Fed New York deutet höhere Zinsen an; Zinserhöhung im Oktober realistisch

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Marktkommentar 18. Juni 2026

Aktien International

Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum

Übersicht Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 51'493

  • 1.0 S&P 500 7'420
  • 1.2 NYSE: 1.58 Nasdaq Composite 26'022
  • 1.3 Nasdaq: 11.76 Nikkei 225 71'207
  • 1.9 Hang Seng 23'875
  • 1.8 Shanghai Composite 4'098
  • 0.2

Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 24'935 24'780 – 25'050 USD/CHF 0.7990 EUR/CHF 0.9205 EuroStoxx 50 6'300 6'190 – 6'400 Gold 4'323 USD/Unze Stoxx 50 5'357 5'280 – 5'400 NY WTI-Rohöl-Future 74.65 USD

New York Die US-Notenbank Fed hat gestern Mittwoch die Mög- lichkeit höherer Zinsen angedeutet und so die US- Börsen belastet. Unter dem neuen Chef Kevin Warsh rechnet die Fed für das laufende Jahr mit einer deutlich höheren Inflation als bislang. Und die Notenbank hat die Preisstabilität in ihrem Statement anlässlich des Zinsentscheids ganz klar an die erste Stelle gestellt. Auf sinkende Zinsen, die Aktien gegenüber Anleihen stützen würden, müssten Anleger wohl bis zum Jahr 2028 warten. Wegen der Energiekrise und Inflations- sorgen infolge des Iran-Kriegs hatte die Fed ein weite-

www.bekb.ch | Marktkommentar | 18. Juni 2026 2 res Mal den Leitzins nicht angerührt. Unter Warsh gab es damit nicht die von US-Präsident Donald Trump geforderte Zinssenkung. Im Gegenteil wird nun am Markt eine Zinserhöhung im Oktober als realistisch er- achtet (siehe Marktnachrichten). Die am Vortag besonders schwachen Halbleitertitel erholten sich trotz der Aussicht auf höhere Leitzinsen. So legten AMD, Micron, Intel und Marvell Technology um bis zu knapp vier Prozent zu. Unter den besten Werten im Nasdaq 100 zogen die Anteilsscheine von Applied Materials um 4,4 % auf fast 593 US-Dollar an. Die Bank Citigroup hatte das Kursziel für die Papiere des Anla- genherstellers für die Halbleiterbranche von 550 auf 710 Dollar angehoben. Bei den Aktien von SpaceX standen erstmals seit dem Rekord-Börsengang am ver- gangenen Freitag Verluste auf dem Kurszettel. Am Ende sanken die Titel um 5 %, nachdem sie zum Wochen- schluss ein starkes Debüt hingelegt und am letzten Mon- tag nochmal um 19,5 % nach oben geschnellt waren. Mit einer Marktkapitalisierung von 2,5 Billionen Dollar ist das Weltraum- und KI-Unternehmen nun zwar nicht mehr so viel wert wie der Handels- und Technologieriese Amazon, aber immerhin das sechstteuerste Unterneh- men der Welt. Ein Teil der starken Kursschwankungen bei den SpaceX-Aktien lässt sich auf den geringen Streubesitz zurückführen. Denn nur ein relativ kleiner Teil der Papiere steht für den Handel zur Verfügung. Da die Sperrfristen, die Insider am Verkauf hindern, in den kommenden Monaten auslaufen, könnte dies zusätzli- chen Abwärtsdruck auf die Anteilsscheine ausüben.

Asien Gestern Donnerstag ist an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz auszumachen. Während das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran die Börsen in Tokio und Seoul auf Re- kordhochs treibt, hinken die chinesischen Börsen und der australische Aktienmarkt hinterher. Die USA und der Iran haben am gestrigen späten Mitt- woch eine Absichtserklärung zur Beendigung des Krie- ges und zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus unterzeichnet. Die US-Futures drehten daraufhin ins Plus, die Ölpreise gerieten unter Druck. An der Wall Street hatten die Kurse gestern Mittwoch deutlich nachgegeben, nachdem die US-Notenbank den Leitzins wie weithin erwartet auf dem aktuellen Niveau belassen hatte. Allerdings signalisierte die Federal Re- serve unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh Zinserhö- hungen im weiteren Jahresverlauf. Warsh zeigte sich während der anschliessenden Pressekonferenz zum Zinsentscheid entschlossen, die Inflation zu bekämpfen. In Tokio steigt der Nikkei-225-Index um 1,9 %. Der brei- ter gefasste Topix gewinnt 1,4 %. An der Börse in Seoul rückt der Kospi um 1,7 % vor. Dagegen fällt der Compo- site-Index in Shanghai um 0,2 %. In Hongkong liegt der Hang-Seng-Index 1,8 % im Minus.

Europa Die europäischen Aktienmärkte sind gestern Mittwoch kaum von der Stelle gekommen. In den Donnerstag dürften die hiesigen Leitindizes ein paar Punkte tiefer starten. Hier drücken Aussagen der Fed vom Vorabend etwas auf die Stimmung. Im Blickfeld bleibt weiterhin die Entwicklung im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Masoud Peseschkian haben eine Vereinbarung zur Beendigung des Kriegs im Nahen Osten unterzeichnet. Zuletzt wurden weitere Details bekannt. Nach der Unter- zeichnung des Abkommens soll es keine weiteren militä- rischen Einsätze mehr gegeneinander geben (siehe Marktnachrichten). Am Ölmarkt zeigen sich nach wie vor Entspannungstendenzen – die Ölpreise sind zu- letzt erneut gesunken.

Marktnachrichten

US-Konjunktur: Fed lässt auch unter Warsh Leitzins unverändert Auch unter ihrem neuen Vorsitzenden, Kevin Warsh, lässt die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins zunächst unverändert. Dieser werde sich weiterhin in einer Spanne zwischen 3,5 und 3,75 % bewegen, teilte die Notenbank gestern Mittwoch mit. Nach mehreren Abstimmungen, die von Uneinigkeit geprägt waren, wurde die ungewöhnlich kurze öffentliche Erklärung zur Entscheidung vom Of- fenmarktausschuss einstimmig genehmigt. Darin heisst es, die Wirtschaftstätigkeit wachse trotz erhöhter Unsicherheit, die zum Teil auf den Konflikt im Nahen Osten zurückzuführen sei, in soliden Schritten. Das Pro- duktivitätswachstum und die Kapitalinvestitionen seien stark. Der Beschäftigungszuwachs halte mit dem Wachstum der Erwerbsbevölkerung Schritt, und die Arbeitslosenquote habe sich kaum verändert. Die Inflation bleibe im Vergleich zum Zwei-Prozent-Ziel des Offenmarktausschusses weiterhin erhöht, was zum Teil auf Angebotsschocks zurückzuführen sei, die in be- stimmten Sektoren, darunter im Energiesektor, zu Preisanstiegen geführt hätten, schreibt die Zentralbank.

www.bekb.ch | Marktkommentar | 18. Juni 2026 3 Der Offenmarktausschuss werde für Preisstabilität sorgen.

Iran-Konflikt: USA und Iran unterzeichnen Absichts- erklärung, um Krieg zu beenden US-Präsident Donald Trump setzte seine Unterschrift im Schloss Versailles nach Ende des G7-Gipfels, wäh- rend der iranische Präsident Massud Peseschkian das Dokument digital signierte. Pakistan teilte mit, dass das Abkommen nun mit sofortiger Wirkung in Kraft trete und die Strasse von Hormus wieder geöffnet werde. Die Unterzeichnung erfolgte früher als geplant, da ur- sprünglich eine Zeremonie in der Schweiz vorgesehen war. Trump bestätigte die Unterzeichnung nach einem Abendessen im Schloss Versailles, zu dem ihn Frank- reichs Präsident Emmanuel Macron eingeladen hatte. Jedoch bleiben viele Fragen offen, insbesondere bezüg- lich des iranischen Atomprogramms. Das Abkommen sieht Berichten zufolge ein sofortiges Ende der Feindse- ligkeiten vor und legt eine 60-tägige Verhandlungspe- riode für eine endgültige Vereinbarung fest. Die USA verpflichten sich, Sanktionen gegen den Iran aufzuhe- ben und eingefrorene Vermögenswerte freizugeben. Zudem sollen 300 Milliarden Dollar Aufbauhilfe von den USA fliessen. Iran soll im Gegenzug den Schiffsver- kehr durch die Strasse von Hormus normalisieren. Die endgültige Regelung des iranischen Atomprogramms bleibt jedoch noch offen.

Futures S&P 500 7'544

  • 0.7 % FTSE 100 10'442
  • 0.6 % DAX 24'880
  • 0.2 %

Wichtiste US-Unternehmenszahlen (Erwarteter Gewinn pro Aktie) Vor Börsenöffnung Kroger 1.59$ Nach Börsenschluss -

Wirtschaftsdaten (Erwartungen*) China

Japan

Deutschland

GB Arbeitslosenquote April 4.9 % (5.0 %), Leistungsbezieherquote Mai 4.5 % (vor- heriger Wert: 4.4 %), Änderung Ar- beitslosenansprüche Mai + 31'200 (vor- heriger Wert: + 26'500), Diskontsatz der Bank of England per 18. Juni (3.75 %, vorheriger Wert: 3.75 %). Frankreich

Europa EZB Leistungsbilanz April (vorheriger Wert: + 14,9 Milliarden EUR). USA 14:30 Uhr: Erstanträge Arbeitslosenhilfe zum 13. Juni (225'000), Registrierte Arbeitslose per 6. Juni (1,79 Millionen). 16:00 Uhr: Frühindikator Mai (+ 0,1 %). 22:00 Uhr: Netto-TIC-Flows langfristig April (vorheriger Wert: 81,3 Milliarden USD), Netto-TIC-Flows gesamt April (vorheriger Wert: 150,7 Milliarden USD).

*Wenn nichts Anderes vermerkt, bezieht sich die Veränderung gegenüber dem Vormonat q/q = Veränderung gegenüber Vorquartal, y/y = Veränderung gegenüber Vorjahr, ytd = Veränderung seit Jahresbeginn, sb = Saisonberei- nigt, ( ) = Erwartungen, wenn nicht anders erwähnt.

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