---
title: "Freie und Hansestadt Hamburg Wärmeplan Hamburg; 2040 Klimaneutralität vorgezogen"
sdDatePublished: "2026-06-17T04:49:00Z"
source: "https://www.hamburg.de/resource/blob/1177442/ab152a7d2cdaefc84d41abf2a8a8e6af/d-bericht-zum-waermeplan-final-data.pdf"
topics:
  - name: "energy industry"
    identifier: "medtop:20000261"
  - name: "environmental policy"
    identifier: "medtop:20000423"
  - name: "infrastructure policy"
    identifier: "medtop:20001264"
  - name: "climate change"
    identifier: "medtop:20000418"
  - name: "renewable energy"
    identifier: "medtop:20000257"
locations:
  - "Altona"
  - "Hamburg-Mitte"
  - "Hamburg-Nord"
  - "Eimsbüttel"
  - "Bergedorf"
  - "Wandsbek"
  - "Hamburg"
  - "Harburg"
---


Freie und Hansestadt Hamburg Wärmeplan Hamburg; 2040 Klimaneutralität vorgezogen

Bericht zum Wärmeplan für Hamburg

Karten "Entwurf Zielszenario", © BUKEA
BERICHT ZUM WÄRMEPLAN
FÜR HAMBURG
Kommunale Wärmeplanung der
Freien und Hansestadt Hamburg

2
BERICHT ZUM WÄRMEPLAN FÜR HAMBURG
Inhalt
Zusammenfassung
4
1. Wärmeplanung in Hamburg
6
1.1. Bundesrechtlicher Rahmen
6
1.2. Wärmeplanung im Klimaplan
7
1.3. Wärmeplanung im HmbKliSchG
8
1.4. Rekommunalisierung der Energieinfrastrukturen
8
1.5. Das Hamburger Wärmekataster
9
1.6. Energetische Quartierskonzepte
9
1.7. Förderung
10
1.8. Übergreifende Ziele der Hamburger Wärmeplanung
11
2. Beteiligung der Öffentlichkeit und relevanter Stakeholder
13
2.1. Öffentlichkeitsbeteiligung zu den Ergebnissen der Eignungsprüfung (§ 14 WPG)
13
2.2. Öffentlichkeitsbeteiligung zu den Ergebnissen der Bestands-
und Potenzialanalyse (§§ 15 bis 16 WPG)
14
3. Status quo der Wärmeversorgung in Hamburg
15
3.1. Datengrundlage
15
3.2. Analyse der Energie- und CO2-Bilanz (Top Down)
17
3.3. Analyse der Beheizungsstruktur und Gebäude (Bottom-Up)
20
3.4. Analyse der Prozesswärmebedarfe in industriellen Prozessen (Bottom-Up)
22
3.5. Analyse bestehender Wärmenetze
25
4. Potenziale für klimaneutrale Wärmeerzeugung und Energieeinsparung
27
4.1. Fachgutachten Erneuerbare Energien Wärmepotenziale
27
4.2. Potenziale unvermeidbarer Abwärme
28
4.3. Potenziale zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen
28
4.4. Potenziale zur Energieeinsparung im Gebäudebereich
29
4.5. Potenziale Prozesswärme
29
5. Ziel-Szenario-Analyse
32
5.1. Vergleich der Szenarien
35
5.2. Auswahl des Zielszenarios und Kartendarstellungen
39
5.3. Rückschlüsse zu den wesentlichen Wärmeversorgungslösungen für
Gebäudewärme im Zielszenario
44
5.4. Entwicklung des Prozesswärmebedarfs und der Wasserstoffnetzinfrastruktur
45

3
BERICHT ZUM WÄRMEPLAN FÜR HAMBURG
6. Umsetzungsstrategie und Maßnahmen
50
6.1. Handlungsfelder der Umsetzungsstrategie
50
6.2. Fortschreibung Wärmeplan
54
6.3. Initiale Umsetzungsbegleitung
54
Anlage 1: Relevante Maßnahmen aus dem Zwischenbericht
Hamburger Klimaplan für die kommunale Wärmeplanung
55
Anlage 2: Karten Zielszenario
60
Anlage 3: Übersicht der Maßnahmen
64
Abbildungsverzeichnis
70
Tabellenverzeichnis
72
Abkürzungsverzeichnis
73
Quellenverzeichnis
74
Anlage 4: LBD-Bericht zur Methodik der Szenario-Analyse
76

4
BERICHT ZUM WÄRMEPLAN FÜR HAMBURG
Zusammenfassung
Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) des Bundes wurde im Jahr 2024 ein einheitlicher rechtlicher Rah­
men geschaffen, der die Kommunen verpflichtet, ein Zielbild für eine klimaneutrale Wärmeversorgung1
bis spätestens 2045 zu entwickeln. In Folge des durch Volksentscheid geänderten Hamburgischen Klima­
schutzgesetz (HmbKliSchG), das am 08.11.2025 in Kraft getreten ist, ist das Ziel der Klimaneutralität für
Hamburg auf das Jahr 2040 vorgezogen worden. Dies impliziert auch die Wärmeversorgung.
Der Wärmeplan ist gemäß WPG ein zentrales strategisches Instrument zur Umsetzung der Energiewende
im Wärmesektor und zur Erreichung der Klimaneutralität. Er ist rechtlich unverbindlich, bildet als strategi­
sche Fachplanung jedoch eine wichtige Grundlage für die Energieinfrastrukturplanung der Netzbetreiber
sowie für die Entwicklung von Maßnahmen zur Erreichung und Umsetzung des entwickelten Zielszenarios.
Die Wärmeplanung ist eng mit dem Hamburger Klimaplan und dessen Maßnahmenprogramm verknüpft.
Rund 80 Maßnahmen des Klimaplans unterstützen bereits die Transformation hin zu einer klimaneutra­
len Wärmeversorgung in Hamburg, weitere sollen im Laufe der initialen Umsetzungsbegleitung entwickelt
werden.
Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung hat einen bedeutenden Einfluss auf die Erreichung der Kli­
maziele. Die Wärmeversorgung in Hamburg ist für rund 50% des Endenergieverbrauchs und rund 46% der
energiebedingten CO2-Emissionen der Stadt verantwortlich, darin inbegriffen ist der Wärmebedarf des
produzierenden Gewerbes (sog. „Prozesswärme“). Acht von zehn Heizungen in Hamburg werden derzeit
noch fossil betrieben. Zur Erreichung der Klimaneutralität müssen insgesamt rund 225.000 Bestandsge­
bäude eine zielkonforme Wärmeversorgung erhalten. Um das Ziel zu erreichen sind enorme Anstrengungen
erforderlich, für die Hamburg auf gesetzliche und weitere unterstützende Rahmenbedingungen auf Bun­
desebene angewiesen ist.
Hamburg hat bereits zahlreiche Maßnahmen im Bereich der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, im
Ausbau der erforderlichen Infrastrukturen und zur Förderung dezentraler Wärmeversorgungslösungen
umgesetzt. Zu nennen sind insbesondere der im Hamburgischen Klimaschutzgesetz (HmbKliSchG) gesetz­
lich verankerte Kohleausstieg bis zum 31.12.2030, die Investitionen in die Energieparks Dradenau und
Tiefstack, der Wärmenetzausbau sowohl durch das städtische Unternehmen Hamburger Energiewerke
(HEnW) als auch in Kooperation mit mehreren privaten Netzbetreibern sowie die vielfältigen Beratungs-
und Fördermöglichkeiten, u. a. durch die Hamburger Energielotsen und die Hamburger Heizungsförderung,
die als eine der attraktivsten Landesförderungen im Bereich erneuerbarer Wärme gilt.
Die Potenzialanalyse zeigt, dass Hamburg über weitere vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer
Energien und unvermeidbarer Abwärme zur Wärmeversorgung verfügt, ebenso wie über weitere Potenzia­
le zur Steigerung der Energieeffizienz. Insbesondere der Ausbau von Wärmepumpen und Wärmenetzen,
sowie die Dekarbonisierung der industriellen Prozesswärme durch Elektrifizierung und Wasserstoff sind
zentrale Hebel zur Erreichung der klimaneutralen Wärmeversorgung.
Das mit der Wärmeplanung entwickelte Zielszenario beschreibt vor dem Hintergrund der gesetzlichen
Vorgaben im WPG den Pfad zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung für das Hamburger Stadtgebiet
1
Der Begriff „Klimaneutral/Klimaneutralität“ wird in diesem Bericht aufgrund besserer Lesbarkeit und nicht im wörtlichen Sinne ver­
wendet. Er steht im Kontext dieses Textes für eine Wärmeerzeugung vollständig auf Basis erneuerbarer Energien und unvermeidbarer
Abwärme mit dem Ziel einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung.

5
BERICHT ZUM WÄRMEPLAN FÜR HAMBURG
auf Grundlage einer sowohl ökologischen als auch ökonomischen Analyse. Im Ergebnis dieses Pfades wür­
de im Jahr 2040 rund 56 % des Wärmebedarfs über Wärmenetze bedient und damit ein Anteil von rund
22 % aller Gebäude durch zentrale Wärmequellen versorgt. Weniger als die Hälfte des Wärmebedarfs, der
jedoch rund 78 % aller Gebäude betrifft, würde dezentral, allem voran durch Wärmepumpen, erzeugt.
Das Zielszenario sieht mithin für einen Großteil der Gebäude in der Stadt eine Versorgung durch Wär­
mepumpen vor. An den Orten, wo dieses technisch und wirtschaftlich nicht möglich ist, erfolgt ein er­
gänzender Ausbau von Wärmenetzen. Damit einher geht ein erheblicher Ausbaubedarf des Stromnet­
zes, während zugleich Anstrengungen zur Senkung des Energiebedarfs unternommen werden müssen.
Im Rahmen der Erarbeitung des Wärmeplans wurde neben dem Bereich der Gebäudewärme auch die
Entwicklung im Prozesswärmebereich sowie die Entwicklung der Wasserstoffnetzinfrastruktur unter­
sucht. Mit dem Wasserstoffhochlauf und dem Bau des Wasserstoff-Industrie-Netzes (HH-WIN) als Teil
des gesamtdeutschen Wasserstoffkernnetzes werden in Hamburg bereits wesentliche Grundsteine für
die Dekarbonisierung der Hamburger Industrie und Energiewirtschaft gelegt. Das Gelingen dieser und
weiterer geplanter Aktivitäten erfordert jedoch förderliche Rahmenbedingungen auf Bundesebene, die
die Industrie der Stadt auf dem Weg zur Dekarbonisierung unterstützen und stärken. Sondervorgaben
für die Industrie in Hamburg sind seitens des Senats nicht geplant und wird es auch aufgrund mangeln­
der Gesetzeskompetenz auf Landesebene nicht geben.
Die Wärmeplanung kann für sämtliche Gebiete eine Wärmeversorgungsoption, häufig sogar mehrere,
aufzeigen. Die in diesem Zusammenhang erstellen Karten und Informationen geben den Bürgerinnen
und Bürgern der Stadt, aber auch Wirtschaft und Gesellschaft Orientierung, um auf dieser Grundlage
eigene Investitionsentscheidungen treffen zu können. Die Stadt ihrerseits trifft erhebliche eigene In­
vestitionen für den erforderlichen weiteren Ausbau der Infrastruktur und unternimmt eine Vielzahl von
Aktivitäten im Rahmen der Umsetzung der Wärmeplanung, um Hemmnisse abzubauen und private In­
vestitionen anzureizen.
Die Beteiligung der Öffentlichkeit, der relevanten Stakeholder sowie der Energieversorgungsunterneh­
men ist ein zentrales Element der Wärmeplanung. Dabei ist das Wärmeportal Hamburg ein wesentliches
Instrument der Beteiligung und Information. In der Weiterentwicklung des bisherigen Wärmekatasters
sind dort alle relevanten Daten, Karten und Ergebnisse der Wärmeplanung öffentlich zugänglich. Das
Portal dient als zentrale Informationsplattform für Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer,
Unternehmen, Planende und die interessierte Öffentlichkeit. Es werden gezielt Anschlussanfragen an
Wärmenetzbetreiber ermöglicht, deren Ausbaupläne hinterlegt sind, sowie weiterführende Hinweise,
Tipps zu Beratung, Förderung sowie Technologieoptionen gegeben.
Die Umsetzungsstrategie des Wärmeplans umfasst sechs zentrale Handlungsfelder: Prozesssteuerung
durch die öffentliche Hand, Genehmigungsprozesse und Planung, Ausbau der Energieinfrastruktur,
Maßnahmen am und im Gebäude, Transformation des produzierenden Gewerbes sowie die Mitgestal­
tung bundespolitischer Rahmenbedingungen. Die Strategie legt den Fokus auf eine sozialverträgliche
und wirtschaftlich tragfähige Transformation, die durch gezielte Förderprogramme, Informationsan­
gebote und die Einbindung aller relevanten Akteure unterstützt wird.
Schließlich ist die Wärmeplanung ein fortlaufender Prozess, der gemäß WPG spätestens alle fünf Jahre
fortzuschreiben ist. Hamburg wird die für die Wärmeplanung maßgeblichen Rahmenbedingungen und
deren Entwicklungen eng monitoren sowie im Rahmen der Klimaplan-Berichterstattung und Klimaplan-
Fortschreibung fortlaufend und transparent darüber berichten.

6
BERICHT ZUM WÄRMEPLAN FÜR HAMBURG
1. Wärmeplanung in Hamburg
Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet Hamburg und alle anderen Kommunen im Bundesgebiet
zur Erstellung eines Wärmeplans. Ziel der Wärmeplanung ist es, auf lokaler Ebene realistische und
wirtschaftliche Transformationspfade zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung zu entwickeln und
anschließend mit den Akteuren vor Ort gemeinsam umzusetzen. Die Wärmeplanung soll die Frage be­
antworten, welche Wärmeversorgungsoption in einem bestimmten Gebiet oder Teilgebiet besonders
geeignet ist.
Mit dem am 01.01.2024 in Kraft getretenen Wärmeplanungsgesetz hat der Bundestag einen einheit­
lichen Rahmen für die strategische Befassung mit der Transformation der Wärmeversorgung auf kom­
munaler Ebene geschaffen. Das Gesetz fordert die Kommunen dazu auf, ein Zielbild für eine lokale
klimaneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045 zu entwickeln. Auf dieser Grundlage hat die Stadt
Hamburg die Wärmeplanung im Jahr 2024 initiiert und mit diesem Planwerk bereits erfolgte Analysen
zusammengeführt.
Die Wärmeplanung ist in Hamburg also kein neuer Ansatz: Wesentliche Aspekte der kommunalen Wär­
meplanung, sowohl hinsichtlich Wärmeplanerstellung als auch die Umsetzung, werden in Hamburg seit
vielen Jahren praktiziert. Die Stadt hat auch schon frühzeitig wesentliche Weichen für die Dekarbonisie­
rung der Wärmeversorgung gestellt. Bereits 2019 wurden mit der Novelle des Hamburger Klimaschutz­
gesetzes und im damaligen Klimaplan das Erfordernis einer zentralen, abgestimmten kommunalen Wär­
meplanung festgelegt2.
Im folgenden Kapitel wird der bundesrechtliche Rahmen für die Wärmeplanung dargelegt und dargestellt,
wie die Wärmeplanung sich in Hamburg entwickelt hat, sie bereits konkret umgesetzt wird und wie sich
die kommunale Wärmeplanung nach Wärmeplanungsgesetz (WPG) in diesen Prozess eingliedert.
1.1.	Bundesrechtlicher Rahm