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title: "Prof. Dr. med. Maria M. Karsten PRO B-Studie metastasierter Brustkrebs Deutschland; 12-Monats-OS verbessert deutlich"
sdDatePublished: "2026-06-19T15:44:00Z"
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  - name: "healthcare policy"
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locations:
  - "Germany"
  - "Berlin"
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Prof. Dr. med. Maria M. Karsten PRO B-Studie metastasierter Brustkrebs Deutschland; 12-Monats-OS verbessert deutlich

Evaluationsbericht gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF

Evaluationsbericht
1
Evaluationsbericht (gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF)
Konsortialführung:
Prof. Dr. med. Maria M. Karsten
Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Förderkennzeichen:
01NVF19013
Akronym:
PRO B
Projekttitel:
Patient-Reported Outcomes bei Brusterkrankungen – Neue
Wege in der Versorgung bei metastasiertem Brustkrebs
Autorinnen und Autoren:
PD Dr. phil. Ulrike Grittner, Dr. rer. med. Pimrapat Gebert
Förderzeitraum:
01.10.2020 - 30.09.2024
Ansprechpartner:
Maria Margarete Karsten
maria-margarete.karsten@charite.de
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Klinik für Gynäkologie mit Brustzentrum der Charité CCM
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Das dieser Veröffentlichung zugrundliegende Projekt PRO B wurde mit Mitteln des
Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen
01NVF19013 gefördert. Die Darstellungen im Evaluationsbericht sind das Ergebnis der
unabhängigen Evaluation zur neuen Versorgungsform.

PRO B (01NVF19013)

Evaluationsbericht

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Zusammenfassung
Hintergrund: Metastasierter Brustkrebs ist trotz therapeutischer Fortschritte weiterhin mit
hoher Mortalität verbunden. In der metastasierten Situation stehen die Verlängerung des
Überlebens und der Erhalt einer bestmöglichen Lebensqualität im Vordergrund, wobei
Prognose und Therapieentscheidungen maßgeblich von der Tumorbiologie abhängen. Da
Patientinnen häufig langfristig und individuell angepasst systemisch behandelt werden, sind
zusätzliche patientenberichtete Informationen zur Symptomlast und gesundheitsbezogenen
Lebensqualität essenziell. Patient-Reported Outcomes (PROs) ermöglichen die direkte
Erfassung dieser Aspekte aus Patientinnensicht und erlauben eine frühzeitige Erkennung von
Krankheitsprogress,
therapieassoziierter
Toxizität
und
Verschlechterungen
der
Lebensqualität, insbesondere bei klinisch oft unterschätzten Symptomen wie Fatigue.
Ziel der neuen Versorgungsform war die frühzeitige Erkennung krankheits- oder
therapieassoziierter
Symptome
mittels
sequentieller
PRO-Erhebungen,
um
eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands zu verhindern oder zu verzögern. Die primäre
Fragestellung war, ob diese Versorgungsform die Fatigue-Belastung nach sechs Monaten im
Vergleich zur Regelversorgung reduziert.
Methodik: PRO B ist eine deutschlandweite, randomisiert-kontrollierte Studie, die zwischen
2021 und 2024 an 52 Brustkrebszentren durchgeführt wurde und 924 Patientinnen mit
metastasiertem Brustkrebs unter systemischer Tumortherapie einschloss. Patientinnen im
Interventionsarm beantworteten wöchentliche digitale PRO-Befragungen (EORTC-CAT).
Relevante Verschlechterungen lösten automatisierte Alarme aus, die dem Behandlungsteam
über ein Webportal in Echtzeit zur Verfügung gestellt wurden und eine zeitnahe
Kontaktaufnahme mit der Patientin ermöglichten. Die Art der Intervention blieb den
Behandelnden überlassen. Patientinnen der Kontrollgruppe erhielten die Regelversorgung mit
vierteljährlichen PRO-Erhebungen. Die Analysen erfolgten nach einem modifizierten
Intention-to-Treat-Prinzip
und
wurden
für
relevante
klinische Kovariaten adjustiert; Zentrenunterschiede wurden mittels gemischter linearer
Modelle berücksichtigt.
Ergebnisse: Insgesamt wurden 909 Patientinnen in die Hauptanalyse eingeschlossen (456
Intervention, 453 Kontrolle). Nach sechs Monaten zeigte sich eine signifikante und klinisch
relevante Reduktion der Fatigue in der Interventionsgruppe (54,5 [95 %-KI: 53,7–55,4] vs. 59,9
[95 %-KI: 59,0–60,8]; mittlere Differenz −5,4 [95 %-KI: −6,6 bis −4,1]; p < 0,001), die auch nach
zwölf Monaten anhielt. Das Gesamtüberleben war in der Interventionsgruppe ebenfalls
verbessert (12-Monats-OS 88 % vs. 85 %; adjustierte HR 0,71 [95 %-KI: 0,51–0,99]).
In der gesundheitsökonomischen Analyse (n = 235; 118 Intervention und 117 Kontrolle) zeigte
die
Intervention
eine
signifikant
höhere
Lebensqualität
(EQ-5D-5L)
und
mehr
qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALYs) bei gleichzeitig geringeren Kosten, was auf eine
ökonomische Überlegenheit gegenüber der Regelversorgung hinweist. Die Akzeptanz des
PRO-Monitorings war sowohl bei Patientinnen als auch beim Behandlungspersonal hoch.
Diskussion: Ein alarmbasiertes PRO-Monitoring verbessert die Symptomlast, Lebensqualität
und das Überleben von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs und ist zugleich
kosteneffektiv. Die Ergebnisse sprechen für eine Implementierung dieses Versorgungsmodells
in die klinische Routine. Das Potenzial des Ansatzes sollte auch für andere onkologische
Erkrankungen geprüft werden.
Schlagworte:
digitales
Symptommonitoring,
alarmbasiertes
PRO-Monitoring-System,
metastasierter Brustkrebs, Patient-Reported Outcomes (PROs), Lebensqualität, Fatigue, neue
Versorgungsform

PRO B (01NVF19013)

Evaluationsbericht

3

Inhaltsverzeichnis
I
Abkürzungsverzeichnis ....................................................................................................... 5
II
Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................ 6
III
Tabellenverzeichnis ............................................................................................................ 7
1
Ziele der Evaluation ............................................................................................................ 9
1.1 Hintergrund .................................................................................................................... 9
1.2 Ziele und Beschreibung der neuen Versorgungsform ................................................. 10
1.3 Fragestellung ................................................................................................................ 10
1.4 Hypothesen .................................................................................................................. 11
1.4.1 Primäre Hypothese ............................................................................................... 11
1.4.2 Sekundäre Hypothesen ........................................................................................ 11
2
Darstellung des Evaluationsdesigns ................................................................................. 11
2.1 Studiendesign ............................................................................................................... 11
2.2 Einschluss- und Ausschlusskriterien ............................................................................. 11
2.3 Randomisierung ........................................................................................................... 12
2.4 Verblindung .................................................................................................................. 12
2.5 Studienablauf / Zusammensetzung der Intervention .................................................. 12
2.6 Begründung der Fallzahl/Stichprobengrößen (Power-Berechnungen) ....................... 14
2.7 Drittvariablen und Confounder: Komorbiditäten, soziodemographische und
soziökonomische Charakteristika ......................................................................................... 15
2.8 Subgruppen und Bedeutung der Subgruppenanalysen ............................................... 15
2.9 Darstellung der Datenerfassung und des Archivierungskonzeptes ............................. 16
2.10
Erhebungsinstrumente ............................................................................................. 18
2.10.1
EORTC-Instrumente .......................................................................................... 19
2.11
Prozessevaluation..................................................................................................... 19
2.11.1
Prozessevaluation aus Sicht von Behandlungspersonal und Patientinnen ..... 19
2.11.2
Grafische Visualisierungen von PRO-Daten ..................................................... 20
2.12
Auswertungsstrategie .............................................................................................. 20
2.12.1
Statistischen Analyse der Haupthypothese ..................................................... 20
2.12.2
Analysen der Sekundären Hypothesen ............................................................ 21
2.12.3
Umgang mit Dropouts und fehlenden Werten ................................................ 21
2.12.4
Sensitivitätsanalysen ........................................................................................ 22
2.12.5
Statistische Analysen der Subgruppen ............................................................. 22
2.12.6
Statistische Analyse der Sekundärdaten (Krankenkassendaten) ..................... 22
2.12.7
Prozessevaluation............................................................................................. 24
2.12.8
Evaluation der graphischen Visualisierung von PRO-Werten .......................... 26
3
Ergebnisse der Evaluation ................................................................................................ 26
3.1 Studienpopulation ........................................................................................................ 26

PRO B (01NVF19013)

Evaluationsbericht

4

3.1.1 CONSORT .............................................................................................................. 26
3.1.2 Drop-out ............................................................................................................... 29
3.1.3 Fehlende Werte .................................................................................................... 30
3.1.4 Baseline-Charakteristika der Patientinnen vor und nach der multiplen
Imputation ........................................................................................................................ 33
3.1.5 Rücklaufquote ...................................................................................................... 37
3.1.6 Beschreibung der Studienpopulation................................................................... 38
3.2 Primärer Endpunkt: Fatigue-Score ............................................................................... 46
3.2.1 Fatigue nach sechs Monaten................................................................................ 46
3.2.2 Sensitivitätsanalyse .............................................................................................. 47
3.2.3 Subgruppenanalysen ............................................................................................ 48
3.3 Sekundäre Endpunkte .................................................................................................. 52
3.3.1 Fatigue-Score über 12 Monate ............................................................................ 52
3.3.2 Körperliche Funktionsfähigkeit über 12 Monate ................................................. 53
3.3.3 Gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) über 12 Monate ....................... 54
3.3.4 Überleben ............................................................................................................. 55
3.3.5 Zeit bis zum ersten Wechsel der systemischen Therapie .................................... 60
3.4 Interventionsgruppe ..................................................................................................... 61
3.4.1 Wöchentliche Antworten der PRO-Befragungen ................................................. 61
3.4.2 Alarmauslösende Domänen ................................................................................. 63
3.4.3 Häufigkeit von Alarmen und Alarmbenachrichtigungen an das Behandlungsteam
(Alarm-E-Mail) .................................................................................................................. 64
3.4.4 Kontakt nach Alert .........