Pfarrkirche St. Sixtus in Pollenfeld öffnet nach Sanierung wieder ihre Türen; 3,5 Millionen Euro investiert

Bistum Eichstätt: „Juradom“ erstrahlt in neuem Glanz: Pfarrkirche St. Sixtus in Pollenfeld wird wiedereröffnet

„Juradom“ erstrahlt in neuem Glanz: Pfarrkirche St. Sixtus in Pollenfeld wird wiedereröffnet

Eichstätt. (pde) – Nach mehr als drei Jahren Bauzeit öffnet die Pfarrkirche St. Sixtus in Pollenfeld wieder ihre Türen. Mit einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, 2. August, wird der im Volksmund als „Juradom“ bekannte Kirchenbau offiziell wieder seiner Bestimmung übergeben. Unter dem Motto „Gottes Haus glänzt neu – wir füllen es mit Leben“ beginnt der Festtag um 9 Uhr mit dem Eintreffen der Gläubigen am Pfarrhof. Um 9.15 Uhr ziehen Vereine mit ihren Fahnenabordnungen sowie Gemeindemitglieder aller Generationen gemeinsam in die Kirche ein. Den Festgottesdienst zur Wiedereröffnung feiert Domdekan Monsignore Stefan Killermann. Nach dem Gottesdienst sind alle Gäste zu einem Umtrunk am Pfarrhof eingeladen. Für Kinder haben die Ministranten eine Malaktion vorbereitet: Sie gestalten Bilder ihrer Kirche, die anschließend im Gotteshaus aufgehängt werden und den neu eröffneten Kirchenraum mit Farbe und Leben füllen.

Die Pfarrkirche war seit Mai 2023 wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten geschlossen. Ziel war es, das historische Bauwerk dauerhaft zu sichern und zugleich behutsam für die Zukunft auszurüsten. So wurden unter anderem Dachstuhl und Dach umfassend instandgesetzt, geschädigte Natursteine restauriert, die wertvollen mittelalterlichen Glasfenster konserviert sowie die Fassaden und der Innenraum sorgfältig aufgearbeitet. Auch die technische Ausstattung wurde vollständig erneuert. Die Kirche verfügt nun über eine moderne Beleuchtung mit verschiedenen Lichtszenarien, eine neue Beschallungsanlage sowie eine Induktionsschleife für Menschen mit Hörbeeinträchtigung.

„Die Pfarrkirche St. Sixtus trägt nicht umsonst im Volksmund die Bezeichnung Juradom“, sagt die Kunsthistorikerin und Leiterin des Fachbereichs Kultur- und Denkmalpflege im Bischöflichen Ordinariat, Dr. Claudia Grund. „Die Kirche beeindruckt durch ihr hohes Alter, ihre außergewöhnliche Größe und ihre reiche Ausstattung.“ Ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Der Legende nach brachte der selige Pollo Reliquien des heiligen Papstes Sixtus II. nach Pollenfeld und begründete damit eine Wallfahrt. Der heutige Bau vereint mittelalterliche, neugotische und frühe moderne Bauelemente und zählt zu den eindrucksvollsten Dorfkirchen der Region.

Besonders wertvoll sind die spätgotischen Glasmalereien aus der Zeit um 1400, die Szenen aus der Kindheit und Passion Christi zeigen. Ebenfalls erhalten geblieben sind das filigrane spätgotische Sakramentshaus sowie die Figuren des ehemaligen Hochaltars aus der Zeit um 1520. Sie schmücken heute den neugotischen Hochaltar.

Die Sanierung stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Erst nach dem Öffnen der Dachkonstruktionen wurden zusätzliche statische Schäden sichtbar, die kurzfristig behoben werden mussten. Auch der Umgang mit historischen Baustoffen, Schadstoffen sowie der Schutz von Fledermäusen und Mauerseglern erforderten besondere Sorgfalt. Das Staatliche Bauamt Ingolstadt investierte als Baulastträger gemeinsam mit der Diözese Eichstätt rund 3,5 Millionen Euro in die Erhaltung des Gotteshauses. Rund 2,7 Millionen Euro trägt der Freistaat Bayern, die Diözese Eichstätt rund 781.000 Euro. Einen wichtigen Beitrag leistete auch die Pfarrgemeinde. Zahlreiche Ehrenamtliche halfen über Monate hinweg beim Ausräumen und Wiedereinräumen der Kirche, bei Reinigungsarbeiten sowie mit vielen weiteren Arbeitseinsätzen. Dadurch konnten die Kosten für die Kirchengemeinde spürbar reduziert werden.

Mit der Wiedereröffnung endet die Bauphase – zugleich beginnt ein neuer Abschnitt für den „Juradom“. Die Pfarrgemeinde möchte den Kirchenraum künftig mit Gottesdiensten, Konzerten, Taizé-Andachten und weiteren Veranstaltungen wieder zu einem lebendigen Ort des Glaubens und der Begegnung machen.