Christian Tischner besucht KZ-Gedenkstätte Laura, Lehesten; 19.5k Euro Förderung für GoetheMuseum Stützerbach

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KulTour 2026: Zwischen Erinnerung, Handwerk und Gegenwartskunst

28.07.2026 Erstellt von Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Der zweite Tag der KulTour 2026 führte Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christian Tischner, nach Lehesten, Lauscha, Stützerbach und Erfurt. Die Stationen machten deutlich, wie vielfältig die Thüringer Kulturlandschaft ist: Sie reicht von authentischen Erinnerungsorten über traditionsreiches Handwerk und bedeutende Literaturgeschichte bis hin zur Förderung zeitgenössischer Kunst. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, kulturelles Erbe zu bewahren, kulturelle Vielfalt zu fördern und Impulse für die Zukunft zu setzen.

Geschichte bewahren und Verantwortung vermitteln

Zum Auftakt besuchte Minister Christian Tischner die KZ-Gedenkstätte Laura sowie den Schieferpark Lehesten. Während der Schieferpark die jahrhundertealte Tradition des Schieferbergbaus dokumentiert, erinnert die Gedenkstätte Laura an eines der rund 140 Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald.

Zwischen 1943 und 1945 wurden rund 2.600 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Buchenwald nach Laura deportiert und unter unmenschlichen Bedingungen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Mehr als 500 Menschen verloren hier ihr Leben. Die weitgehend erhaltene Unterkunftsbaracke vermittelt bis heute eindrucksvoll die Lebensbedingungen der Gefangenen und macht die Gedenkstätte zu einem wichtigen Ort der historisch-politischen Bildung.

„Erinnerung braucht authentische Orte. Sie helfen uns zu verstehen, welche Folgen Diktatur und Menschenverachtung haben können. Die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte bleibt eine gemeinsame Verantwortung – gerade auch gegenüber jungen Menschen“, sagte Kulturminister Christian Tischner.

Anschließend führte die KulTour nach Lauscha. In der Farbglashütte informierte sich der Minister über die traditionsreiche Glasherstellung und nahm selbst an einem Glasbläser-Workshop teil. Die Herstellung von mundgeblasenem Lauschaer Christbaumschmuck wurde 2021 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Sie steht beispielhaft für lebendige Kulturtraditionen, die bis heute durch das Wissen und Können der Handwerkerinnen und Handwerker bewahrt werden.

„Immaterielles Kulturerbe lebt von den Menschen, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten mit Leidenschaft weitergeben. Das Lauschaer Glashandwerk ist weit über Thüringen hinaus ein Botschafter unserer Kultur und unserer Handwerkskunst“, betonte Minister Tischner.

Im Anschluss besuchte der Minister das Kulturkollektiv Goetheschule Lauscha. Das denkmalgeschützte ehemalige Schulgebäude wurde zu einem lebendigen Kulturort mit Ateliers, Werkstätten und Ausstellungsräumen entwickelt. Mit seinem internationalen Residenzprogramm verbindet das Kulturkollektiv zeitgenössische Kunst mit der traditionsreichen Glasbläserkunst und setzt damit wichtige Impulse für die kulturelle Entwicklung der Region.

„Die Goetheschule zeigt eindrucksvoll, wie historische Gebäude neue kulturelle Perspektiven eröffnen können. Solche Orte stärken die kulturelle Entwicklung im ländlichen Raum und bringen Menschen, Ideen und Traditionen zusammen“, sagte Minister Tischner.

Förderung für das GoetheMuseum Stützerbach

Im GoetheMuseum Stützerbach übergab Minister Christian Tischner einen Fördermittelbescheid über 19.500 Euro an die Stadt Ilmenau. Mit der Förderung wird die Dauerausstellung des Museums modernisiert. Vorgesehen sind unter anderem neue Medienstationen, Audioguides sowie eine zeitgemäße Überarbeitung der Ausstellung.

Das historische Goethehaus erinnert an die Aufenthalte Johann Wolfgang von Goethes in Stützerbach während seiner Tätigkeit als Bergbaubeamter und Naturforscher. Die Modernisierung soll dazu beitragen, Goethes Leben und Wirken künftig noch anschaulicher zu vermitteln.

„Goethes Wirken gehört untrennbar zur kulturellen Identität Thüringens. Mit der Förderung schaffen wir die Voraussetzungen, seine Geschichte zeitgemäß zu erzählen und das GoetheMuseum als lebendigen Bildungs- und Erlebnisort weiterzuentwickeln“, erklärte Minister Tischner.

Zeitgenössische Kunst in der Kunsthalle Erfurt

Den Abschluss des zweiten Tourtages bildete der Besuch der Ausstellung der diesjährigen Thüringer Landesstipendiatinnen für Bildende Kunst, Susanna Hanna und Elisabeth Oertel, in der Kunsthalle Erfurt.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Elke Anna Werner, Direktorin der Kunstmuseen Erfurt, der Kuratorin Susanne Knorr sowie Vertreterinnen der Kulturstiftung Thüringen informierte sich der Minister über die Arbeiten der beiden Künstlerinnen. Im Mittelpunkt des Rundgangs stand zunächst Susanna Hannas Ausstellung „land in between“, deren Werke unter anderem den Schieferbergbau in Lehesten aufgreifen und damit unmittelbar an den Besuch des Ministers am Vormittag anknüpfen. Anschließend stellte Elisabeth Oertel ihre Ausstellung „Archiv der Probleme“ vor und erläuterte ihre künstlerische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragestellungen.

Das Thüringer Landesstipendium für Bildende Kunst wird seit 1997 von der Kulturstiftung Thüringen vergeben. Es eröffnet professionellen Künstlerinnen und Künstlern Freiräume für ihre künstlerische Arbeit und stärkt die zeitgenössische Kunst im Freistaat.

„Zeitgenössische Kunst eröffnet neue Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart. Die Arbeiten der diesjährigen Landesstipendiatinnen zeigen eindrucksvoll, wie Kunst gesellschaftliche Entwicklungen reflektiert und zum Dialog anregt. Das Landesstipendium schafft dafür die notwendigen Freiräume“, sagte Minister Tischner.

Ein weiterer Tag voller kultureller Vielfalt

Der zweite Tag der KulTour 2026 machte deutlich, wie eng Erinnerungskultur, lebendiges Kulturerbe und zeitgenössische Kunst miteinander verbunden sind. Die besuchten Einrichtungen stehen beispielhaft für eine vielfältige Kulturlandschaft, die Geschichte bewahrt, Traditionen lebendig hält und zugleich Raum für neue künstlerische Entwicklungen schafft.

„Thüringens kulturelle Stärke liegt in seiner Vielfalt. Wer Erinnerungsorte bewahrt, Traditionen stärkt und neue künstlerische Ideen fördert, investiert zugleich in die Zukunft unseres Freistaats“, resümierte Kulturminister Christian Tischner.