Hamburg setzt KI in der Verwaltung ein; 926.312 Prompts 2025

Personalbericht 2026 Kapitel 5

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ZUKUNFTS- FÄHIGE PERSONALARBEIT

Die Freie und Hansestadt Hamburg setzt auf digitale Werkzeuge, um eine zeit- gemäße und effiziente Zusammen-

arbeit zu ermöglichen. Moderne Büro- kommunikationslösungen unterstützen die tägliche Arbeit, erleichtern den Aus- tausch und fördern die Vernetzung über Bereichsgrenzen hinweg. Gleichzeitig erproben wir den verantwortungsvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Verwaltung. Die KI-Anwendung LLMoin hilft dabei, Informationen schneller zu finden, Texte effizient zu erstellen und Routine- aufgaben zu automatisieren – immer unter Berücksichtigung von Datenschutz, Transparenz und ethischen Standards. So schaffen wir die Grundlage für eine moderne, bürgernahe Verwaltung und stärken Hamburg als attraktive, inno- vative Arbeitgeberin. Zahlen für Kalenderjahr 2025

  1. Januar 2025 bis 31. Dezember 2025 LL Moin: Nutzungsverteilung nach Anfragetyp Anzahl der Prompts Gesamtzahl 926.312 Freies Prompten 668.833 Inhaltsgenerierung 111.965 Zusammenfassungen 80.322 Recherche 65.192 Aktive Nutzende Digitale Kollaborationsplattform 19.777 Die Arbeitgeberin Hamburg nutzt digi- tale Werkzeuge für eine moderne Zu- sammenarbeit und erprobt den verant- wortungsvollen Einsatz von KI in der Verwaltung. 44 KAPITEL 05 // ZUKUNFTSFÄHIGE PERSONALARBEIT

Die Frage, wie wir zukünftig arbeiten wollen, ist vielschichtig. Geht es um den Arbeitsort, zeigt sich, dass das Modell, für das sich die FHH entschieden hat, gut funktioniert. Nach der Evaluation der Ver-

einbarung gemäß § 93 HmbPersVG zum Dienst an einem anderen Ort im Jahr 2024 hatten sich keine inhaltlichen Änderungs bedarfe hinsichtlich der Möglichkeiten zum Arbeiten im Homeoffice ergeben. Beschäftigte der Arbeitgeberin Hamburg konnten auch 2025 unter der Beachtung der Prämisse einer guten Aufgaben- erledigung und im Rahmen der 60/40- Prozent-Regel flexibel entscheiden, von wo sie arbeiten möchten. Auf diese Weise können berufliche und private Belange gut miteinander in Einklang gebracht werden. Die Auswertung zeigt, dass mobile Arbeit mit einer Gesamtquote von 31,4 Prozent weiterhin regelmäßig genutzt wird. Die Dienststelle stellt mit einer Quote von 66,9 Prozent jedoch nach wie vor den Hauptarbeitsort vieler Beschäftigter dar. Als familienfreundliche Arbeitgeberin bietet Hamburg auch mit Blick auf die Arbeitszeit viel Flexibilität. Teilzeit, Eltern zeit und Sabbaticals sind möglich und werden durch die Beschäftigten auf allen Ebenen in Anspruch genommen. Führung ist bei der FHH auch in Teilzeit möglich, entweder einzeln oder auch in einem Führungstandem. Geteilte Führungs- modelle haben eine lange Tradition in der Verwaltung der FHH. Seit 2023 wird das Konzept noch gezielter gefördert, indem beispielsweise Stellen, die mit einem Führungstandem besetzt werden, mit bis zu 120 Prozent besetzt werden können. Diese Instrumente tragen dazu bei, Füh rungsaufgaben gut erledigen zu können und gleichzeitig auf individuelle Lebens situationen Rücksicht zu nehmen. Auch in besonderen Lebenslagen, etwa bei der Pflege von Angehörigen, stehen unter stützende Instrumente zur Verfügung. Die digitale Ausstattung und moderne Kommunikationsmittel ermöglichen es, flexibel und ortsunabhängig zusammen zuarbeiten. Führungskräfte werden gezielt für die Anforderungen hybrider Führung qualifiziert. Damit fördert die FHH insgesamt eine Arbeitskultur, die auf Vertrauen, Eigenverantwortung und gegenseitiger Unterstützung basiert. Wir fördern eine zukunftsfähige und ver­ lässliche Arbeitskultur, die gleichzeitig eine hohe Flexibilität ermöglicht. nutzen die mobile Arbeit weiterhin regelmäßig. 31,4 % Die Dienststelle stellt mit einer Quote von 66,9 Prozent nach wie vor den Haupt- arbeitsort vieler Beschäftigter dar. 1,7 Prozent Telearbeit 45 KAPITEL 05 // ZUKUNFTSFÄHIGE PERSONALARBEIT

Die Freie und Hansestadt Hamburg setzt konsequent auf die Digitalisierung ihrer Personalprozesse, um Beschäf-

tigten, Führungskräften und Personal bereichen eine moderne, effiziente und serviceorientierte Erledigung ihrer Personalthemen zu ermöglichen. Ziel ist es, dass viele Anliegen direkt und unkompliziert digital erledigt werden. Mit dem Ausbau der HR-Services stehen zahlreiche digitale Angebote zur Ver- fügung: Über die Anwendung „MeinePersonaldaten“ können beispiels weise Änderungen in den persönlichen Daten oder die Beantragung von Bildungs urlaub papierlos vorgenommen werden. Um eine schnelle, sichere und orts- unabhängige Bearbeitung von Perso nalangelegenheiten zu ermöglichen, führte die FHH das Programm DigiPA ein –

die digitale Personalakte. Zudem wurden die Personalakten aller aktiv Beschäftigten der FHH digitalisiert (Stand Juni 2026) und für ein medien- bruchfreies Arbeiten in das Programm importiert. Im Bereich Beihilfe und Heilfürsorge pro fitieren die Beschäftigten von digitalen Antragsverfahren sowie einer transparen ten Bearbeitung. Durch die Umsetzung von Shared Service-Strukturen werden Perso nalservices gebündelt und standardisiert, sodass im Personalbereich effizient und nach einheitlichen Standards gearbeitet werden kann und Servicequalität sowie Erreichbarkeit weiter verbessert werden. Wir bauen unsere digitalen HR-Services weiter aus, damit Beschäftigte und Füh­ rungskräfte ihre Anliegen direkt und un­ kompliziert erledigen können. MeinePersonaldaten (ZPD) Zahlen, Daten & Fakten DigiPA der Beschäftigten der FHH nutzen

Meine Personaldaten insgesamt bis Ende 2025 digitalisiert Insgesamt involvierte Dienststellen: Insgesamt zu schulende Mitarbeitende: 39 962 Zu digitalisierende Personalakten

insgesamt der Nutzenden haben den Postversand abbe stellt und tragen damit zur Nachhaltigkeit bei. mit FHHnet-Zugang Im Durchschnitt Zugriffe pro

Monat auf die Plattform 71.000 24% 54% 72% 70.332 85.463 46 KAPITEL 05 // ZUKUNFTSFÄHIGE PERSONALARBEIT

Fort- und Weiterbildung sind zentrale Voraus- setzungen für eine zukunfts- und leistungsfähige Organisation. Die Arbeitgeberin Hamburg bietet hierzu ein breites Spektrum an Qualifizierungsange- boten für alle Beschäftigtengruppen an. Im Zentrum für Aus- und Fortbildung fördern wir die kontinu- ierliche Weiterentwicklung unserer Belegschaft mit über 2.000 Veranstaltungen im Jahr 2025. Neben fachspezifischen Schulungen werden dabei gezielt auch soziale und methodische Kompetenzen gestärkt. Um den Anforderungen der modernen Arbeitswelt gerecht zu werden, setzen wir verstärkt auf innovative Lernformate: Digitale Angebote wie E-Learnings und individuelle digitale Lernpfade ermöglichen eine flexible Integration des Lernens in den Arbeitsalltag. Einen besonderen Meilen- stein bildet die neue Digital Academy (ab 2026), die speziell Fortbildungen im Bereich der digitalen Transformation und IT bündelt und so sicherstellt, dass unsere Beschäftigten bei neuen technologi- schen Entwicklungen stets anschlussfähig bleiben. Ergänzt wird dieses Angebot durch die gezielte Unterstützung des Wissenstransfers zwischen erfahrenen und jüngeren Kolleginnen und Kolle- gen. Eine kontinuierliche Qualitätssicherung sowie der enge Austausch mit externen Dozentinnen und Dozenten sowie den Teilnehmenden selbst garantieren dabei die hohe Relevanz, Aktualität und Wirksamkeit unseres gesamten Portfolios. Über Veranstaltungen haben wir in 2025 unseren Beschäf- tigten angeboten. Angebotsarten: Fachliche Schulungen Soziale Kompetenzen Methodische Kompetenzen Lernformate: Präsenzveranstaltungen E-Learnings Digitale Lernpfade Blended Learning / digitale Formate 2.000 Kontinuierliche Fort- und Weiter- bildung ist für uns selbstverständ­ lich – wir schaffen vielfältige Lern- angebote für alle Beschäftigten­ gruppen. 47 KAPITEL 05 // ZUKUNFTSFÄHIGE PERSONALARBEIT

Zum 1. Januar 2026 ist das neue Beurtei-

lungswesen für die Beschäftigten der FHH in Kraft getreten. Über das gesamte Jahr 2025 wurde dies intensiv vorbereitet, um Führungskräfte und Beschäftigte best möglich auf die Neuerungen vorzubereiten.

Ziel der Novellierung war es, ein einfaches, schnelles und rechtssicheres Beurtei lungssystem zu entwickeln, das die Ent wicklungen der neueren Rechtsprechung aufgreift, die Kompetenzanforderungen, die die moderne Arbeitswelt mit sich bringt, abbildet und beurteilbar macht sowie Bearbeitungsaufwand verringert. Die wichtigsten Änderungen sind u. a. die Anpassung des Beurteilungsmaß-

stabs, die Modernisierung der Beurtei lungskriterien und die Einführung von Beurteilungskriterien für Führungskräfte entlang des Führungsleitbildes der FHH. Außerdem wird nun ein Gesamturteil gebildet, das Grundlage für Auswahl- und Beförderungsentscheidungen ist. Die Einführung des neuen Beurteilungs wesens wurde durch das Personalamt intensiv vorbereitet und begleitet. Früh-

zeitige Informationsveranstaltungen, Fortbildungsangebote, ein E-Learning- Format sowie die Zusammenarbeit mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den Dienststellen haben dazu beige tragen, die Informationen rund um die Neuerungen breit zu streuen und die Führungskräfte und Beschäftigten gut vorzubereiten. Mit umfangreichen Infor mationsmaterialien im Personalportal in Form von Handreichungen, Leitfäden und weiteren Tools wird die Anwendung der neuen Regeln in der Praxis unterstützt. Hamburg führt ein neues Beurteilungs­ wesen ein – einfacher, transparenter, rechtssicher und an den Anforderungen der modernen Arbeitswelt orientiert. 48 KAPITEL 05 // ZUKUNFTSFÄHIGE PERSONALARBEIT

Die Freie und Hansestadt Hamburg setzt sich aktiv dafür ein, die Resilienz ihrer Verwaltung gegenüber verfassungs-

feindlichen Einflüssen zu stärken. Ein Instrument, um dies zu erreichen, wird zukünftig die sogenannte Regelanfrage sein. Durch die Regelanfrage werden etwaige Erkenntnisse, die beim Landesamt für Verfassungsschutz zu einer Person vorliegen, bei bestimmten Personalent scheidungen der Arbeitgeberin Hamburg einbezogen. Die Anfrage erfolgt bei • neu in den hamburgischen öffent- lichen Dienst Eintretenden, • Beschäftigten, deren Beschäftigungs- oder Dienstverhältnis verfestigt wird (z. B. Fristverlängerung bzw. Entfris-

tung, Berufung in ein Beamtenver-

  • hältnis auf Probe und auf Lebenszeit) oder • Beschäftigten, die in besonders schützenswerte Bereiche wechseln. Die Einführung der Regelanfrage als Instrument zum Schutz der Arbeitgebe rin Hamburg vor verfassungsfeindlichen Einflüssen ist eine sinnvolle Maßnahme. Angesichts einer immer unübersichtli cheren und potenziell konfliktbehafteter werdenden gesellschaftlichen Situation wollen wir die Augen vor Gefährdungen unserer Demokratie nicht verschließen, sondern aktiv gegensteuern. Die ver-

gangenen Jahre haben gezeigt, dass Einzelpersonen, aber auch extremistische Gruppierungen gezielt versuchen, sich in gesellschaftlich relevanten Strukturen und insbesondere auch im öffentlichen Dienst zu verankern. Dem tritt die Arbeit geberin Hamburg entgegen und betont die gesetzlich und tarifvertraglich beste-

hende Anforderung der Verfassungstreue. Auch wenn extremistische und andere verfassungsfeindliche Vorfälle im öffentli- chen Dienst auf sehr wenige Personen beschränkt sind und sich die weit über wiegende Zahl der rd. 83.000 Beschäf tigten rechtstreu und integer verhält, schädigen auch wenige Einzelfälle das Vertrauen der Allgemeinheit in den öffent lichen Dienst und gefährden die Integri tät und Sicherheit der Verwaltung. Die Einführung der Regelanfrage für die genannten Personalprozesse wird vom Personalamt intensiv begleitet. Es wurden die notwendigen organisatorischen Maß-

nahmen sowie die erforderlichen digitalen Verfahren entwickelt und etabliert, damit die Regelanfrage sehr zügig durchgeführt werden kann und unsere Personalprozesse nicht über Gebühr verlangsamt we