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title: "TCS Ambulance Schweiz betreibt privaten Rettungs- und Patiententransport in der Schweiz; Wachstum durch sechs Übernahmen, Deutschschweiz-Ausbau"
sdDatePublished: "2026-06-18T12:08:00Z"
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  - "Fukuoka"
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TCS Ambulance Schweiz betreibt privaten Rettungs- und Patiententransport in der Schweiz; Wachstum durch sechs Übernahmen, Deutschschweiz-Ausbau

«Wir sind für jeden Notfall bereit»

Pannenhilfe für Velo und E-Bike

«Wir sind für jeden Notfall bereit»

Interview Dominic Graf Fotos Emanuel Freudiger

Viele verbinden den Touring Club Schweiz vor allem mit der Pannenhilfe. Warum engagiert sich der TCS heute auch im Rettungswesen? Philippe Klaus: Seit 1958 hilft der TCS seinen Mitgliedern mit einem ETI-Schutzbrief im Ausland und betreut sie bei Krankheit oder Unfall. Mit seinem Ärzteteam klärt er medizinische Sachverhalte, organisiert medizinische Transporte und betreut die Mitglieder über den ganzen Rückführungsprozess. Dass sich der TCS im Bereich der Ge­sundheit engagiert, ist also nicht neu. Um unseren Kernwert Hilfe auch in der Schweiz noch stärker zum Ausdruck zu bringen, war der Einstieg in das Rettungswesen und den Patiententransport ein logischer Schritt. Übrigens war der TCS bereits in der Nachkriegszeit bis in die 1960er-Jahre im Transport verletzter Personen tätig.

Was ist die zentrale Mission von TCS Ambulance? Im Zentrum steht der Patient, der mit einem medizinischen Notfall konfrontiert ist und schnellstmöglich Hilfe benötigt. Für jeden Notfall – sei es bei ­einer einzelnen Person oder bei einem Gross­ereignis – wollen wir mit unseren Diensten bereit sein. Hierfür schaffen wir die bestmöglichen Voraussetzungen, indem wir in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeitenden investieren, moderne Einsatzmittel nutzen, die Digitalisierung vorantreiben und letztlich mit hohen Qualitätsstandards allen Patientinnen und Patienten den Zugang zu einer zeitgemässen und ganzheitlichen präklinischen Versorgung ermöglichen.

Was unterscheidet die Ambulanzen des TCS von den kantonalen ­Rettungsdiensten, und wie fügen sie sich ins öffentliche System ein? Bei TCS Ambulance haben wir zwei Betriebsarten: die Rettung und den Patiententransport. Die Rettungsdienste unterscheiden sich in ihrer Tätigkeit nicht von den öffentlichen. Sie unterstehen den kantonalen Anforderungen und durchlaufen die Qualitätsaudits des ­Interverbands für Rettungswesen IVR. Wie die öffentlichen Ambulanzen sind auch unsere Dienste an die jeweiligen Sanitätsnotrufzentralen 144 angebunden. Beim Patiententransport arbeiten wir mehrheitlich in einem direkten Auftragsverhältnis für diverse Institutionen des Gesundheitswesens. Hier verfolgen wir einen regionalen Ansatz und arbeiten mit unseren Gesellschaften kantonsübergreifend. Mit diesem Angebot können wir die Rettungsdienste entlasten, sodass sich diese auf ihren Kernauftrag, die Rettung, fokussieren können. Wichtig zu betonen ist, dass die TCS-Ambulanzen die öffentlichen nicht konkurrieren, sondern ergänzen und entlasten.

Wie funktioniert die Rettung über die Kantonsgrenzen hinaus? Die Rettung liegt wie die Gesundheit auch in der Kompetenz der Kantone. ­Damit können die Kantone auf ihre ­spezifischen Bedürfnisse eingehen und die Rettung entsprechend organisieren. Es liegt auf der Hand, dass ein Stadt­kanton wie Genf andere Herausforderungen hat als ein Bergkanton wie Graubünden. Die Sanitätsnotrufzentralen ­arbeiten mehr und mehr nach dem Next-Best-Prinzip. Dabei wird immer das nächste geeignete verfügbare Rettungsmittel aufgeboten und somit die Wartezeit des Patienten minimiert. Die Zu­sam­menarbeit im Grenzgebiet zwischen zwei Kantonen erfolgt auch zunehmend nach diesem Prinzip.

Der TCS Notfall-Schutzbrief schützt Sie vor hohen Kosten nach einem Notfalltransport und hilft Ihnen dabei, während der Genesungsphase mobil zu bleiben.

Sie sind seit der Gründung 2021 stark gewachsen und haben zahlreiche regionale Ambulanzen übernommen. Was ist Ihre langfristige Vision? Das schnelle Wachstum war möglich dank der schrittweisen Übernahme von sechs bestehenden Gesellschaften. Zudem haben wir im Kanton Bern einen eigenen Patiententransportdienst zusammen mit dem Spitalzentrum Biel ­gegründet. Nach dieser Phase der Zukäufe steht nun das Wachstum aus eigener Kraft im Vordergrund. Gerade in der Deutsch­schweiz wollen wir unsere Präsenz weiter ausbauen und unsere ­Position als führende private Rettungs- und Patiententransportorganisation auf der Strasse festigen. Weiter vorantreiben werden wir auch unsere Bestrebungen der engeren Zusammenarbeit der Betrie­be in Beschaffungsfragen, in der Ausbildung sowie in der Entwicklung neuer Dienstleistungen. Natürlich wollen wir auch einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Rettungswesens in der Schweiz leisten. Hierzu bringen wir ­unsere nationale Sicht bei Behörden, anderen Ambulanzgesellschaften oder bei unserer Partnerin, der Rega, ein.

Inwiefern ist TCS Ambulance auch mit dem TCS ETI Schutzbrief verbunden? Einerseits unterstützt uns die Einsatzzentrale des ETI bei der Annahme und Disposition geplanter Patiententransporte. Andererseits stellen wir den ­terrestrischen Transport von TCS-Mitgliedern mit einem ETI-Schutzbrief ­sicher, die aus medizinischen Gründen in die Schweiz zurückkommen müssen. Sprich, wir übernehmen die Rückführungen aus dem Ausland, die auf der Strasse möglich sind, oder transportieren Patienten vom Flughafen ins Spital. Diesen Dienst führen wir auch für an­dere Organisatio­nen durch, vor allem für die Rega. Im Gegenzug übernimmt die Rega, mit der der TCS eng zusammenarbeitet, einen Grossteil der Luft­repatriierungen von TCS-Mitgliedern.

Der Notfall-Schutzbrief des TCS deckt unter anderem Ambulanz­kosten, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Welche Rolle spielte TCS Ambulance bei der Entwicklung dieses neuen Produkts? Bei der Gründung von TCS Ambulance haben wir festgestellt, dass die obligatorische Krankenpflegeversicherung oft nur einen Anteil eines Rettungs- oder Transporteinsatzes übernimmt. Dies ist in der Bevölkerung aber nicht durchgängig bekannt und kann zu hohen, unerwarteten Kosten führen. Für diesen Fall haben wir zusammen mit dem TCS den Notfall-Schutzbrief mitentwickelt.

«In zehn Jahren hat TCS Ambu­lance denselben Bekanntheitsgrad wie die TCS Patrouille.» Philippe Klaus, CEO von TCS Ambulance

Was ist «gute» Rettungsmedizin? Als Betriebswirtschafter wäre eine Aussage hierzu vermessen. Klar ist jedoch, dass die Rettungskette stärker wird, wenn über alle Stufen hinweg optimal zusammengearbeitet wird. Gerade der Ausbau des First-Responder-Netzes trägt dazu bei, dass in den ersten Minuten ­eines Notfalls bis zum Eintreffen der Rettungskräfte wichtige Hilfe geleistet wird. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass die Digitalisierung in der Rettung deutlich an Einfluss gewinnen wird. Dies eröffnet neue Möglichkeiten der Versorgung und hilft Ärzten, Notrufzen­tralen und Rettungskräften, während eines Einsatzes besser zu kommunizieren und noch schneller überlebenswichtige Massnahmen zu treffen. Ein weiterer Vorteil der Digitalisierung wird sich bei der Entwicklung der Qualität und der Optimierung von Betriebsabläufen zeigen. Aus diesem Grund unterstützt der TCS übrigens auch die Professur für Telenotfallmedizin in Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät der Uni­versität Bern und dem Inselspital.

Wo sehen Sie die grössten Heraus­forderungen im Rettungswesen? Im Hinblick auf die demografische Ent­wicklung und die damit steigenden Einsatzvolumen dürfte die Verfügbarkeit von genügend Fachpersonal eine He­rausforderung sein. Weitere Fragen stellen sich bei der Gestaltung von Tarifen und den kantonal sehr unterschiedlichen Tarifmodellen. Es gibt aber schon heute konkrete Herausforderungen im Be­reich der Mobilität: Zu Stosszeiten ist es auch für die Rettungskräfte nicht immer einfach, sich im Strassenverkehr zu bewegen. Hier sind die Einsatzkräfte stark auf das Mitwirken aller Verkehrsteilnehmer angewiesen, beispielsweise beim Bilden der Rettungsgasse.

Wie sieht TCS Ambulance in zehn Jahren aus? In zehn Jahren hat TCS Ambulance denselben Bekanntheitsgrad wie die TCS Patrouille. Mit innovativen Lösungen wird sie einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Rettungswesens in der Schweiz leisten. Im Bereich des Patiententransports werden wir unsere Prozesse über digitale Plattformen sehr effizient gestalten. Und am wichtigsten: Auch dann werden noch Menschen anderen Menschen helfen.

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