Greenpeace dokumentiert tote Zonen in der Ostsee vor Schleswig-Holstein; Über 90 Prozent der Ostsee überdüngt

Ostsee leidet massiv unter Überdüngung | Greenpeace e.V. Presseportal

Ostsee leidet massiv unter Überdüngung

Greenpeace dokumentiert tote Zonen durch Untersuchungen mit dem Forschungssegler Malizia Explorer von Boris Herrmann

Kiel, 28. 7. 2026 - Tote Zonen, in denen weder Fische noch Pflanzen überleben können, sind an vielen Stellen in der Ostsee zu finden. Das bestätigen erste Ergebnisse der viertägigen Schiffstour von Greenpeace gemeinsam mit der Crew des Forschungsseglers „Malizia Explorer“ von Boris Herrmann vor der Küste Schleswig-Holsteins. Die toten Zonen entstehen durch Überdüngung in der Landwirtschaft. „Die ersten Ergebnisse vom Grund der Kieler Förde bieten Grund zur Besorgnis“, sagt Lasse van Aken, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. „Die Überdüngung raubt jeglichem Leben in der Ostsee den Sauerstoff. Verantwortlich ist die intensive Landwirtschaft, vor allem die industrielle Tierhaltung.”Wissenschaftler:innen von Greenpeace messen in den kommenden Tagen in den Küstengewässern der Flensburger und Eckernförder Bucht mithilfe einer CDT-Sonde den Sauerstoffgehalt des Meeres. Werte unter vier Milligramm pro Liter setzen viele Meeresbewohner unter Stress. Sinkt die Menge gelösten Sauerstoffs im Wasser auf unter zwei Milligramm pro Liter, können tote Zonen entstehen. Ein Unterwasserroboter dokumentiert in bis zu 25 Meter Tiefe den Meeresboden, Taucher:innen filmen den tier- und pflanzenlosen Grund.

Mehr als 90 Prozent der Ostsee sind überdüngt. Dadurch entstehen laut Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) sauerstoffarme oder in tiefen Wasserschichten sogar komplett sauerstofffreie Todeszonen. Um die Ostsee zu retten, aber auch das Grundwasser in Deutschland vor landwirtschaftlicher Überdüngung zu schützen, muss das Düngerecht von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) grundlegend korrigiert werden. Betriebe mit Tierhaltung produzieren Unmengen an Gülle. Landet zu viel davon auf dem Acker, wird das Grundwasser verschmutzt und die Ostsee zerstört. „Der Staat muss wissen, wer wie viele Nährstoffe ausbringt. Sich nur auf das Wort der landwirtschaftlichen Betriebe zu verlassen, wie Minister Rainer es vorhat, ist unverantwortlich“, so van Aken. Die Stoffstrombilanz, durch die Stickstoffüberschüsse auf Betriebsebene erfasst wurden, hat der Minister kurz nach seinem Amtsantritt abgeschafft. Durch das Verursacherprinzip konnten Landwirt:innen, die zu viel düngen, zur Verringerung verpflichtet werden. „Die Untersuchungen, die Greenpeace auf unserem Schiff macht und veröffentlicht, sind sehr wichtig“, sagt Boris Herrmann, „deshalb freuen wir uns über diese Zusammenarbeit.“

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Lasse van Aken Experte für Agrarwende, nachhaltige Landwirtschaft, Europäische Agrarpolitik lasse.van.aken@greenpeace.org 0160-7260337 vCard herunterladen

Experte für Agrarwende, nachhaltige Landwirtschaft, Europäische Agrarpolitik

Kristina Oberhäuser Pressesprecherin Agrarwende kristina.oberhaeuser@greenpeace.org 0171-7099104 vCard herunterladen

Kirstie Kinley Fotoredakteurin Agrarwende kirstie.kinley@greenpeace.org 0171-8660463 vCard herunterladen

Dienstag, 28. Juli 2026, 07:40 Uhr CEST

Greenpeace zum heute veröffentlichten Aktionsplan Meer Zu den Maßnahmen, die den schlechten Zustand der Meere verbessern können, müssen auch strenge Düngeregelungen für die Landwirtschaft gehören.

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