Philipps-Universität Marburg PEMKOR Ergebnisbericht Deutschland; 2-15% der Fälle außerhalb der Mindestmenge
Ergebnisbericht gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF
Ergebnisbericht 1 Ergebnisbericht (gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF) Konsortialführung: Philipps-Universität Marburg Förderkennzeichen: 01VSF20032 Akronym: PEMKOR Projekttitel: Krankenhausindividuelle Prognosen, Evaluation der Mindestmengenregelung im Zeitverlauf 2016-2021 und Modellierung von Kooperationsregionen Autorinnen und Autoren: Werner de Cruppé, Limei Ji, Max Geraedts Förderzeitraum:
- November 2021 - 31. Dezember 2024 Ansprechpartner: Werner de Cruppé, decruppe@uni-marburg.de Das dieser Veröffentlichung zugrundliegende Projekt PEMKOR wurde mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen 01VSF20032 gefördert.
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Zusammenfassung Hintergrund: Mindestmengen gelten für einige medizinische Eingriffe als ein Instrument der Qualitätssicherung. In Deutschland gibt es Mindestmengen seit dem Jahr 2004, festgelegt in der Mindestmengenregelung durch den G-BA, der diese stetig weiterentwickelt. Ab dem Jahr 2018 sind Krankenhäuser verpflichtet gegenüber den Landesverbänden der GKV jährlich eine Prognose mit 2 Angaben abzugeben, auf deren Grundlage samt Ausnahmetatbeständen diese die Krankenhäuser berechtigen, die Mindestmengeneingriffe durchzuführen. Die 5 Fragestellungen zu den Mindestmengeneingriffen komplexe Eingriffe am Organsystem Ösophagus und Pankreas, Stammzelltransplantationen und Knie-TEP Eingriffe, lauten: 1. Wie viele Krankenhäuser halten die Mindestmenge ein? 2. Erhöht die Prognosepflicht das Einhalten der Mindestmenge? 3. Welche Ausnahmetatbestände geben Krankenhäuser? 4. Wie hoch sind die Mortalitätsraten der Mindestmengeneingriffe? 5. Kann ein Modell für regionale Kooperationen zum Einhalten der Mindestmengen entwickelt werden? Methodik: Längsschnittlich analysiert das Projekt die Sekundärdatenquelle Qualitätsberichte der Jahre 2016 bis 2021. Die verknüpften und validierten 6 Jahrgangsdatensätze sind deskriptiv und varianzanalytisch ausgewertet. Die Mortalitätsraten der Mindestmengeingriffe basieren auf Analyse der Fallpauschalenstatistik. Ergebnisse: Je nach Eingriffsart erreichen 10% bis 50% der Krankenhäuser die Mindestmenge nicht, was 2% bis 15% der Fälle ausmacht. Kleinere Krankenhäuser und teilweise eine entfernte Lage zum nächsten durchführenden Krankenhaus erhöhen die Chance die Mindestmenge nicht einzuhalten. Die Prognosewirkung ab dem Jahr 2020 kann aufgrund der Covidpandemie bisher nicht beurteilt werden. Die Prognose mit beiden erfüllten Prognoseangaben ist bisher am vorhersagestärksten. Notfälle sind bei Ösophagus- und Pankreas die häufigsten Ausnahmetatbestände, solche zu Krankenhausveränderungen führen nur teilweise nach den vorgegebenen Fristen zum Einhalten der Mindestmenge. Die adjustierten Mortalitätsraten sind in Krankenhäusern unter der Mindestmenge höher, außer bei Stammzelltransplantationen bedingt durch deren Behandlung autogener Stammzellen. Ein regionales Kooperationsmodell für die Eingriffe zeigt unterschiedliche Anforderungen je nach Anzahl Kooperationskrankenhäuser und Größe der Kooperationsregionen. Diskussion: Der Anteil die Mindestmenge einhaltender Krankenhäuser hat sich in den 4 Eingriffsarten im Vergleich zu den Jahren 2006 bis 2010 kaum verändert. Die Auswirkung der eingeführten Prognosepflicht kann durch die zeitgleiche Covidpandemie bisher nicht eingeschätzt werden und die Mortalitätsraten der 4 Eingriffe liegen im jetzigen Zeitraum unter denen eines Vergleichszeitraums von 2006 bis 2013. Eine flexible Modellierung von Kooperationsregionen innerhalb derer die Krankenhäuser die Eingriffsversorgung abstimmen ist möglich. Schlagworte: Sekundärdaten, Längsschnittstudie, Mindestmengen, Krankenhäuser, Mortalitätsraten, Ausnahmetatbestände, Prognosepflicht
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Inhaltsverzeichnis I Abkürzungsverzeichnis …………………………………………………………………………………………………. 5 II Abbildungsverzeichnis ………………………………………………………………………………………………….. 5 III Tabellenverzeichnis ……………………………………………………………………………………………………… 6 1 Projektziele ……………………………………………………………………………………………………………….. 10 1.1 Hintergrund …………………………………………………………………………………………………… 10 1.2 Forschungsfragen und Arbeitshypothesen …………………………………………………………. 11 2 Projektdurchführung ………………………………………………………………………………………………….. 13 2.1 Projektbeteiligte …………………………………………………………………………………………….. 13
Beschreibung/ Darstellung des Projekts …………………………………………………………….. 13 2.2 13 2.3 Beschreibung Ablauf des Projekts …………………………………………………………………….. 14 3 Methodik ………………………………………………………………………………………………………………….. 14 3.1 Studiendesign und Methodik …………………………………………………………………………… 14 3.2 Untersuchungsgegenstand ………………………………………………………………………………. 14 3.3 Zielpopulation ………………………………………………………………………………………………… 15 3.4 Datenbasis …………………………………………………………………………………………………….. 15 3.5 Datenverknüpfung ………………………………………………………………………………………….. 15 3.6 Datenvalidierung ……………………………………………………………………………………………. 16 3.7 Datenanalyse …………………………………………………………………………………………………. 18 4 Projektergebnisse ………………………………………………………………………………………………………. 29 4.1 Zielpopulation der Studie ………………………………………………………………………………… 29 4.2 F-1: Einhalten der Mindestmengen im Zeitverlauf ………………………………………………. 43 4.3 F-2: Eignung der Prognoseangaben …………………………………………………………………… 69 4.4 F-3: Ausnahmetatbestände im Zeitverlauf …………………………………………………………. 89 4.5 F-4: Krankenhausmortalität ……………………………………………………………………………. 107 4.6 F-5: Modellierung möglicher Kooperationsregionen …………………………………………. 125 5 Diskussion der Projektergebnisse ………………………………………………………………………………. 142 5.1 F-1 Einhalten der Mindestmengen ………………………………………………………………….. 142 5.2 F-2 Prognoseabgabe durch die Krankenhäuser …………………………………………………. 143 5.3 F-3 Ausnahmetatbestände …………………………………………………………………………….. 145 5.4 F-4 Mortalität ……………………………………………………………………………………………….. 145 5.5 F-5 Kooperationsregionen ……………………………………………………………………………… 146 5.6 Limitationen …………………………………………………………………………………………………. 147
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6 Verwendung der Ergebnisse nach Ende der Förderung …………………………………………………. 148 7 Erfolgte bzw. geplante Veröffentlichungen …………………………………………………………………. 149 IV Literaturverzeichnis ………………………………………………………………………………………………….. 150
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I Abkürzungsverzeichnis AT Ausnahmetatbestände gemäß der Mindestmengen-Regelung bzw. beziehungsweise DRG-Statistik Statistik der abgerechneten Fallpauschalen der Krankenhäuser DS Datenschutz EE Mindestmenge in Prognosevariable 1 und Prognosevariable 2 erfüllt EN Mindestmenge in Prognosevariable 1 erfüllt, in Prognosevariable 2 nicht erfüllt F-1 Forschungsfragestellung 1 G-BA Gemeinsamer Bundesausschuss H-1 Hypothese 1 IA Innovationsausschuss ICD-10 Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision KH Krankenhaus KHQB Krankenhausqualitätsbericht KH-Standort Krankenhausstandort Knie-TEP Knie-Totalendoprothese MM Mindestmenge Mm-R Mindestmengen-Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses n.b. nicht berücksichtigt NE Mindestmenge in Prognosevariable 1 nicht erfüllt, in Prognosevariable 2 erfüllt NN Mindestmenge in Prognosevariable 1 und Prognosevariable 2 nicht erfüllt OPS Operationen- und Prozedurenschlüssel OR Odds Ratio QB Qualitätsbericht SGB Sozialgesetzbuch St-TX Stammzelltransplantation II Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Kombinationen der KH-Standort Fallzahlgröße und KH-Standort-Entfernung in einem 9-Felderkoordinatensystem ………………………………………………………….. 28 Abbildung 2: Ösophaguseingriffe: Kooperationsregionen dargestellt nach aggregierten Fallzahlen der kooperierenden KH-Standorte (2016-2021) und ihre räumliche Lage. …………………………………………………………………………………………………. 133 Abbildung 3: Pankreaseingriffe: Kooperationsregionen dargestellt nach aggregierten Fallzahlen der kooperierenden KH-Standorte (2016-2021) und ihre räumliche Lage. …………………………………………………………………………………………………. 134 Abbildung 4: Stammzelltransplantationen: Kooperationsregionen dargestellt nach aggregierten Fallzahlen der kooperierenden KH-Standorte (2016-2021) und ihre räumliche Lage. ………………………………………………………………………………….. 135
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Abbildung 5: Knie-TEP Eingriffe: Kooperationsregionen dargestellt nach aggregierten Fallzahlen der kooperierenden KH-Standorte (2016-2021) und ihre räumliche Lage. …………………………………………………………………………………………………. 136 Abbildung 6: Kooperationsregionen bei Ösophaguseingriffen: KH-Standorte mit Hinweis auf eine nötige Eingriffserlaubnis zur Sicherung der flächendeckenden Versorgung. ………………………………………………………………………………………………………… 137 Abbildung 7: Kooperationsregionen bei Pankreaseingriffen: KH-Standorte mit Hinweis auf eine nötige Eingriffserlaubnis zur Sicherung der flächendeckenden Versorgung. ………………………………………………………………………………………………………… 138 Abbildung 8: Kooperationsregionen bei Stammzelltransplantationen: KH-Standorte mit Hinweis auf eine nötige Eingriffserlaubnis zur Sicherung der flächendeckenden Versorgung. ……………………………………………………………………………………….. 139 Abbildung 9: