Schwester Josefine Schwitalla veröffentlicht TikTok-Videos über ihren Klosteralltag in Osnabrück; Mehrere Millionen Aufrufe.

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Ordensfrau: Jesus wäre in den Sozialen Medien aktiv

VERÖFFENTLICHT AM 28.07.2026 UM 11:15 UHR – LESEDAUER: 2 MINUTEN

OSNABRÜCK - Schwester Josefine Schwitalla veröffentlicht auf TikTok Videos über ihren Alltag im Kloster. Auch schwere Themen wie Missbrauch werden darin behandelt. Dennoch gibt es auch für die Schwester Grenzen.

Die Benediktinerin Josefine Schwitalla ist überzeugt, dass Jesus in heutigen Zeiten auf den Sozialen Medien aktiv wäre. “Er würde wahrscheinlich einen Mix haben, um verschiedene Leute zu erreichen”, sagte die Schwester in einem Interview mit der Zeitung “taz” am Montag . “Ich glaube, dass er neben TikTok definitiv auch auf Insta wäre und er vermutlich einen Podcast hätte.” Schwester Schwitalla veröffentlicht für das Bistum Osnabrück regelmäßig Videos auf TikTok über ihren Alltag im Kloster.

Nach einem ersten Video häuften sich Nachfragen zum Leben im Kloster und als Nonne, so Schwitalla weiter. “Wir haben dann gemerkt, dass wir das nicht einfach so verpuffen lassen können”, so die Schwester. Das große Interesse erklärt sie sich mit den sonst fehlenden Berührungspunkten der Zuschauer mit dem Klosterleben im Alltag. “Hinzu kommt, dass ich als Frau weniger mit dem Missbrauchsskandal in Verbindung gebracht werde.”

In ihren Videos behandelt Schwitalla auch die Themen Gewalt gegen Frauen, Präventionsarbeit im Bistum oder Homosexualität . Gerade Videos zum Thema Missbrauch erreichten jedoch geringere Klickzahlen als trivialere Videos. “Aber uns ist es wichtig, die Themen nicht davon abhängig zu machen, wie sie ankommen, sondern das zu zeigen, was uns bedeutsam ist”, erklärte Schwitalla. Dennoch gebe es auch für sie Grenzen. “Ich würde zum Beispiel niemals mein geistliches Tagebuch veröffentlichen. Und auch manche Dinge, die innerhalb des Konvents passieren, gehören definitiv nicht ins Netz.” Auch Fragen zu ihrer eigenen Sexualität würde sie nicht beantworten.

Zwar gebe es auch Kritik von Gläubigen, dass einige Videos zu trivial und kindisch seien, doch das sei eher der kleinere Teil, so die Schwester. Außerdem mache ihr die Arbeit auch an diesen Videos Spaß. “Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann in den Videos so sehr ich selbst sein, dass mich das eher, wie sagt man, peripher interessiert.” Auch ihre Oberin im Haus und die nächsthöhere Ordensebene stünden voll und ganz hinter dem Projekt, erklärt Schwitalla.

Schwester Josefine Schwitalla trat 2017 ins Kloster der Ewigen Anbetung in Osnabrück ein. Mit ihren Videos erreicht sie mehrere Millionen Aufrufe und tausende Follower auf TikTok. (ayo)

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