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title: "Charité Universitätsmedizin Berlin Evaluationsbericht HerzCheck Deutschland; kein signifikanter Interventions-Effekt, Kosten pro Lebensjahr gestiegen"
sdDatePublished: "2026-06-19T15:44:00Z"
source: "http://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/beschluss-dokumente/1167/2026-06-19_HerzCheck_Evaluationsbericht.pdf"
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  - "Goslar"
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Charité Universitätsmedizin Berlin Evaluationsbericht HerzCheck Deutschland; kein signifikanter Interventions-Effekt, Kosten pro Lebensjahr gestiegen

Evaluationsbericht gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF

Evaluationsbericht
1
Evaluationsbericht (gemäß Nr. 14.1 ANBest-IF)
Konsortialführung:
Charité Universitätsmedizin Berlin
Förderkennzeichen:
01NVF19014
Akronym:
HerzCheck
Projekttitel:
Erkennung einer frühen Herzinsuffizienz mittels
telemedizinischer Verfahren in strukturschwachen Regionen
Autorinnen und Autoren:
Johannes Wieditz, Tim Friede, Hannah Kentenich, Dusan Simic,
Dirk Müller, Stephanie Stock
Förderzeitraum:
01. Oktober 2020 - 30. September 2024
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Tim Friede
Institut für Medizinische Statistik
Universitätsmedizin Göttingen
Humboldtallee 32
D-37073 Göttingen
Das dieser Veröffentlichung zugrundliegende Projekt HerzCheck wurde mit Mitteln des
Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen
01NVF19014 gefördert. Die Darstellungen im Evaluationsbericht sind das Ergebnis der
unabhängigen Evaluation zur neuen Versorgungsform.

HerzCheck (01NVF19014)
Evaluationsbericht
2

Zusammenfassung
Hintergrund: Die Herzinsuffizienz ist eine häufige und kostenintensive chronische Erkrankung,
die in Deutschland etwa 5% der Bevölkerung betrifft. Das HerzCheck-Programm umfasst eine
kombinierte kardiale Screening-MRT und eine Präventionsmaßnahme für Patienten mit
asymptomatischer Herzinsuffizienz, um die Früherkennung und Behandlung von
Herzinsuffizienz zu verbessern und die Prognose von Patienten mit dieser Erkrankung zu
verbessern.
Methodik: Die HerzCheck-Studie ist konzeptionell in zwei Module eingeteilt: dem kardialen
Screening-MRT zur Verbesserung der Prognose von Patienten mit asymptomatischer
Herzinsuffizienz durch eine frühzeitige Diagnosestellung (Modul A) und der "HerzCheck-
Prävention" zur Einleitung geeigneter Maßnahmen zur Therapie und Minimierung von
Risikofaktoren (Modul B).
Im Modul A wurde die Auswertung des primären Endpunkts, der Prävalenz der GLS-
Risikostrata, mittels relativer Häufigkeiten durchgeführt. Als sekundärer Endpunkt wurde die
Differenz zwischen dem Alter bei Diagnose einer prä-HF im Screening (HerzCheck-
Teilnehmende) und dem Alter bei Diagnose einer HF in der Regelversorgung (historische
Kontrollgruppe aus GKV-Abrechnungsdaten) mittels gewichtetem Zweistichproben-t-Test
evaluiert.
Im Modul B wurde die Auswertung des primären Endpunkts, der Veränderung des GLS-Wertes
im Vergleich zu Baseline, mittels linearer Modelle durchgeführt. Die sekundären Endpunkte,
die Veränderung von weiteren sekundären Endpunkten, wie Laborparameter, Lebensqualität,
wurden analog zum primären Endpunkt analysiert.
Zur Ermittlung der langfristigen Kosten-Effektivität des HerzCheck-Programmes im Vergleich
zur Regelversorgung wurde ein entscheidungsanalytisches Modell (Mikrosimulationsmodell)
entwickelt. Die Inputparameter wurden aus HerzCheck-Studiendaten, öffentlich zugänglichen
nationalen Statistiken und der Literatur entnommen. Ergebnisse wurden als Kosten pro
gewonnenem Lebensjahr, Kosten pro vermiedener Hospitalisierung und Kosten pro
qualitätsadjustiertem Lebensjahr präsentiert. Deterministische und probabilistische
Sensitivitätsanalysen sowie verschiedene Ansätze zur Modellvalidierung wurden zur Prüfung
der Unsicherheit und Glaubwürdigkeit der Ergebnisse vorgenommen.
Im Rahmen einer Prozessevaluation wurde mittels selbstentwickelter Fragebögen die
Zufriedenheit der Studienteilnehmenden mit dem Screening, die Zufriedenheit der
teilnehmenden Leistungserbringenden mit dem Expertenzentrum und die Gründe der
Leistungserbringenden für die Nicht-Konsultation des Expertenzentrums evaluiert. Aus den
Ergebnissen wurden förderliche und hemmende Faktoren für die Implementierung des
HerzCheck-Programms
in
die
Regelversorgung
abgleitet.
Ergänzend
wurde
die
Inanspruchnahme der für die Studienteilnehmenden empfohlenen App und des den
Leistungserbringenden angebotenen Expertenzentrums erhoben.
Ergebnisse: Die Prävalenz einer asymptomatischen Herzinsuffizienz in der Studienpopulation
beträgt etwa 23%.

HerzCheck (01NVF19014)
Evaluationsbericht
3

Der Vergleich mit einer historischen Kontrollgruppe zeigte, dass etwa ¼ der Patient*innen mit
einer in der Vorsorgeuntersuchung erkannten prä-HF in der Regelversorgung durchschnittlich
etwa erst 7 Jahre später mit einer HF diagnostiziert worden wäre.
Ein signifikanter Interventionseffekt des HerzCheck-Programmes im Vergleich zu Standard-of-
Care konnte nicht beobachtet werden.
Die Ergebnisse der gesundheitsökonomischen Modellierung zeigen, dass das HerzCheck-
Programm zu einem zusätzlichen Nutzen in Form von (qualitätsadjustierten) Lebensjahren
und vermiedenen Hospitalisierungen im Vergleich zur Regelversorgung führt, jedoch auch
zusätzliche Kosten verursacht.
In der Prozessevaluation zeigte sich eine hohe Zufriedenheit der Studienteilnehmenden mit
der Organisation und Durchführung des Screenings. Leistungserbringende begründeten die
Nicht-Konsultation des Expertenzentrums v.a. durch mangelnde Kenntnis des Angebots und
fehlenden Bedarf. Die im Rahmen der Intervention für die Studienteilnehmenden empfohlene
App sowie das für die behandelnden Ärzt*innen angebotene Expertenzentrum wurden nicht
in Anspruch genommen.
Diskussion: Die systematische Anwendung einer innovativen, mobilen, telemedizinisch
geführten kardialen MRT als Screening-Methode ermöglicht eine effektive Identifikation der
subklinischen prä-HF anhand der GLS-Messung. Die Prävalenz der subklinischen prä-HF ist
positiv mit dem Alter assoziiert. Trotz Symptomfreiheit zeigen etwa 1/4 aller Patient*innen
bereits funktionelle kardiale Einschränkungen, die mit konventionellen Verfahren (bspw.
linksventrikuläre Ejektionsfraktion) nicht detektiert worden wären. Das HerzCheck-
Interventionsprogramm zeigte jedoch keinen Effekt im Vergleich zur Standard-Of-Care-
Behandlung im Hinblick auf kardiale Funktion und die kardialen Ereignisse bei Patienten mit
asymptomatischer Herzinsuffizienz.
Es zeigte sich durch das Screening in großes Zeitfenster, in welchem präventive Maßnahmen
zur Verhinderung oder Verlangsamung der Progression zur symptomatischen HF initiiert
werden können. Die gesundheitsökonomische Evaluation des HerzCheck-Programms zeigte,
dass langfristige Einsparungen durch eine Verlangsamung oder Verhinderung der Progression
zur symptomatischen HF die initialen Aufwendungen des Programms nicht überwiegen. Die
hohe Zufriedenheit der Studienteilnehmenden weisen auf ausgereifte Prozesse des
Screenings hin. Die fehlende Inanspruchnahme der App und des Expertenzentrums lassen auf
einen fehlenden Bedarf bei Patient*innen und Leistungserbringenden vermuten.
Schlagworte: asymptomatische Herzinsuffizienz, Screening, kardiales MRT, Prävalenz,
Gesundheitsökonomische Modellierung, Prozessevaluation, Patientenzufriedenheit

HerzCheck (01NVF19014)
Evaluationsbericht
4

Inhaltsverzeichnis
I
Abkürzungsverzeichnis ................................................................................................................ 6
II
Abbildungsverzeichnis ................................................................................................................. 7
III
Tabellenverzeichnis ..................................................................................................................... 7
1
Ziele der Evaluation ..................................................................................................................... 8
 1.1 Hintergrund ..................................................................................................................... 8
1.2
Ziele und Fragestellungen ............................................................................................... 9
1.3
Beschreibung der neuen Versorgungsform .................................................................. 11
2
Darstellung des Evaluationsdesigns .......................................................................................... 12
2.1
Studiendesign ............................................................................................................... 12
2.2
Studienpopulation (Ein-/Ausschlusskriterien) .............................................................. 13
2.3
Fallzahlkalkulation ........................................................................................................ 14
2.3.1 Fallzahlberechnung .............................................................................................. 14
2.3.2 Powerberechnung basierend auf finalen Fallzahlen ............................................ 15
2.4
Rekrutierung, Randomisierung, Verblindung ............................................................... 15
2.5
Historische Kontrollgruppe ........................................................................................... 16
2.6
Endpunkte ..................................................................................................................... 16
2.6.1 Modul A ............................................................................................................... 16
2.6.2 Modul B ................................................................................................................ 17
2.7
Datenerhebung ............................................................................................................. 18
2.7.1 Prospektive Studiendaten .................................................................................... 18
2.7.2 Dokumentation .................................................................................................... 18
2.7.3 Routinedaten (Sekundärdatennutzung) .............................................................. 19
2.8
Statistische Analyse ...................................................................................................... 20
2.8.1 Modul A ............................................................................................................... 20
2.8.2 Modul B ................................................................................................................ 21
2.9
Gesundheitsökonomische Evaluation .......................................................................... 21
2.9.1 Gesundheitsökonomische Modellierung ............................................................. 21
2.9.2 Kostenanalyse Stratum A ..................................................................................... 27
2.10
Prozessevaluation ......................................................................................................... 29
2.10.1 Fragebögen ........................................................................................................ 29
2.10.2 App und Expertenzentrum ................................................................................ 31
3
Ergebnisse der Evaluation ......................................................................................................... 31
3.1
Modul A ........................................................................................................................ 31
3.1.1 Primäre Analysen ................................................................................................. 31

HerzCheck (01NVF19014)
Evaluationsbericht
5

3.1.2 Sekundäre Analysen ............................................................................................ 35
3.1.3 Exploratorisch ...................................................................................................... 38
3.2
Modul B......................................................................................................................... 38
3.2.1 Primärer Endpunkt............................................................................................... 41
3.2.2 Sekundäre Endpunkte .......................................................................................... 42
3.3
Gesundheitsökonomische Evaluation .............