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title: "Aldin Vojvoda, FIFA Foundation Volunteer, Mexico City; einer von vier FIFA Foundation-Freiwilligen"
sdDatePublished: "2026-06-17T11:45:00Z"
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Aldin Vojvoda, FIFA Foundation Volunteer, Mexico City; einer von vier FIFA Foundation-Freiwilligen

„Ich hoffe einfach auf ein großartiges Fußballfest für die ganze Welt!“

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„Ich hoffe einfach auf ein großartiges Fußballfest für die ganze Welt!“

Als am 11. Juni 2026 im Aztekenstadion in Mexico City das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft – Mexico gegen Südafrika – angepfiffen wurde, war Aldin Vojvoda ganz dicht dran. Der Student der Sportpädagogik und Wirtschaftswissenschaft an der Universität Erfurt ist einer der sogenannten „Volunteers”, die die FIFA Foundation ausgewählt hat, um Fans und Workshops bei diesem globalen Fußball-Fest zu begleiten. Aber Aldin ist nicht nur deswegen in Mexico, er hat auch noch eine zweite Mission: Als Fußballtrainer beim Verein „Spirit of Football“ möchte er auf seiner Reise Menschen aus aller Welt mittels eines Fußballs – „The Ball” – zusammenbringen, und zwar ganz im Sinne von Völkerverständigung und Fairplay. Wie das alles läuft, erzählt er in unserem Interview…

Der Erfurter Verein „Spirit of Football“, bei dem Sie sich engagieren, unternimmt seit vielen Jahren Reisen zu Fußballweltmeisterschaften… Ja, das Projekt „The Ball“ symbolisiert seit 2002 die Idee von „Spirit of Football”, mit der Kraft des Fußballs Menschen – unabhängig von Herkunft, Sprache oder sozialem Hintergrund – zusammenzubringen. Seit der WM 2002 in Japan und Südkorea rollt der Ball als eine Art Botschafter um die Welt und begleitet die Reisen zu den Austragungsorten der Weltmeisterschaften. Unter dem Motto „One Ball – One World“ steht er für Begegnung, Dialog, Fairplay und gesellschaftlichen Austausch. Auf seinem Weg wird mit Menschen gekickt, gesprochen und gefeiert – und unzählige Menschen haben sich anschließend mit ihrer Unterschrift auf dem Ball verewigt.

Und wie kam es nun, dass Sie für „Spirit of Football“ zur WM reisen konnten? Ich hatte mich Anfang April für das Community Heroes Volunteer Programm der FIFA Foundation beworben und erhielt kurze Zeit später tatsächlich eine Zusage. Für mich verbindet sich damit gleich mehrere Dinge: Zum einen die Möglichkeit, Teil eines internationalen Freiwilligenprogramms bei einer Weltmeisterschaft zu sein, zum anderen die langjährige Arbeit von „Spirit of Football” mit unserer aktuellen Ballreise. Es war ohnehin geplant, „The Ball” bis in die USA zu der FIFA-Weltmeisterschaft zu begleiten, und so bot sich die einmalige Gelegenheit, dies auch mit Mexiko zu verbinden. Für mich ist das eine besondere Möglichkeit, meine berufliche Arbeit und meine Leidenschaft für den Fußball miteinander zu verbinden.

Auch die Thüringer Allgemeine hat schon über Ihre Reise berichtet. In dem Artikel heißt es, Sie seien einer von insgesamt nur vier Freiwilligen, die die FIFA Foundation ausgewählt hat. Es gab doch bestimmt unzählige Bewerbungen. War es einfach Glück, dass Sie dabei sind? Ein Stück weit gehört bei solchen Bewerbungsverfahren sicherlich immer auch das nötige Quäntchen Glück dazu. Laut FIFA Foundation gab es weltweit 200 bis 300 Bewerberinnen und Bewerber. Voraussetzung war jedoch nicht nur die Mitarbeit in einer Partnerorganisation der FIFA Foundation, sondern auch der Nachweis von sozialem Engagement, Führungsverantwortung und aktiver Projektarbeit. Ich glaube, dass dabei mehrere Faktoren zusammengekommen sind. Unser Verein „Spirit of Football” genießt als langjähriger Partner der FIFA Foundation international eine hohe Anerkennung, und einige unserer Projekte werden bereits seit Jahren unterstützt. Zugleich konnte ich durch meine Arbeit in den Bereichen Inklusion, Bildungsarbeit und gesellschaftliches Engagement zeigen, wie Fußball als Werkzeug für positive Veränderungen genutzt werden kann. Aber vielleicht spielte auch meine persönliche Geschichte eine Rolle: Als Kind einer Familie, die aufgrund des Krieges auf dem Balkan nach Deutschland kam, habe ich selbst erlebt, wie Sport Menschen verbinden und neue Perspektiven eröffnen kann. Diese Erfahrungen prägen meine Arbeit bis heute.

Sind Sie allein unterwegs? Für die ersten beiden Wochen begleitet mich meine Freundin Meret, die ebenfalls bei Spirit of Football aktiv ist und verschiedene Projekte des Vereins unterstützt. Aber auch danach bin ich nicht allein. Mit „The Ball” reist man nie wirklich allein. Hinter dem Projekt stehen Menschen aus vielen Ländern, die die Ballreise seit Jahren begleiten und unterstützen. Dadurch entstehen unterwegs immer wieder Begegnungen mit Partnerorganisationen und Fußballbegeisterten, die Teil dieser besonderen Reise werden.

Was genau ist Ihre Aufgabe als Volunteer? Ich bin als Fan Operations Volunteer im Rahmen des FIFA Foundation Community Heroes Programms im Einsatz. Ich kümmere mich darum, dass Fans, Partnerorganisationen wie „Girls United Mexiko” und verschiedene andere Beteiligte rund um die Veranstaltungen bestmöglich betreut werden. Gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit, um die Arbeit von „Spirit of Football” und die Botschaft von „The Ball” sichtbar zu machen. Für mich geht es dabei nicht nur um Fußball, sondern vor allem um Begegnungen, Austausch und die verbindende Kraft des Sports.

Und wie wird die Reise finanziert. Sie sind ja eine ganze Weile unterwegs… Ein Teil der Kosten wird über das Volunteer-Programm finanziert, ein anderer wird durch die Projektarbeit von „Spirit of Football” ermöglicht und den Rest tragen wir selbst. Für uns steht dabei auch weniger der touristische Aspekt im Vordergrund, sondern vielmehr die Chance, Menschen und Projekte miteinander zu verbinden.

Wo wohnen Sie während der WM? Während meines Aufenthalts bin ich in Mexiko-Stadt untergebracht, also direkt im Herzen einer der WM-Gastgeberstädte. Dadurch bin ich nah an den Einsatzorten und gleichzeitig mitten im Alltag der Menschen vor Ort.

Wann genau sind Sie gestartet und wann werden Sie zurück nach Erfurt kommen? Gestartet bin ich Anfang Juni. Meine Rückkehr nach Erfurt ist für Anfang Juli geplant. Dadurch habe ich die Möglichkeit, nicht nur die Weltmeisterschaft selbst zu erleben, sondern auch verschiedene soziale Projekte und Initiativen vor Ort kennenzulernen. ich besuche auch Partnerorganisationen von „Spirit of Football”, wie „Special Olympics Mexiko”, „Mas Suenos” und „Love Futbol” und begleite dabei Turniere und Trainingseinheiten.

Konnten Sie eigentlich wählen, ob Sie nach Mexiko, Kanada oder die USA reisen? Im Bewerbungsprozess konnte ich Präferenzen angeben. Letztlich entscheidet aber die FIFA Foundation anhand der Einsatzbereiche und Bedarfe vor Ort. Ich freue mich sehr, dass es Mexiko geworden ist. Das Land hat eine unglaubliche Fußballkultur und die Menschen haben eine enorme Begeisterung für den Sport.

Es gibt ja im Vorfeld der WM auch viel Kritik an den USA bzw. an einer politischen Vereinnahmung der WM durch den US-Präsidenten. Spüren Sie davon vor Ort in Mexiko etwas? Ich glaube, Großveranstaltungen wie eine Weltmeisterschaft stehen immer im Spannungsfeld zwischen Sport, Politik und gesellschaftlichen Debatten. Vor Ort nehme ich aber vor allem die Freude der Menschen wahr. Für mich persönlich steht der Fußball als Begegnungsraum im Mittelpunkt. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen kann Sport Menschen zusammenbringen, die sonst vielleicht nie miteinander ins Gespräch gekommen wären. Aber die Proteste, auch in Mexiko, sehe ich natürlich auch.

Wie waren die ersten Tage nach Ihrer Ankunft? Wie ist die Stimmung und wie kommt "The Ball" bei den Leuten auf der Straße an? Die ersten Tage waren beeindruckend. Mexiko-Stadt ist riesig, lebendig und unglaublich fußballbegeistert. Ich habe gleich gemerkt, dass die WM unmittelbar bevorsteht. „The Ball” ist dabei ein echter Türöffner. Menschen bleiben stehen, fragen nach der Geschichte dahinter und erzählen ihre eigenen Fußballgeschichten. Oft entstehen Gespräche mit Menschen, die man sonst niemals kennengelernt hätte. Genau dafür wurde „The Ball” ja auch ursprünglich geschaffen…

Werden Sie selbst auch Spiele im Stadion sehen können? Mein Schwerpunkt liegt auf dem Volunteer-Einsatz und den Projekten rund um die WM. Natürlich ist es etwas Besonderes, auch Spiele im Stadion zu erleben. Und ich werde tatsächlich die Möglichkeit bekommen, bei allen fünf Spielen in Mexiko City im Aztekenstadion zu sein. „The Ball” wird dabei natürlich eng an meiner Seite sein. Aber, wie schon gesagt, für mich stehen die Begegnungen mit Menschen und die Erfahrungen abseits des Spielfelds im Vordergrund.

Noch sind wir ja mitten im Sommersemester – wie vereinbaren Sie die Reise eigentlich mit Ihrem Studium? Das erfordert tatsächlich einiges an Organisation. Ich studiere ja berufsbegleitend an der Universität Erfurt und habe die Reise frühzeitig mit meinen Dozenten abgestimmt. Dank digitaler Möglichkeiten kann ich viele Lerninhalte auch aus der Ferne verfolgen. Natürlich ist das eine zusätzliche Herausforderung, aber eine Chance wie diese bekommt man wahrscheinlich nur einmal im Leben…

Und zum Schluss noch Ihr Tipp: Wer wird im Finale der diesjährigen WM stehen? Mein Herz schlägt für Deutschland und Bosnien, ich hoffe aber auch auf Portugal. Deshalb tippe ich auf ein Finale Deutschland gegen Portugal – und hoffe einfach auf ein großartiges Fußballfest für die ganze Welt.

„Spirit of Football” begleitet die Reise von Aldin Vojvoda auf Instagram und gibt regelmäßig Einblicke. Aber auch Aldin selbst dokumentiert sein Fußballabenteuer auf Instagram und teilt dort Eindrücke und Geschichten.

Instagram-Kanal von Sprit of Football

Artikel über Aldin Vojvoda in der Thüringer Allgemeinen vom 9. Juni 2026

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