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title: "Aquaductus beginnt Baugrunduntersuchungen vor Norderney; Teil des European Hydrogen Backbone"
sdDatePublished: "2026-07-28T12:57:00Z"
source: "http://www.klimaschutz-niedersachsen.de/aktuelles/Aquaductus-erreicht-naechsten-Meilenstein-5159"
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locations:
  - "Lower Saxony"
  - "Germany"
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Aquaductus beginnt Baugrunduntersuchungen vor Norderney; Teil des European Hydrogen Backbone

Aquaductus erreicht nächsten Meilenstein - Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen

Das Offshore-Wasserstoffpipelineprojekt Aquaductus hat einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: Vor der Insel Norderney haben die Baugrunduntersuchungen begonnen. Damit schreitet eines der zentralen Infrastrukturvorhaben für die künftige Wasserstoffwirtschaft in der Nordsee planmäßig voran.

Aquaductus ist Teil der Aquaventus-Initiative und verfolgt das Ziel, offshore erzeugten grünen Wasserstoff aus der Nordsee effizient an Land zu transportieren. Grundlage ist die Nutzung von Offshore-Windenergie zur Wasserstoffproduktion im industriellen Maßstab. Bis zum Jahr 2035 sollen in der deutschen Nordsee Elektrolysekapazitäten von insgesamt 10 Gigawatt aufgebaut werden. Damit könnten jährlich bis zu eine Million Tonnen klimaneutraler Wasserstoff direkt auf See erzeugt werden. Dies verringert die Abhängigkeit von Wasserstoffimporten und erhöht zugleich die Resilienz des Energiesystems sowie die damit verbundene Versorgungssicherheit.

In der ersten Ausbaustufe ist eine rund 200 Kilometer lange Pipeline vorgesehen, die den Windpark SEN-1 in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) an das Festland anbindet. In einem zweiten Schritt soll die Trasse auf bis zu 500 Kilometer erweitert und weitere Offshore-Windparks integriert werden.

Langfristig entwickelt sich AquaDuctus damit zu einem zentralen Baustein eines europäischen Wasserstoffverbundnetzes. Als Teil des European Hydrogen Backbone wird das Projekt zur Vernetzung von Erzeugungs- und Verbrauchszentren in Europa beitragen und die Integration der Nordseeanrainerstaaten vorantreiben. Parallel wurden auch international Fortschritte erzielt: In den Niederlanden konnte mit dem Projekt PosHYdon kürzlich erstmals die Offshore-Wasserstoffproduktion erfolgreich demonstriert werden.

Das technische Konzept von AquaDuctus setzt auf eine kombinierte Erzeugung sowie den Transport von Strom und Wasserstoff. Studien zeigen, dass solche kombinierten Anschlusslösungen kosteneffizienter sind als reine Stromtransportlösungen und gleichzeitig nur geringfügig höhere Kosten verursachen als reine Wasserstoffpipelines. Gleichzeitig erhöhen sie die Flexibilität und eröffnen zusätzliche Erlöspotenziale.

AquaDuctus ist als „Important Project of Common European Interest“ (IPCEI) eingestuft und wird durch den Bund sowie das Land Niedersachsen gefördert. Auch bei der Planung wurden wichtige Fortschritte erzielt: Untersuchungen belegen, dass die geplante Tunnelbauweise mit einer Trassenführung über Norderney die geringsten Auswirkungen auf den Nationalpark Wattenmeer sowie auf die Schifffahrt erwarten lässt. Vor diesem Hintergrund wurde auf eine Raumverträglichkeitsprüfung verzichtet.

Mit dem Start der Baugrunduntersuchungen wird nun ein entscheidender Schritt in Richtung Realisierung dieses Schlüsselprojekts für die Energiewende und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Niedersachsen und Europa gemacht.

0160 911 316 17 joerg.schrickel [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Veröffentlicht am: 28. Juli 2026