Verwaltung der Stadt Köln beauftragt Workshop-Angebot für Jungen 12–14 Jahre an weiterführenden Schulen; Budget 25.000 € vorhanden
Gem. Antrag/Anfrage Rat
Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Rat der Stadt Köln CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Volt-Fraktion im Rat der Stadt Köln
An den Vorsitzenden des Kölner Rates Herrn Oberbürgermeister Torsten Burmester
An die Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern Frau Jasna Ibric
Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters: 17.06.2026
AN/1064/2026
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 29.06.2026
Respekt. Verantwortung. Zusammenhalt. - Präventionsworkshops für Jungen im Alter von 12-14 Jahren Sehr geehrte Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Ibric,
wir bitten Sie, folgenden Antrag zur Beschlussfassung für die Sitzung des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern am 29.06.2026 auf die Tagesordnung zu setzen:
Beschluss:
Die Verwaltung wird beauftragt, ein Workshop-Angebot für Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren an weiterführenden Schulen zu entwickeln bzw. zu organisieren, das sozi- ale Verantwortung, respektvolles Verhalten, Konfliktfähigkeit sowie demokratische Grundhaltungen stärkt und diskriminierenden Rollenbildern mit antifeministischen Deutungsmuster sowie gewaltfördernden Verhaltensweisen präventiv entgegenwirkt.
Die Verwaltung prüft zunächst, welche bestehenden Konzepte und Präventionsange- bote für Jungen zu den Themen Gewaltprävention, Rollenbilder, respektvolle Kom- munikation sowie Demokratieförderung bereits innerhalb der Verwaltung, durch freie Träger oder externe Fachstellen angeboten werden.
Sofern geeignete bestehende Programme vorhanden sind, soll geprüft werden, ob diese zielgruppenspezifisch erweitert oder in bestehende schulische Präventions- strukturen integriert werden können.
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Falls keine geeigneten Konzepte vorliegen, soll die Entwicklung und Durchführung der Workshops durch einen externen Träger mit entsprechender Erfahrung oder ein fachlich qualifiziertes Unternehmen erfolgen.
Die Workshops sollen insbesondere folgende Inhalte behandeln:
Umgang mit Gruppendruck und sozialen Erwartungen, Reflexion von Rollenbildern, polarisierenden Deutungsmusternund Konfliktver- halten, Rollenbilder, antifeministische Deutungsmuster und Konfliktverhalten im digi- talen Raum (Social Media, Gaming, etc.) erkennen, Respektvolle Kommunikation und Grenzen, Sensibilisierung gegenüber diskriminierender oder gewaltverherrlichender Sprache, Förderung von Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Zivilcourage.
- Die zur Finanzierung der Maßnahme benötigten Mittel in Höhe von 25.000 € stehen im Teilergebnisplan des Amtes für Gleichstellung von Frauen und Männern in der Produktgruppe 0111 – Sonstige Innere Verwaltung – im Haushaltsplan 2025/2026 zur Verfügung.
Begründung: Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren befinden sich in einer prägenden Phase sozialer Ent- wicklung. In diesem Alter gewinnen Zugehörigkeit innerhalb von Peer-Gruppen, gesellschaft- liche Erwartungen an Männlichkeit sowie Einflüsse sozialer Medien zunehmend an Bedeu- tung. Gleichzeitig werden Einstellungen zu Konflikten, Sprache, Verantwortung und zwi- schenmenschlichem Verhalten nachhaltig geprägt.
Im schulischen Alltag, in sozialen Netzwerken sowie im öffentlichen Diskurs zeigen sich zu- nehmend Herausforderungen wie respektloses Verhalten, diskriminierende Sprache, grup- pendynamischer Druck, Gewaltverherrlichung oder Unsicherheiten im Umgang mit Grenzen und Verantwortung. Viele Jugendliche stehen unter hohem sozialen Erwartungsdruck und verfügen nur begrenzt über geschützte Räume zur Reflexion dieser Themen.
Ein präventives und dialogorientiertes Workshop-Angebot kann dazu beitragen, Jungen früh- zeitig in ihrer sozialen Verantwortung und Konfliktfähigkeit zu stärken. Ziel ist es nicht, Ju- gendliche zu problematisieren, sondern sie als aktive Mitgestalter eines respektvollen und demokratischen Zusammenlebens anzusprechen.
Die Workshops sollen jungen Menschen ermöglichen, gesellschaftliche Erwartungen und Konfliktsituationen kritisch zu reflektieren, Empathie zu entwickeln und Handlungssicherheit im Umgang mit diskriminierenden oder grenzüberschreitenden Verhaltensweisen zu gewin- nen. Dabei sollen insbesondere soziale Kompetenzen, Verantwortungsbewusstsein sowie respektvolle Kommunikation gefördert werden.
Darüber hinaus leisten präventive Bildungsangebote dieser Art einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention, zur Stärkung demokratischer Alltagskultur sowie zur Förderung sozialer Kohäsion. Frühzeitige Präventionsarbeit kann helfen, Ausgrenzung, Abwertung und eskalie- rende Konflikte zu reduzieren und ein respektvolles Miteinander nachhaltig zu stärken.
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Die Förderung demokratischer Werte, Respekt und sozialer Verantwortung im Jugendalter ist eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Chancengleich- heit.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Lino Hammer
gez. Niklas Kienitz Grüne-Fraktionsgeschäftsführer
CDU-Fraktionsgeschäftsführer
gez. Pascal Pütz
gez. Lucas Sickmöller SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Volt-Fraktionsgeschäftsführer