Dow Jones +0,51% auf 52.210 Punkte in New York; Brent-Öl sank über 8%
Kommentar Aktien International
Marktkommentar 28. Juli 2026
Aktien International
Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum
Übersicht
Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 52'384
- 0.0 S&P 500 7'413
- 0.1 NYSE: 1.27 Nasdaq Composite 24'932
- 0.2 Nasdaq: 7.87 Nikkei 225 62'347
- 4.0 Hang Seng 25'220
- 0.1 Shanghai Composite 3'817
- 1.1
Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 25'361 25'050 – 25'650 USD/CHF 0.8193 EUR/CHF 0.9311 EuroStoxx 50 6'282 6'190 – 6'370 Gold 4'037 USD/Unze Stoxx 50 5'420 5'350 – 5'490 NY WTI-Rohöl-Future 81.58 USD
New York Fallende Ölpreise gaben der Wall Street am Montag zunächst spürbaren Rückenwind. Im Handelsverlauf drückten jedoch Sorgen vor neuer Konkurrenz aus China den Halbleitersektor ins Minus und bremsten den Tech-Markt ab. Während der Dow Jones zulegen konnte, schloss die Nasdaq leicht im roten Bereich. Der Dow Jones schloss am Montag mit einem Plus von 0,51 Prozent bei 52.210 Punkten. Während der S&P 500 mit einem Hauch von plus 0,02 Prozent bei 7.413 Zählern auf der Stelle trat, gab der Nasdaq Composite
www.bekb.ch | Marktkommentar | 28. Juli 2026 2 um 0,18 Prozent auf 24.932 Punkte nach. Entlastung kam zu Handelsbeginn vor allem von der Geopolitik: US- Präsident Donald Trump kündigte an, Verhandlungen eine Chance zu geben und die US-Angriffe auf den Iran vorerst auszusetzen. In der Folge sackten die Rohölprei- se spürbar ab – die Sorte Brent verlor über acht Pro- zent –, was den Standardwerten im Dow Jones kräftigen Auftrieb verlieh. Im Tagesverlauf geriet jedoch der Halb- leitersektor zunehmend unter Druck. Berichte über Fortschritte Chinas bei der Entwicklung eigener DUV- Lithografiesysteme sowie Vorbehalte nach dem jüngs- ten Börsengang des chinesischen Speicherchip- Herstellers CXMT schürten Befürchtungen vor wach- sendem Konkurrenzdruck und künftigen Überkapazitä- ten. Vor den am Mittwoch anstehenden Zahlen der Tech-Schwergewichte Microsoft, Meta, Amazon und Apple sowie der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed zieht die Anspannung an der Wall Street spürbar an. Besondere Beachtung findet dabei der Software-Riese aus Redmond: Der Halbleitersektor gehörte zu den Ver- lierern. Der VanEck Semiconductor ETF gab um rund zwei Prozent nach. Nvidia verlor als Dow-Schlusslicht knapp fünf Prozent. AMD gab um mehr als sieben Pro- zent nach, Micron Technology büßte rund drei Prozent ein. Die US-Notierung des Branchenausrüsters ASML fiel um über acht Prozent. Abseits der Chipwerte zeigten sich Aktien aus der Softwarebranche erholt. Zu den Ge- winnern im Dow Jones gehörten Salesforce, Microsoft und Alphabet, die Kursgewinne verbuchten. Die sinken- den Ölpreise belasteten die Branchenriesen Chevron und ExxonMobil. Gefragt waren hingegen die US- Autobauer: Die Papiere von Ford und General Motors profitierten von positiven Analystenkommentaren des Hauses Jefferies. Einen Zuwachs von knapp 40 Prozent verzeichnete Forte Biosciences. Der Immunologie- Spezialist Argenx bietet 77 Dollar je Aktie beziehungs- weise insgesamt rund 2,2 Milliarden Dollar in bar für das Biotech-Unternehmen.
Asien An den asiatischen Aktienmärkten geht es am Dienstag zum Teil steil nach unten. In Südkorea bricht der Kospi ein, auch in Japan werden heftige Verluste ver- bucht. Die bekannten Bedenken über die gewaltigen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) lösen eine erneute Verkaufswelle unter Halbleiterweiten aus. Der Ausverkauf im Chipsektor trifft die Börsen in Südko- rea und Japan besonders hart. Berichte, wonach die jüngsten KI-bezogenen Finanzierungszusagen des US- Schwergewichts Nvidia 750 Milliarden US-Dollar über- stiegen, schürt Zweifel, ob die Nachfrage nach KI- Infrastruktur mit den Investitionen Schritt halten kann. Bereits in den USA zeigten sich Halbleiterwerte schwach. Mit dem nahenden Monatsultimo steige zudem die Nei- gung zu Gewinnmitnahmen - gerade im Technologie- sektor, heißt es. Zudem sorgt ein weiterer Bericht für Unruhe: In China nimmt offenbar ein staatlich unter- stütztes Unternehmen die Massenproduktion von bestimmten Lithografie-Maschinen auf, die in der Halb- leiterbranche Verwendung finden. Damit steigt unter Halbleiteranlagenherstellern der Wettbewerb. Der süd- koreanische Leitindex Kospi bricht nach zahlreichen Handelsunterbrechungen um 9,9 Prozent ein und rutscht auf die tiefsten Stände seit Mitte April ab. Der Kurs des Speicherchipanbieters SK Hynix stürzt um über 13 Prozent ab - Samsung Electronics um über 12 Prozent. In Japan büßt der Nikkei-225 um 3,9 Prozent auf 62.394 Punkte ein und bewegt sich auf den niedrigs- ten Ständen seit Ende Mai. Kioxia Holdings brechen um knapp 18 Prozent ein, unter den Chipausrüstern verlie- ren Nikon Corp. und Tokyo Electron 9,9 bzw. 10,4 Pro- zent. In China zeigen sich die Börsen widerstandsfähiger: Der HSI in Hongkong verliert 0,1 Prozent und der Shanghai-Composite auf dem Festland 1 Prozent. Heimische Technologiewerte erhalten durch den spekta- kulären Börsengang von CXMT am Vortag etwas Unter- stützung. Der Versuch Pekings, die Halbleiterselbstver- sorgung auch mit Hilfe von Hersteller von Lithografie- Maschinen zu gewährleisten, gewinne an Glaubwürdig- keit, heißt es. Der australische S&P/ASX-200, indem Halbleiterwerte praktisch keine Rolle spielen steigt der- weil um 0,5 Prozent.
Europa Die weiter nachgebenden Energiepreise lassen auch am zweiten Börsentag der Woche Kursgewinne erwarten. Der deutsche Leitindex Dax dürfte am Dienstag an die Vortagesgewinne anknüpfen und sich somit dem Re- kordhoch von vor drei Wochen bei 25.900 Zählern an- nähern. Der Broker IG taxierte das Börsenbarometer rund zwei Stunden vor dem Xetra-Start ein Drittelpro- zent höher auf 25.445 Punkte. Nach dem starken Rück- setzer der Preise für Rohöl und Gas am Vortag geben diese weiter nach. Der Preis für ein Fass der Nordseesor- te Brent zur Lieferung im September fiel auf rund 87 US- Dollar. In der vergangenen Woche notierte Brent in der Spitze noch über der Marke von 100 Dollar. Die Saison der Quartalsbilanzen kommt derweil hierzulande weiter in Fahrt. Am Dienstag lassen sich Mercedes-Benz und der Software-Anbieter Teamviewer in die Bücher
www.bekb.ch | Marktkommentar | 28. Juli 2026 3 schauen. Einen Blick wert sein dürften auch Aktien mit KI-Bezug. Diese litten im US-Handel sowie in Japan und Südkorea teils deutlich unter Sorgen vor wachsender China-Konkurrenz und ausufernden Finanzierungsnot- wendigkeiten.
Marktnachrichten
Mercedes: Kappt nach schwachem Quartal Umsatz- prognose – Pkw-Margenziel steht Der Autobauer Mercedes-Benz hat im wichtigen Pkw- Geschäft auch im zweiten Quartal wegen der Krise im einstigen Wachstumsmarkt China Federn lassen müs- sen. Weil der Wettbewerbsdruck in der Volksrepublik nach wie vor hoch ist, kappte der Dax-Konzern am Dienstag seinen Umsatzausblick für das laufende Jahr und geht nur noch von einem Erlös leicht unter dem Vorjahreswert aus statt auf Vorjahresniveau, wie die Stuttgarter mitteilten. Zudem nahmen die Schwaben wegen der schwierigen Geschäfte in China eine Wert- minderung auf die dortigen Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 704 Millionen Euro vor. Die am Kapital- markt viel beachtete operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten im Pkw-Geschäft sackte im Jahresvergleich im zweiten Quartal um 1,1 Prozent- punkte auf 4,0 Prozent ab. Das war allerdings etwas mehr als von Analysten erwartet. Mercedes hat derzeit neben den Einfuhrzöllen in die USA vor allem mit dem schwachen Verkauf in der Volksrepublik zu kämpfen. Mercedes-Chef Ola Källenius setzt weiter auf eine Bele- bung in der zweiten Jahreshälfte mit frischen Modellen und bestätigte damit die Jahresprognose für das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern sowie für die operative Marge im Pkw-Geschäft. Auf Konzernebene ging der Umsatz um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um gut ein Fünftel auf 1,55 Milliarden Euro zu, weil es in der Lieferwagensparte Vans und bei den Fi- nanzdienstleistungen deutliche Zuwächse gab. Unter dem Strich stieg das Konzernergebnis um 13,5 Pro- zent auf 1,09 Milliarden Euro. Es war der erste Anstieg des Quartalsgewinns seit drei Jahren.
Teamviewer: Weiter mit Umsatzrückgang – Progno- se steht aber Der Fernwartungssoftwarespezalist Teamviewer hat auch im zweiten Quartal Umsatz eingebüßt. Mit 182,7 Millionen Euro ging der Erlös im Jahresvergleich um 4,1 Prozent zurück, wie das im SDax notierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Währungsbereinigt seien es nur 1,4 Prozent Rückgang gewesen, hieß es von den Göp- pingern. Mit dem Umsatz verfehlte Teamviewer die Er- wartung der von Bloomberg befragten Experten. Das Unternehmen sprach von vorübergehenden Wachs- tumsdämpfern. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging um 6 Prozent auf 78,9 Millionen Euro zurück, was Analysten in etwa auch geschätzt hatten. Unter dem Strich stieg der Ge- winn um ein Drittel auf 30,1 Millionen Euro. Hier hatten Währungsaufwendungen ein Jahr zuvor deutlich negati- ver zu Buche geschlagen. Die Prognose für das lau- fende Jahr bestätigte das Unternehmen. Teamvie- wer-Chef Oliver Steil will währungsbereinigt beim Um- satz mindestens auf Vorjahresniveau oder bis zu 3 Pro- zent darüber landen. Nach sechs Monaten steht hier ein Minus von fast einem Prozent zu Buche. Steil setzt auf eine Trendwende im Geschäft mit größeren Unterneh- menskunden (Enterprise-Sparte) beim Zukauf 1E, dem zuvor viele Kunden abhanden gekommen waren. Zudem soll das Produktbündel Teamviewer One bei den lukrati- veren Kunden Schub geben. Auch bei den kleinen und mittleren Kunden sieht das Management eine Stabilisie- rung bei der Kundenabwanderung.
Futures S&P 500 7'423
- 0.3 % FTSE 100 10'770
- 0.3 % DAX 25'505
- 0.1 %
Wichtigste US-Unternehmenszahlen (Erwarteter Gewinn pro Aktie) Vor Börsenöffnung Coca-Cola 0.932$ Paccar Inc. 1.352$ Hilton Worldwide 2.265$ Boeing -0.280$ UPS 1.670$ PayPal 1.275$ S & P Global 4.930$ Nach Börsenschluss Ford Motor Co. 0.360$ Mondelez International 0.681$ Visa Inc. 3.234$ Teradyne Inc. 2.038$
Wirtschaftsdaten (Erwartungen*) China
Japan
Deutschland
GB
Frankreich Verbrauchervertrauen (85)
www.bekb.ch | Marktkommentar | 28. Juli 2026 4 Europa
USA 14:15 Uhr: ADP Weekly Employment Change (16.500k 14:30 Uhr: Lagerbestände beim Groß- handel MoM (0.5%) 15:00 Uhr: FHFA Hauspreisindex MoM (0.1%) 16:00 Uhr: Conf. Board Verbraucherver- trauen (92.0) Conf. Board - Aktuelle Lage (117.5) Conf. Board – Erwartungen (74.1)
*Wenn nichts Anderes vermerkt, bezieht sich die Veränderung gegenüber dem Vormonat q/q = Veränderung gegenüber Vorquartal, y/y = Veränderung gegenüber Vorjahr, ytd = Veränderung seit Jahresbeginn, sb = Saisonberei- nigt, ( ) = Erwartungen, wenn nicht anders erwähnt.
QUELLEN
AWP-dpa-AFX-DJN-Reuters-BEKB IMPRESSUM Kontakt
Handelsabteilung BEKB 3097 Bern-Liebefeld www.bekb.ch, Autoren
Eric Trummer
031 666 63 55
Roger Baumgartner 031 666 63 55
Christoph Germann, 031 666 63 55
Olivier Stern
031 666 63 55
Peter Oesch
031 666 63 55
peter.oesch@bekb.ch Medienanfragen Medienstelle BEKB 031 666 10 15
media@bekb.ch LEGAL DISCLAIMER Werbung: Bei vorliegender Publikation handelt es sich um Werbung für Finanzinstrumente. Sie richtet sich ausschliesslich an Kunden mit entsprechenden Kenntnissen und Erfahrungen mit Wohnsitz bzw. Sitz in der Schweiz. Die Informationen, Produkte und Dienstleistungen sind nicht für Personen bestimmt, die aufgrund von Nationalität, Wohnsitz bzw. Sitz oder sons