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title: "Hans Maier gestorben in München; Wäre am 18. Juni 95 geworden"
sdDatePublished: "2026-06-17T12:10:00Z"
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Hans Maier gestorben in München; Wäre am 18. Juni 95 geworden

Requiem für Hans Maier – Kardinal Marx würdigt Lebenswerk - katholisch.de

Requiem für Hans Maier – Kardinal Marx würdigt Lebenswerk

München ‐ Am 8. Juni war der frühere ZdK-Präsident und bayerische Kultusminister Hans Maier im Alter von 94 Jahren gestorben. Beim Trauergottesdienst im Münchner Liebfrauendom wurde seines großen Lebenszeugnisses gedacht.

Vertreter aus Politik, Kirche und Wissenschaft haben am Mittwoch bei einem Requiem im Münchner Liebfrauendom Abschied von dem CSU-Politiker Hans Maier genommen. Der frühere bayerische Kultusminister (1970–1986) und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (1976–1988) war am 8. Juni in München gestorben . Maier, der als einer der führenden katholischen Intellektuellen Deutschlands galt, wäre am 18. Juni 95 Jahre alt geworden.

Kardinal Reinhard Marx sprach von einem großen Lebenszeugnis, das Maier den Menschen geschenkt habe. Dieser sei vielfältig tätig, universal neugierig und aktiv gewesen – stets mit der hellen Frische des Geistes. Viele merkten erst jetzt, was sie an Personen verlieren, die aus dem Geist des christlichen Glaubens die Welt gestalten wollten. Maier sei ein liberaler Katholik gewesen, im Sinne eines freien Menschen, aber nicht ungebunden, so Marx. Hineingestellt in den Weg der Kirche habe er auch immer wieder mit ihr gerungen. Christen seien nicht ängstlich oder kleinkariert, vor allem hätten sie etwas zu sagen. Der katholische Glaube brauche keinem Denken der Welt auszuweichen. Solch offene Katholiken, im Sinne einer wirklichen katholischen Aufklärung, seien heute nötiger denn je.

Es gehe darum, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, betonte der Kardinal. Der Mensch sollte nicht andere für sich denken lassen "wie die Künstliche Intelligenz und nicht politische Ideologien und nicht irgendwelche Schwätzer, die uns hereinlegen wollen". Um aber selber denken zu können, brauche es Kraft und Bildung. Deshalb sei die Bildungsfrage entscheidend für die Zukunft. Vor den Altarstufen stand Maiers mit einem Bukett von Sonnenblumen geschmückter Sarg. Ihn umgaben vier Kränzen, von der Familie, dem Bayerischen Landtag, dem Ministerpräsidenten und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Außerdem war ein Porträtbild von ihm aufgestellt worden.

Zu dem Trauergottesdienst waren unter anderen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner gekommen. Im Anschluss wollten ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp, der frühere Direktor der Akademie für Politische Bildung in Tutzing, Heinrich Oberreuter, sowie der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) Ansprachen halten.

Der gebürtige Freiburger Maier lehrte als Professor für Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, bevor er ins bayerische Kabinett wechselte. Von 1988 bis 1999 hatte er an der LMU den Guardini-Lehrstuhl für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie inne. Erst im März war Maiers Frau nach mehr als 60 Jahren Ehe gestorben. Aus ihrer Verbindung gingen sechs Töchter hervor. Auch im hohen Alter engagierte sich Maier noch lange als nebenamtlicher Organist, als Vortragsredner und Publizist. (KNA)

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