Evangelische Kirchengemeinde Witzhelden baut neues Gemeindezentrum in Witzhelden; Klimaanpassung und Begegnungsräume stärken Dorfkern

Eine neue Dorfmitte für Witzhelden

Mit dem Neubau des evangelischen Gemeindezentrums in Witzhelden (einem Stadtteil von Leichlingen) wurde nicht nur zusätzlicher Raum für die Gemeindearbeit geschaffen, sondern zugleich die historische Dorfmitte neu geordnet und gestärkt. Die Gestaltung verbindet die denkmalgeschützte Kirche, das Pfarrhaus und den Neubau zu einem zusammenhängenden Ensemble aus Gebäuden und Freiräumen. Besonderes Augenmerk lag dabei darauf qualitätsvolle Außenräume zu schaffen, die Begegnungen ermöglichen, die Identität des Ortes stärken und einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten.

Witzhelden liegt zwischen Köln und Wuppertal im Bergischen Land. Das Gemeindezentrum befindet sich im historischen Ortskern und ergänzt das bestehende Ensemble aus Kirche und Pfarrhaus. Die Planung reagiert auf die anspruchsvolle Topografie des Grundstücks und entwickelt aus den vorhandenen Geländestufen ein zusammenhängendes Raumgefüge. Durch neue Wegebeziehungen, Sichtachsen und Räume werden die einzelnen Gebäude stärker miteinander verknüpft und die Kirche als zentraler Orientierungspunkt im Ortsbild hervorgehoben. Mit dem Ergebnis: Der historische Ortskern ist nun funktional und räumlich gestärkt.

Foto: Mia ter Horst Durch das neue Freiraumkonzept entstehen unterschiedliche Aufenthalts- und Nutzungsbereiche für verschiedene Altersgruppen und Aktivitäten: Die obere Platzebene dient als öffentlicher Treffpunkt sowie als Raum für Märkte, Veranstaltungen oder Kirchenfeiern, während die darunterliegende Gartenebene vielfältige Möglichkeiten für das Gemeindeleben und die Dorfeinwohner*innen bietet – sie wird zum Beispiel regelmäßig für Open-Air-Konzerte genutzt.

„Besucherinnen und Besucher sind begeistert von der wunderbaren Atmosphäre.“ Monika Müller, ev. Kirchengemeinde Witzhelden

Die großzügige Rasentreppe verbindet nicht nur die beiden Ebenen, sondern dient auch als Sitztribüne und schafft eine intime, zugleich offene Konzertatmosphäre. Monika Müller von der evangelischen Kirchengemeinde Witzhelden beschreibt die besondere Qualität dieses Freiraums treffend: „Besucherinnen und Besucher sind begeistert von der wunderbaren Atmosphäre. Die Konzerte richten sich nicht nur an die Kirchengemeinde, sondern an alle Bewohnerinnen und Bewohner Witzheldens.“

Zur Verbesserung des Mikroklimas integriert der Umbau grüne Elemente: Staudenbeete, Wildblumenflächen, Obstbäume und Hecken erhöhen den Vegetationsanteil und fördern die Kühlung durch Verdunstung sowie die natürliche Beschattung. Die vielfältigen Pflanzungen fördern die Biodiversität und schaffen Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere. Außerdem ermöglichen Rasenflächen die Versickerung von Niederschlägen und bieten Raum zum Spielen und Verweilen.

Soziale Bedeutung für den Platz und den Ort

Durch die Neugestaltung entstand ein lebendiger Ort mit hoher sozialer Bedeutung für die Gemeinde und die Bewohner*innen Witzheldens. Monika Müller sagt über den Charakter des Platzes: „Das Besondere an diesem Platz ist seine lebendige Vielseitigkeit und die klare Ausstrahlung von Gemeinschaft.“

Nachbarschaftliche Aktivitäten können ganzjährig auf den unterschiedlichen Freiräumen stattfinden und bringen Menschen verschiedener Generationen zusammen. Die Nutzung für alle Altersgruppen wird durch die barrierefreie Erschließung erleichtert und erhöht die Aufenthaltsqualität. Dass die Außenanlagen öffentlich zugänglich sind, stärkt das Miteinander, fördert ehrenamtliches Engagement und macht das Gemeindezentrum zu einem selbstverständlichen Treffpunkt im Dorf.

Eine besondere Qualität des Projekts liegt in der sensiblen Verbindung von historischer Bausubstanz, Topografie und Freiraumgestaltung. Die Anlage nutzt die natürlichen Höhenunterschiede des Geländes, um differenzierte Außenräume mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten zu schaffen.

Charakteristisch und bis ins Detail durchdacht ist zudem das Material aus Granit und Grauwacke, das sich auf die historischen Bestandsgebäude bezieht. Die Kombination aus befestigten Plätzen und naturnah gestalteten Grünräumen schafft einen ausgewogenen Übergang zwischen repräsentativem Ortszentrum und klimaangepasstem Freiraum. So entstand ein Außenbereich, der historische Identität, zeitgemäße Nutzung und ökologische Qualitäten zu einem stimmigen Ganzen verbindet.

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