Christian Tischner startet KulTour 2026 in Greiz, Mödlareuth und Ebersdorf; Sechs Millionen Euro investiert, Orangerie ganzjährig nutzbar

KulTour 2026: Auftakt in Ostthüringen – Kunst, Erinnerungskultur und lebendiges Kulturerbe

KulTour 2026: Auftakt in Ostthüringen – Kunst, Erinnerungskultur und lebendiges Kulturerbe

27.07.2026 Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Mit Stationen in Greiz, Mödlareuth und Ebersdorf ist Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner, am Montag in seine KulTour 2026 gestartet. Im Mittelpunkt des ersten Tourtages standen der Austausch mit Kulturschaffenden, die historisch-politische Bildung sowie Investitionen in den Erhalt und die Weiterentwicklung des kulturellen Erbes Thüringens.

Zum Auftakt besuchte Minister Christian Tischner die Greizer Künstlerin Tanja Pohl in ihrem Atelier und nahm an einem Siebdruck-Workshop teil. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Arbeitsbedingungen freischaffender Künstlerinnen und Künstler sowie die Bedeutung der Kulturförderung im Freistaat.

Tanja Pohl erhielt 2024 das Landesstipendium für Bildende Kunst der Kulturstiftung Thüringen. In ihren Druckgrafiken und Gemälden setzt sie sich mit ökologischen und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinander. Der Workshop vermittelte einen anschaulichen Einblick in den kreativen Entstehungsprozess und bot Gelegenheit zum direkten Austausch über die Rahmenbedingungen künstlerischen Arbeitens in Thüringen.

Minister Christian Tischner: „Kunst entsteht dort, wo Menschen Freiräume zum Arbeiten und Ausprobieren haben. Deshalb bleibt die Förderung freischaffender Künstlerinnen und Künstler eine wichtige Aufgabe des Freistaats.“

Im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth informierte sich Minister Christian Tischner über die Arbeit und die weitere Entwicklung der Gedenkstätte. Das Museum erinnert am ehemaligen innerdeutschen Grenzort eindrucksvoll an die Teilung Deutschlands und macht ihre Auswirkungen auf das Leben der Menschen bis heute anschaulich erfahrbar.

Begrüßt wurde die Thüringer Delegation vom Hofer Landrat Dr. Oliver Bär, der die länderübergreifende Zusammenarbeit rund um den Erinnerungsort würdigte. Im gemeinsamen Austausch berichtete er auch vom Besuch des damaligen US-Außenministers Mike Pompeo, der am 7. November 2019 das einst geteilte Grenzdorf besuchte. Der Besuch des amerikanischen Außenministers unterstrich die internationale Strahlkraft Mödlareuths als Symbol für die Überwindung von Teilung und Unfreiheit.

Im Gespräch standen zudem die Bedeutung historisch-politischer Bildungsarbeit sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung der Gedenkstätte im Mittelpunkt. Ziel ist es, insbesondere jungen Menschen die Geschichte der deutschen Teilung anschaulich zu vermitteln und das Bewusstsein für den Wert von Freiheit und Demokratie zu stärken.

Minister Christian Tischner: „Mödlareuth ist ein Ort, an dem Geschichte greifbar wird. Die Erinnerung an die deutsche Teilung wachzuhalten und an kommende Generationen weiterzugeben, ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie. Dass dieser Ort auch international Beachtung findet, unterstreicht seine besondere Bedeutung.“

Erhalt des kulturellen Erbes in Ebersdorf und Greiz

Am Nachmittag informierte sich der Minister zunächst über die denkmalgerechte Sanierung von Schloss Ebersdorf. Das historische Schlossensemble wird mit großem privatem Engagement erhalten und leistet einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Erbe des ehemaligen Reußenlandes.

Anschließend stand die Eröffnung des zweiten Bauabschnitts der Orangerie im Greizer Park im Mittelpunkt. Mit den abgeschlossenen Bauarbeiten entstehen moderne Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Gleichzeitig schafft das neue Nutzungskonzept die Voraussetzungen dafür, die Orangerie künftig auch außerhalb der Wintermonate für Ausstellungen, Konzerte, Tagungen und weitere Veranstaltungen zu öffnen. Damit gewinnt der historische Park einen zusätzlichen Ort der Begegnung für die Menschen in Greiz und ihre Gäste.

Der Minister würdigte dabei ausdrücklich das gemeinsame Engagement der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, der Stadt Greiz, des Landkreises Greiz sowie aller beteiligten Planerinnen, Planer, Handwerksbetriebe und Gärtnerinnen und Gärtner. Insgesamt wurden in den ersten beiden Bauabschnitten rund sechs Millionen Euro investiert. Die Maßnahmen verbessern nicht nur die Arbeitsbedingungen vor Ort, sondern stärken zugleich die Attraktivität des Parks als Kultur- und Veranstaltungsort.

Minister Christian Tischner: „Mit dem Greizer Park verbinde ich viele persönliche Erinnerungen – von den ersten Spaziergängen als Kind bis zu Besuchen mit meiner eigenen Familie. Umso mehr freue ich mich, dass wir diesen besonderen Ort weiterentwickeln. Denkmalpflege bedeutet nicht nur, historische Gebäude zu erhalten. Sie bedeutet auch, sie mit neuem Leben zu füllen und Kultur für die Menschen erlebbar zu machen.“

Ein gelungener Auftakt der KulTour 2026

Mit zahlreichen Eindrücken aus zeitgenössischer Kunst, historisch-politischer Bildung und Denkmalpflege endete der erste Tag der KulTour 2026. Die Stationen machten deutlich, wie vielfältig die Kulturlandschaft Thüringens ist und wie wichtig das Zusammenspiel von Kunst, Geschichte und kulturellem Erbe für die Identität des Freistaats ist.

Minister Christian Tischner: „Der erste Tag unserer KulTour hat gezeigt, wie vielfältig und lebendig die Kulturlandschaft Thüringens ist. Ob zeitgenössische Kunst, Erinnerungsorte oder historische Parks – überall engagieren sich Menschen mit großer Leidenschaft für unser kulturelles Erbe. Dieses Engagement verdient Anerkennung und verlässliche Unterstützung.“