Landesamt für Umwelt richtet länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe für das mittlere Spreegebiet ein; Ziel: Abflüsse stabilisieren trotz Trockenheit

Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, 14467 Potsdam Pressesprecher Kontakt: Gabriel Hesse Potsdam, 28. Juli 2026 Pressemitteilung Nummer: 158/2026 Telefon: 0331 866-7011 0331 866-7019 Mobil: 0174 6999572 E-Mail: pressestelle@mleuv.brandenburg.de Internet: https://mleuv.brandenburg.de Social Media Niedrigwasser in Südbrandenburg: länderüber- greifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe einberufen Bereits seit 1. Juni gilt Stufe 1 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes für das mitt- lere Spreegebiet Geringe Niederschläge im Winter und Frühjahr führten bereits seit Jahresbeginn zu niedri- gen Abflüssen in den Gewässern in Südbrandenburg. Besonders trocken ist es im sächsi- schen Teil des Spreeeinzugsgebietes. Zum Beginn des Sommers waren die Speicher im Spreegebiet nur zur Hälfte gefüllt. Die für Brandenburg und Berlin wichtige Niedrigwas- serstützung kann daher nur eingeschränkt geleistet werden, was zu niedrigen Abflüssen in der Spree führt. Um die verbliebenen Reserven in den Wasserspeichern besser managen zu können und die Niedrigwasserstützung bis zum Ende des Sommers zu sichern, hat das Lan- desamt für Umwelt (LfU) jetzt eine länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe einberufen. Ziel ist es, die Abflüsse in der Spree so weit wie möglich zu stabilisieren. Das Spreegebiet befindet sich aufgrund anhaltend geringer Niederschläge in einer angespann- ten wasserwirtschaftlichen Situation. Ausgangspunkt ist ein erhebliches Niederschlagsdefizit - besonders im oberen Spreeeinzugsgebiet, das bereits im Jahr 2025 entstanden ist. Auch in diesem Jahr setzte sich die trockene Witterung fort. Im oberen Einzugsgebiet wurden bisher vielerorts nur rund 70 Prozent der für den Jahreszeitraum typischen Niederschlagsmenge erreicht. Dies zeigen unter anderem die Messungen an der DWD-Wetterstation Kubschütz bei Bautzen. Die geringe Niederschlagsmenge hat bereits seit dem Winterhalbjahr 2025/2026 und insbeson- dere im Frühjahr 2026 zu deutlich verminderten Abflüssen in der Spree und ihren Zuflüssen ge- führt. Gleichzeitig konnten die Speicher im Spreegebiet bis Ende April im Mittel nur zu etwa 50 Pro- zent gefüllt werden. Damit bestand zu Beginn des Sommers die ungünstigste Ausgangssituation seit dem Trockenjahr 2020. Unmittelbare Folge sind niedrige Zuflüsse zur Talsperre Spremberg.

Potsdam, 28. Juli 2026 Pressemitteilung Seite 2 von 3 Die Möglichkeiten zur Stützung der Abflüsse im Spreegebiet sind dadurch erheblich einge- schränkt. Eine Niedrigwasserstützung ist seit Ende Mai erforderlich, kann aufgrund der begrenz- ten Wasserreserven jedoch nicht in dem Umfang erfolgen, der für eine dauerhafte Stabilisierung der Abflüsse notwendig wäre. Die Auswirkungen zeigen sich insbesondere an den Pegeln Leibsch Unterpegel (UP) und Große Tränke Unterpegel. Die dort festgelegten Mindestabflüsse werden seit Ende Mai dauer- haft unterschritten. Am Pegel Leibsch UP beträgt der Mindestabfluss 4,5 Kubikmeter pro Sekunde. Seit dem 25. Mai wurden dort im Mittel lediglich 3,46 Kubikmeter pro Sekunde erreicht. Mehrfach lagen die Abflüsse kurzfristig unter zwei Kubikmeter pro Sekunde. Bereits Ende Mai trat deshalb auch die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung für das mittlere Spreegebiet zusammen, um die erforderlichen Maßnahmen des Niedrigwassermanagements in der Region abzustimmen. Die Umsetzung der Maßnahmen begann am 1. Juni. Seitdem gilt die Stufe 1 des Niedrigwasser- bewirtschaftungskonzeptes für das mittlere Spreegebiet. Die jüngsten Niederschläge im Spreewald führten zu einer vorübergehenden Entspannung der Abflusssituation. Am Morgen des 27. Juli lag der Abfluss bei knapp vier Kubikmeter pro Sekunde (zum Vergleich: Der mittlere Juli-Abfluss der Jahresreihe 1991 bis 2020 beträgt am Pegel Leibsch Unterpegel 7,09 Kubikmeter pro Sekunde). Mit der nun prognostizierten trockenen und war- men Witterung ist aber im Wochenverlauf von einem erneuten Rückgang der Abflüsse aus- zugehen. Um die bei gleichzeitig steigenden Temperaturen erwarteten höheren Wasserverluste teilweise auszugleichen, ist in den kommenden Tagen eine Erhöhung der Abgabe der Talsperre Spremberg vorgesehen. Noch bis Mitte August kann die Talsperre Spremberg einen wichtigen Bei- trag zur Niedrigwasserstützung der Spree leisten. Dann ist der Beckenwasserstand auf unter 90 Meter über Normalnull (m ü. NN) abgesenkt. Gleichzeitig erlaubt der niedrige Wasserstand in der Talsperre die Durchführung einer wichtigen Instandhaltungsmaßnahme am Staudamm. Aktuell liegt der Beckenwasserstand bei 90,33 Me- ter über Normalnull und die Abgabe beträgt 7,27 Kubikmeter pro Sekunde. Die derzeitige Abgabe ist ungewöhnlich niedrig. Zum Vergleich: Die mittlere Abgabe der Talsperre Spremberg lag im Juli der Referenzperiode 1991 bis 2020 bei 11,0 Kubikmeter pro Sekunde. Nach den jüngsten Nieder- schlägen im Spreewald dient die niedrige Abgabe vor allem der Schonung der vorhandenen Re- serven der übrigen Speicher im Spreegebiet. Denn trotz der vermeintlich sehr geringen Abgabe fällt der Beckenwasserstand der Talsperre Spremberg aufgrund des noch geringeren Zuflusses weiterhin mehrere Zentimeter pro Tag. Aufgrund der geringen Reserven in den Speichern im Oberlauf der Spree bleibt die Situation angespannt und eine Erhöhung der Abgabe aus der Talsperre Spremberg ist nur in begrenztem

Potsdam, 28. Juli 2026 Pressemitteilung Seite 3 von 3 Umfang möglich. Nach Abschluss der Instandhaltungsmaßnahme an der Talsperre Spremberg ist zudem keine weitere Absenkung des Wasserstandes vorgesehen. Um weiterhin eine stabile Nied- rigwasserstützung für das Spreegebiet gewährleisten zu können, müssen dann verstärkt Abgaben aus den übrigen Speichern im Einzugsgebiet erfolgen. Vor diesem Hintergrund hat das Landesamt für Umwelt (LfU) die Ad-hoc-Arbeitsgruppe für das Spreegebiet einberufen. Darin arbeiten die Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen zusam- men. In dieser Arbeitsgruppe stimmen die beteiligten Akteure kurzfristig erforderliche Maßnah- men ab, um einerseits die Abflüsse der Spree so weit wie möglich zu sichern und andererseits mit den sehr begrenzten Wasserreserven besonders schonend umzugehen. Zwischen den beteiligten Akteuren wurden zunächst festgelegt, dass der Mindestabfluss am Pegel Leibsch Unterpegel vorübergehend in einem Korridor von zwei bis drei Kubikmeter pro Sekunde bewirtschaftet wird, um die vorhandenen Reserven zu schonen. Die weitere Entwicklung wird eng überwacht und die Bewirtschaftungsmaßnahmen werden entsprechend der hydrologischen Situation ange- passt.

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