? Der ADAC hat sechs Autos daraufhin untersucht.

Mit dem E-Auto lassen sich Elektrogeräte betreiben

Immer mehr E-Autos haben die Funktion

Nicht immer funktioniert die Technik perfekt

Zunehmend rückt nicht nur das Aufladen, sondern auch die Entnahme von Strom, das bidirektionale Laden , in den Fokus von Elektroauto-Fahrerinnen und -fahrern. Während die Rückspeisung von Strom ins Haus (Vehicle-to-Home; V2H) oder ins Stromnetz (Vehicle-to-Grid; V2G) noch teure Nischenanwendungen sind, hat Vehicle-to-Load (V2L) den Weg in den Massenmarkt gefunden.

So hoch sind die Ladekosten

Dabei handelt es sich nicht um Spielerei. Die V2L-Funktion kann einen echten Mehrwert für unterschiedlichste Zielgruppen darstellen, egal ob für Camping , im Garten oder andere Outdoor-Anwendungen . Beispiele sind das Betreiben einer Kühlbox, eines Tischgrills, einer Heckenschere oder das Aufladen eines E-Bikes. Ein oft aufwendiger Netzanschluss oder die Anschaffung eines teuren Stromaggregats wird dadurch überflüssig.

So die Theorie. Doch bisher gab es noch keine systematischen Versuche zur Sicherheit und Bedienung der Ladefunktion externer Elektrogeräte. Deshalb hat der ADAC an verschiedenen E-Autos untersucht, wie gut Vehicle-to-Load funktioniert, wie sicher es ist und wo es Verbesserungspotenziale gibt .

Außer dem bidirektionalen Ladegerät im Auto ist zum Aufladen oder Betreiben von elektrischen Geräten ein Adapter vonnöten, der in die Ladebuchse des Autos passt. Die Hersteller-Adapter der sechs Testwagen waren nicht einheitlich, sondern unterschiedlich gestaltet . Die Adapter von MG und BYD haben ein Kabel, an dessen Ende eine Mehrfachsteckdose angebracht ist. Beim Kia-Adapter ist ein Regenschutz vorgesehen, der das Eindringen von Nässe während des Entladens verhindern soll. Alle anderen Adapter bieten keinen speziellen Regenschutz. Aber Achtung: Um nicht haftbar gemacht werden zu können, untersagen alle Hersteller die V2L-Funktion bei Nässe !

Bei BMW und XPeng startet ein Ladevorgang ohne jede weitere Aktion: Einstecken, kurz warten, Ladedose leuchtet, Funktion ist verfügbar. Bei BYD und Kia muss ein Knopf am Adapter gedrückt werden, um V2L zu aktivieren, bei MG ein Touchbutton im Display. Bei Renault erfolgt die Aktivierung durch ein langes Drücken auf den Knopf am Adapter.

Adapter aus dem Zubehörhandel wurden hier nicht untersucht.

Ängste, dass Vehicle-to-Load gefährlich werden könnte, kann der ADAC zerstreuen: Auf Kurzschlüsse und Überlastungen haben alle untersuchten Fahrzeuge regelkonform mit Abschaltung reagiert. Überlastungen können passieren, wenn ein angeschlossenes Gerät mehr Strom zieht, als der Adapter am Fahrzeug hergibt. Die gemessenen Spitzenleistungen beim V2L lagen bei allen Fahrzeugen unter den 3,7 kW, auf die Steckdosen im Haushalt maximal ausgelegt sind. Nur der BMW iX3 ließ 4 bis 5 kW etwa 10 Minuten zu, bevor er abschaltete. Das ist aber durchaus zulässig. Eine gewisse, zeitlich limitierte Überlastung kann nämlich hilfreich sein, damit kurzfristig hohe Anlaufströme beim Einschalten eines externen Gerätes, wie zum Beispiel einer Heckenschere oder Handkreissäge , nicht zu dessen sofortiger Abschaltung führen.

Bei dem im ADAC Versuch gezielt herbeigeführten Kurzschluss haben alle Fahrzeuge abgeschaltet, sodass kein Sicherheitsrisiko bestand. Beschädigungen an Adaptern oder Fahrzeugen waren nicht erkennbar, alle Fahrzeuge waren weiterhin uneingeschränkt fahrtauglich. Kein Hochvolt- oder anderes elektrisches System hat Schaden genommen.

Ebenfalls gut: Bei fast allen Fahrzeugen stand die V2L-Funktion nach dem Test-Kurzschluss durch Aus- und Wiedereinstecken des Adapters sofort wieder zur Verfügung. Nur der Renault 5 musste für das Reset in einen Ruhezustand versetzt werden. Das ist vergleichsweise umständlich, weil der Stecker abgesteckt, das Fahrzeug verlassen und der Schlüssel für mehrere Minuten außer Funkreichweite gebracht werden muss. Vor allem war das nötige Vorgehen nicht in der Bedienungsanleitung beschrieben. Die Tester mussten es selbst herausfinden.

Vehicle-to-Load ist teils eine aufpreispflichtige Sonderausstattung, die ab Werk geordert werden muss. Oft muss man nur den Adapter dafür bezahlen. Bei BYD ist alles serienmäßig ohne Aufpreis dabei. Nicht zu vernachlässigen sind die Energieverluste beim Betreiben externer Elektrogeräte. Alle Fahrzeuge haben beim Betrieb externer Geräte einen erheblichen Eigenverbrauch von 390 bis 500 Watt. Beim BMW war die Messung nicht möglich.

V2L*: 740 €; Adapter: 199 €

V2L: Serie höhere Ausstattung, Adpater: 392 €

V2L: Serie; Adapter: n. b.

V2L: Serie; Adapter: 200 €

V2L: Serie; Adapter: 120 €

Ein Rechenbeispiel für den Campingurlaub: Ein Fahrzeug mit 60-kWh-Fahrzeugakku könnte bei 450 Watt maximal fünfeinhalb Tage die Funktion aktiv halten, bevor der Speicher allein durch den Eigenverbrauch vollständig entleert wäre. Das sollte jeder bedenken, der V2L nutzt. Der zusätzliche Eigenverbrauch ist ähnlich hoch wie die Grundlast eines Einfamilienhauses in der Nacht. Wenn man also nur eine 50-Watt-Kühlbox daran betreiben möchte, ist das für eine gewisse Zeit sicherlich verkraftbar, bei Dauerbetrieb aber sehr ineffizient. Und ganz schön teuer!

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Auch wenn die Sicherheit der V2L-Funktion bei allen untersuchten Fahrzeugen absolut gegeben ist – hinsichtlich der Adapter-Gestaltung, der Benutzerführung sowie der Anzeige etwaiger Ladefehler besteht erhebliches Potenzial zur Verbesserung. Die Bedienung ist oft unnötig komplex, die Nutzerführung verwirrend, und Fehlermeldungen sind teils nichtssagend, teils übertrieben dramatisch. Ein Ärgernis ist, dass alle Autobauer eine Nutzung bei Nässe bzw. Regen verbieten , obwohl die Adapter teils wassergeschützt ausgeführt sind und Vehicle-to-Load eigentlich nur dann sinnvoll genutzt werden kann, wenn das Fahrzeug im Freien steht. Außerdem verriegeln nicht alle Hersteller den Adapter im Betrieb so, wie es bei normalen Ladekabeln während des Betriebs vorgeschrieben ist.

Die Benutzerführung im Fahrzeugdisplay ebenso wie die Bedienung der Adapter an sich sollte intuitiver und einfacher sein. Eine Handreichung, ob die Vehicle-to-Load-Funktion am Adapter selbst oder im Fahrzeugdisplay aktiviert werden muss, kann hilfreich sein.

Was Fehlermeldungen angeht, tritt Kia als Einziger positiv hervor und zeigt bei Überlast an: "Verbrauch zu hoch". Das lässt zumindest ungefähre Rückschlüsse auf die Fehlerquelle zu. Nur erscheint dieselbe Meldung auch bei einem Kurzschluss. BMW zeigt immer an: "Ladefehler, verbundenes Gerät nicht kompatibel" – was immer das bedeuten könnte.

Bei Renault heißt es durchgängig "Fehler verbundenes Gerät". BYD fordert sogar auf, den Kundenservice zu kontaktieren oder den OBC (onboard charger) zu prüfen. Solche Fehlermeldungen helfen nicht weiter und machen mehr Angst, als dass sie unterstützen würden.

Fehlermeldungen sollten stets den konkreten Fehler benennen und Tipps zur Abhilfe geben. Statt "OBC prüfen" oder "verbundenes Gerät nicht kompatibel" wäre sinnvoller: "Kurzschluss erkannt, verbundenes Gerät entfernen und auf Defekt untersuchen" oder: "Überlastung erkannt, bitte überprüfen, ob das verbundene Gerät die maximale Leistung überschreitet".

Robin Engelhardt, ADAC Technik Zentrum

Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar.

17.06.2026 • Lesezeit: 6 Min.

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