BBV fordert Soforthilfen in Unterfranken; Bestände sinken von 335.424 auf 230.798

Jetzt handeln - Bayerns Schweinehaltern geht die Luft aus | Bayerischer Bauernverband

Jetzt Handeln - Bayerns Schweinehaltern Geht Die Luft Aus

Bayerische Bauernverband (BBV) fordert Soforthilfen und setzt auf Verbraucherunterstützung

Viele Höfe ringen inzwischen nicht mehr nur um ihre Rentabilität, sondern akut um ihre Liquidität. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Kreisbäuerinnen und Kreisobmänner des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) im Bezirksverband Unterfranken bei einem Austausch auf einem Schweinebetrieb intensiv über die angespannte wirtschaftliche Lage sowie notwendige Sofortmaßnahmen. Der BBV fordert daher unverzügliches politisches Handeln und die konsequente Umsetzung seines Acht-Punkte-Plans zur Sicherung der heimischen Schweinehaltung.

Wie dramatisch die Entwicklung bereits ist, zeigt ein Blick nach Unterfranken: Wurden im Jahr 2016 in der Region noch 335.424 Schweine gehalten, waren es 2024 nur noch 230.798 Tiere . Dieser erhebliche Rückgang verdeutlicht den fortschreitenden Strukturwandel und zeigt, wie stark die Schweinehaltung bereits unter wirtschaftlichem und politischem Druck steht. Setzt sich dieser Trend ungebremst fort, drohen weitere Betriebsaufgaben, der Verlust regionaler Wertschöpfung und eine zunehmende Abhängigkeit von Importen.

Mit seinem Acht-Punkte-Plan hat der BBV ein konkretes Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der heimischen Schweinehaltung vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen:

Sicherung der Liquidität der Betriebe,

gleiche Wettbewerbsbedingungen innerhalb der Europäischen Union,

mehr Verbindlichkeit und Fairness entlang der Wertschöpfungskette,

stärkere Absatz- und Imagebewerbung sowie

„Jetzt muss schnell gehandelt werden, sonst geht unseren Schweinehaltern die Luft aus. Hier steht die gesamte Wertschöpfungskette des bayerischen Schweinefleischs auf dem Spiel“, betont Bezirkspräsident Stefan Köhler.

Neben kurzfristigen Hilfen fordert der BBV verlässliche politische Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Schweinehaltung. Nationale Alleingänge gegenüber dem EU-Recht schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe und führen dazu, dass selbst bereits bewilligte und geförderte Investitionsvorhaben wieder aufgegeben oder verschoben werden. Die Betriebe brauchen Planungssicherheit, faire Wettbewerbsbedingungen und ein klares politisches Bekenntnis zur heimischen Nutztierhaltung.

Der Bayerische Bauernverband richtet zugleich einen klaren Appell an die Verbraucherinnen und Verbraucher: Wer beim Einkauf bewusst zu bayerischem Schweinefleisch greift, stärkt die heimische Landwirtschaft, sichert Arbeitsplätze in der Region in der Weiterverarbeitung und bei den Metzgern und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit regional erzeugten Lebensmitteln.

Gerade in der Grillsaison gilt deshalb: Heimisches Schweinefleisch kaufen, regionale Erzeuger unterstützen und den Grill mit Produkten aus Bayern bestücken. Jeder Einkauf ist ein klares Bekenntnis zur regionalen Landwirtschaft und hilft den Schweinehaltern in dieser schwierigen Phase.

Der BBV wird sich weiterhin mit Nachdruck für die Umsetzung seines Acht-Punkte-Plans einsetzen und gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und der gesamten Wertschöpfungskette an tragfähigen Lösungen arbeiten, um die Zukunft der bayerischen Schweinehaltung dauerhaft zu sichern.