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title: "Deutscher Wetterdienst warnt vor extremer Hitze in Deutschland; bis zu 38 Grad"
sdDatePublished: "2026-06-19T11:21:00Z"
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Deutscher Wetterdienst warnt vor extremer Hitze in Deutschland; bis zu 38 Grad

Hitzealarm im Westen – Wetterdienst ruft zur Vorsicht auf - RADIO RST

Offenbach (dpa) - Es wird noch heißer - und es könnte gewittern: Am Freitag wird fast ganz Deutschland unter dem Einfluss der Hitze stehen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) weitete seine Hitzewarnungen auf alle Bundesländer aus - ausgenommen sind einige Gebiete an der Ostsee. Für mehrere Regionen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und kleine Teile Hessens gilt von 11.00 bis 19.00 Uhr sogar eine Warnung vor extremer Hitze. Ein Überblick:

Wo wird es am Freitag besonders warm?

Im Westen und Südwesten Deutschlands kann es laut der Vorhersage bis zu 38 Grad warm werden. In den anderen Landesteilen erwarten die Meteorologen schwülheiße Temperaturen von 30 bis 35 Grad. Wem das zu viel ist, der sollte den Norden ansteuern: An den Küsten und im äußersten Norden soll es zwischen 24 und 29 Grad warm werden. Auch im äußersten Süden gibt es vereinzelt Gemeinden ohne eine Hitzewarnung.

Der Wetterdienst warnte, die Hitzebelastung könne zur gesundheitlichen Gefahr werden - und appellierte: «Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl.»

In einigen Landesteilen könnte es ab den Mittagsstunden ungemütlich und mitunter auch gefährlich werden. Bis in den Abend und in die Nacht zum Samstag hinein drohen laut Vorhersage von den Mittelgebirgen ausgehend einzelne kräftige Gewitter. Lokal können Starkregen, Hagel, Sturmböen und Unwetter auftreten. Vor allem in Südbaden und Schwaben seien bei einzelnen Gewittern auch schwere Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde nicht ausgeschlossen.

«Das große Schwitzen» geht am Wochenende weiter

Und auch in den kommenden Tagen bleibt es heiß. Für Samstag schreibt der Wetterdienst: «Häufig erwartet uns ein perfekter Tag für einen Besuch am Badesee. Abkühlung ist auf jeden Fall gefragt, da die Temperaturen erneut auf schweißtreibende 30 bis 38 Grad ansteigen.» Lokal bestehe zwar Unwettergefahr, vielerorts bleibe es aber wieder trocken.

«Am Sonntag sickert im Norden etwas kühlere Luft ein. Dazu gibt es dort aber viel Sonnenschein», schreibt Meteorologe Nico Bauer von der Wettervorhersagezentrale. «Im Süden geht das große Schwitzen nach einer teils tropischen Nacht mit Tiefstwerten von über 20 Grad weiter.» Es werden Temperaturen von «schwülheißen» 30 bis 38 Grad erwartet.

Das höchste Gewitter-Potenzial bestehe dann voraussichtlich in der Mitte und über dem Bergland. «Bei einem längeren Aufenthalt im Freien sollte somit immer der Himmel im Blick behalten werden und die neuesten Informationen in unserer Warn-Wetter-App mit einbezogen werden!»

Und auch zum Wochenbeginn sieht es nicht nach Abkühlung aus. Es seien zwischen 32 und 39 Grad zu erwarten. «In den Niederungen im Südwesten könnte örtlich auch die 40 Grad Marke erreicht werden», schreibt Bauer. «Abgesehen vom Norden des Landes erwartet uns eine starke, im Süden auch eine extreme Wärmebelastung.»

So heiß war es am Donnerstag

Das erste Mal in diesem Jahr wurde die 35-Grad-Marke geknackt. Der bundesweite Spitzenwert sei an der Station Saarbrücken-Burbach mit 35,6 Grad gemessen worden, sagte ein DWD-Sprecher am Abend. Dabei handelt es sich um einen vorläufigen Wert. In Müllheim am Oberrhein waren es 35,4 Grad. In Rheinau-Memprechtshofen nahe der französischen Grenze stieg das Quecksilber auf einen vorläufigen Wert von 35,1 Grad.

Weshalb Hitze nicht unterschätzt werden sollte

«Extreme Hitze kann genauso tödlich sein wie extreme Kälte – das ist noch zu wenig im Bewusstsein vieler Verantwortlicher», sagte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Ältere, Pflegebedürftige und andere gesundheitlich anfällige Gruppen seien besonders gefährdet. «Ganz unmittelbar trifft es Menschen ohne festen Wohnsitz. Sie brauchen Zugang zu sicheren, gekühlten Unterkünften und zu sauberem, kühlem Trinkwasser.» Städtische Trinkbrunnen könnten hier helfen.

Für einen besseren Schutz für obdachlose Menschen vor Hitze sprach sich ebenfalls das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aus. Eine Sprecherin sagte der «Rheinischen Post»: «Die meisten können sich in ihre kühle Wohnung zurückziehen. Dies gilt nicht für obdachlose Personen, die der Sonne ohne Schutz ausgesetzt sind und häufig bereits körperlich geschwächt sind.» Städte und Kommunen sollten nach ihren Worten im Sommer kühle Orte und öffentliche Trinkbrunnen bereitstellen.

Was bedeutet das Wetter für Festivals?

Einen Blick zum Himmel und auf die Wetter-Aussichten werden auch Besucher von Veranstaltungen unter freiem Himmel haben. Beim Southside-Festival im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck werden an diesem Wochenende rund 60.000 Menschen erwartet. Sie müssen sich auf eines der heißesten Festival-Wochenenden der vergangenen Jahre einstellen. Auf dem Gelände stehen kostenlose Trinkwasserstellen bereit, leere Flaschen dürfen mitgebracht werden. Zusätzlich wurden Schattenplätze ausgebaut und Sonnencremespender aufgestellt.

78.000 Besucher wollen zum Festival Hurricane nach Scheeßel, einer Gemeinde zwischen Bremen, Hannover und Hamburg, anreisen. Beim Hessentag in Fulda stockt der DRK-Sanitätsdienst wegen der Hitze sein Personal auf. Zusätzliche ehrenamtliche Einsatzkräfte aus ganz Hessen sollten in den kommenden Tagen für die Sicherheit der Besucher sorgen, sagte Notarzt Adrian Böhm vom DRK Fulda.

Mit Blick auf die Temperaturen appellierte der Notarzt an die Besucherinnen und Besucher des Landesfestes, ausreichend zu trinken, möglichst leichte, aber schützende Kleidung zu tragen und auf Kopfbedeckung sowie Sonnenschutz zu achten.