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title: "Philipps-Universität Marburg PEMKOR Ergebnisbericht Deutschland; 2-15% der Fälle außerhalb der Mindestmenge"
sdDatePublished: "2026-06-19T15:44:00Z"
source: "http://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/beschluss-dokumente/1174/2026-06-19_PEMKOR_Ergebnisbericht.pdf"
topics:
  - name: "healthcare policy"
    identifier: "medtop:20000479"
  - name: "health care provider"
    identifier: "medtop:20000278"
  - name: "medical research"
    identifier: "medtop:20000737"
  - name: "public health"
    identifier: "medtop:20001358"
locations:
  - "Wiesbaden"
  - "Germany"
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Philipps-Universität Marburg PEMKOR Ergebnisbericht Deutschland; 2-15% der Fälle außerhalb der Mindestmenge

Ergebnisbericht gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF

Ergebnisbericht
1
Ergebnisbericht (gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF)
Konsortialführung:
Philipps-Universität Marburg
Förderkennzeichen:
01VSF20032
Akronym:
PEMKOR
Projekttitel:
Krankenhausindividuelle Prognosen, Evaluation der
Mindestmengenregelung im Zeitverlauf 2016-2021 und
Modellierung von Kooperationsregionen
Autorinnen und Autoren:
Werner de Cruppé, Limei Ji, Max Geraedts
Förderzeitraum:
1. November 2021 - 31. Dezember 2024
Ansprechpartner:
Werner de Cruppé, decruppe@uni-marburg.de
Das dieser Veröffentlichung zugrundliegende Projekt PEMKOR wurde mit Mitteln des
Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen
01VSF20032 gefördert.

PEMKOR (01VSF20032)

Ergebnisbericht

2

Zusammenfassung
Hintergrund: Mindestmengen gelten für einige medizinische Eingriffe als ein Instrument der
Qualitätssicherung. In Deutschland gibt es Mindestmengen seit dem Jahr 2004, festgelegt in
der Mindestmengenregelung durch den G-BA, der diese stetig weiterentwickelt. Ab dem Jahr
2018 sind Krankenhäuser verpflichtet gegenüber den Landesverbänden der GKV jährlich eine
Prognose mit 2 Angaben abzugeben, auf deren Grundlage samt Ausnahmetatbeständen diese
die Krankenhäuser berechtigen, die Mindestmengeneingriffe durchzuführen. Die 5
Fragestellungen zu den Mindestmengeneingriffen komplexe Eingriffe am Organsystem
Ösophagus und Pankreas, Stammzelltransplantationen und Knie-TEP Eingriffe, lauten: 1. Wie
viele Krankenhäuser halten die Mindestmenge ein? 2. Erhöht die Prognosepflicht das
Einhalten der Mindestmenge? 3. Welche Ausnahmetatbestände geben Krankenhäuser? 4.
Wie hoch sind die Mortalitätsraten der Mindestmengeneingriffe? 5. Kann ein Modell für
regionale Kooperationen zum Einhalten der Mindestmengen entwickelt werden?
Methodik: Längsschnittlich analysiert das Projekt die Sekundärdatenquelle Qualitätsberichte
der Jahre 2016 bis 2021. Die verknüpften und validierten 6 Jahrgangsdatensätze sind
deskriptiv und varianzanalytisch ausgewertet. Die Mortalitätsraten der Mindestmengeingriffe
basieren auf Analyse der Fallpauschalenstatistik.
Ergebnisse: Je nach Eingriffsart erreichen 10% bis 50% der Krankenhäuser die Mindestmenge
nicht, was 2% bis 15% der Fälle ausmacht. Kleinere Krankenhäuser und teilweise eine
entfernte Lage zum nächsten durchführenden Krankenhaus erhöhen die Chance die
Mindestmenge nicht einzuhalten. Die Prognosewirkung ab dem Jahr 2020 kann aufgrund der
Covidpandemie bisher nicht beurteilt werden. Die Prognose mit beiden erfüllten
Prognoseangaben ist bisher am vorhersagestärksten. Notfälle sind bei Ösophagus- und
Pankreas die häufigsten Ausnahmetatbestände, solche zu Krankenhausveränderungen führen
nur teilweise nach den vorgegebenen Fristen zum Einhalten der Mindestmenge. Die
adjustierten Mortalitätsraten sind in Krankenhäusern unter der Mindestmenge höher, außer
bei Stammzelltransplantationen bedingt durch deren Behandlung autogener Stammzellen. Ein
regionales Kooperationsmodell für die Eingriffe zeigt unterschiedliche Anforderungen je nach
Anzahl Kooperationskrankenhäuser und Größe der Kooperationsregionen.
Diskussion: Der Anteil die Mindestmenge einhaltender Krankenhäuser hat sich in den 4
Eingriffsarten im Vergleich zu den Jahren 2006 bis 2010 kaum verändert. Die Auswirkung der
eingeführten Prognosepflicht kann durch die zeitgleiche Covidpandemie bisher nicht
eingeschätzt werden und die Mortalitätsraten der 4 Eingriffe liegen im jetzigen Zeitraum unter
denen eines Vergleichszeitraums von 2006 bis 2013. Eine flexible Modellierung von
Kooperationsregionen innerhalb derer die Krankenhäuser die Eingriffsversorgung abstimmen
ist möglich.
Schlagworte:
Sekundärdaten,
Längsschnittstudie,
Mindestmengen,
Krankenhäuser,
Mortalitätsraten, Ausnahmetatbestände, Prognosepflicht

PEMKOR (01VSF20032)

Ergebnisbericht

3

Inhaltsverzeichnis
I
Abkürzungsverzeichnis ................................................................................................................ 5
II
Abbildungsverzeichnis ................................................................................................................. 5
III
Tabellenverzeichnis ..................................................................................................................... 6
1
Projektziele ................................................................................................................................ 10
1.1
Hintergrund .................................................................................................................. 10
1.2
Forschungsfragen und Arbeitshypothesen ................................................................... 11
2
Projektdurchführung ................................................................................................................. 13
2.1
Projektbeteiligte ........................................................................................................... 13

Beschreibung/ Darstellung des Projekts ....................................................................... 13
2.2
13
2.3
Beschreibung Ablauf des Projekts ................................................................................ 14
3
Methodik ................................................................................................................................... 14
3.1
Studiendesign und Methodik ....................................................................................... 14
3.2
Untersuchungsgegenstand ........................................................................................... 14
3.3
Zielpopulation ............................................................................................................... 15
3.4
Datenbasis .................................................................................................................... 15
3.5
Datenverknüpfung ........................................................................................................ 15
3.6
Datenvalidierung .......................................................................................................... 16
3.7
Datenanalyse ................................................................................................................ 18
4
Projektergebnisse ...................................................................................................................... 29
4.1
Zielpopulation der Studie ............................................................................................. 29
4.2
F-1: Einhalten der Mindestmengen im Zeitverlauf ....................................................... 43
4.3
F-2: Eignung der Prognoseangaben .............................................................................. 69
4.4
F-3: Ausnahmetatbestände im Zeitverlauf ................................................................... 89
4.5
F-4: Krankenhausmortalität ........................................................................................ 107
4.6
F-5: Modellierung möglicher Kooperationsregionen ................................................. 125
5
Diskussion der Projektergebnisse ........................................................................................... 142
5.1
F-1 Einhalten der Mindestmengen ............................................................................. 142
5.2
F-2 Prognoseabgabe durch die Krankenhäuser .......................................................... 143
5.3
F-3 Ausnahmetatbestände ......................................................................................... 145
5.4
F-4 Mortalität .............................................................................................................. 145
5.5
F-5 Kooperationsregionen .......................................................................................... 146
5.6
Limitationen ................................................................................................................ 147

PEMKOR (01VSF20032)

Ergebnisbericht

4

6
Verwendung der Ergebnisse nach Ende der Förderung .......................................................... 148
7
Erfolgte bzw. geplante Veröffentlichungen ............................................................................ 149
IV
Literaturverzeichnis ................................................................................................................. 150

PEMKOR (01VSF20032)

Ergebnisbericht

5

I
Abkürzungsverzeichnis
AT
Ausnahmetatbestände gemäß der Mindestmengen-Regelung
bzw.
beziehungsweise
DRG-Statistik
Statistik der abgerechneten Fallpauschalen der Krankenhäuser
DS
Datenschutz
EE
Mindestmenge in Prognosevariable 1 und Prognosevariable 2 erfüllt
EN
Mindestmenge in Prognosevariable 1 erfüllt, in Prognosevariable 2
nicht erfüllt
F-1
Forschungsfragestellung 1
G-BA
Gemeinsamer Bundesausschuss
H-1
Hypothese 1
IA
Innovationsausschuss
ICD-10
Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und
verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision
KH
Krankenhaus
KHQB
Krankenhausqualitätsbericht
KH-Standort
Krankenhausstandort
Knie-TEP
Knie-Totalendoprothese
MM
Mindestmenge
Mm-R
Mindestmengen-Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses
n.b.
nicht berücksichtigt
NE
Mindestmenge in Prognosevariable 1 nicht erfüllt, in
Prognosevariable 2 erfüllt
NN
Mindestmenge in Prognosevariable 1 und Prognosevariable 2 nicht
erfüllt
OPS
Operationen- und Prozedurenschlüssel
OR
Odds Ratio
QB
Qualitätsbericht
SGB
Sozialgesetzbuch
St-TX
Stammzelltransplantation
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Kombinationen der KH-Standort Fallzahlgröße und KH-Standort-Entfernung in
einem 9-Felderkoordinatensystem .................................................................... 28
Abbildung 2: Ösophaguseingriffe: Kooperationsregionen dargestellt nach aggregierten
Fallzahlen der kooperierenden KH-Standorte (2016-2021) und ihre räumliche
Lage. ................................................................................................................ 133
Abbildung 3: Pankreaseingriffe: Kooperationsregionen dargestellt nach aggregierten
Fallzahlen der kooperierenden KH-Standorte (2016-2021) und ihre räumliche
Lage. ................................................................................................................ 134
Abbildung 4: Stammzelltransplantationen: Kooperationsregionen dargestellt nach
aggregierten Fallzahlen der kooperierenden KH-Standorte (2016-2021) und ihre
räumliche Lage. ............................................................................................... 135

PEMKOR (01VSF20032)

Ergebnisbericht

6

Abbildung 5: Knie-TEP Eingriffe: Kooperationsregionen dargestellt nach aggregierten
Fallzahlen der kooperierenden KH-Standorte (2016-2021) und ihre räumliche
Lage. ................................................................................................................ 136
Abbildung 6: Kooperationsregionen bei Ösophaguseingriffen: KH-Standorte mit Hinweis auf
eine nötige Eingriffserlaubnis zur Sicherung der flächendeckenden Versorgung.
 ........................................................................................................................ 137
Abbildung 7: Kooperationsregionen bei Pankreaseingriffen: KH-Standorte mit Hinweis auf
eine nötige Eingriffserlaubnis zur Sicherung der flächendeckenden Versorgung.
 ........................................................................................................................ 138
Abbildung 8: Kooperationsregionen bei Stammzelltransplantationen: KH-Standorte mit
Hinweis auf eine nötige Eingriffserlaubnis zur Sicherung der flächendeckenden
Versorgung. ..................................................................................................... 139
Abbildung 9: