EZB Wage Tracker Q1 2027 Frankfurt; 2,7% Q1 2027, stabiler Lohndruck

Wage Tracker der EZB für das erste Quartal 2027 liegt bei 2,7 %, was auf stabilen Lohndruck bei den Tarifverdiensten hindeutet

Europäische Zentralbank Generaldirektion Kommunikation Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main, Deutschland Tel.: +49 69 1344 7455, E-Mail: media@ecb.europa.eu, Internet: www.ecb.europa.eu

Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Übersetzung: Deutsche Bundesbank Pressemitteilung 29. Juli 2026 Wage Tracker der EZB für das erste Quartal 2027 liegt bei 2,7 %, was auf stabilen Lohndruck bei den Tarifverdiensten hindeutet  Aktualisierung der einzelnen EZB-Indikatoren für die Lohnentwicklung (Wage Tracker) unter Berücksichtigung der bis zur ersten Juliwoche 2026 abgeschlossenen Tarifverträge; zukunftsgerichteter Zeithorizont bis Ende März 2027 ausgeweitet  Zukunftsgerichtete Informationen deuten auf einen weiterhin stabilen Lohndruck bei den Tarifverdiensten im Jahr 2026 und im ersten Quartal 2027 hin Laut dem Wage Tracker der Europäischen Zentralbank (EZB), der laufende Tarifverträge erfasst, dürfte sich der Lohndruck 2026 bei Glättung von Einmalzahlungen bei den Tarifverdiensten auf 2,3 % (auf Basis einer Abdeckung von 44,3 % der Beschäftigten in den teilnehmenden Ländern) und im ersten Quartal 2027 auf 2,7 % belaufen (bei einer Abdeckung von 28,4 %). Der zukunftsgerichtete Zeithorizont des Wage Tracker wurde bis März 2027 ausgeweitet. Da neue Tarifvereinbarungen abgeschlossen werden und der Wage Tracker im Zuge dessen immer mehr Verträge erfasst, die sich bis ins Jahr 2027 erstrecken, wird der zukunftsgerichtete Zeithorizont des Wage Tracker mit der Datenveröffentlichung im September 2026 auf das zweite Quartal 2027 ausgeweitet. Gegenüber der Datenveröffentlichung im Juni 2026 blieb der Wage Tracker mit geglätteten Einmalzahlungen für 2026 weitgehend unverändert, da die neuen Tarifvereinbarungen zu keiner wesentlichen Änderung der Einschätzung des Lohndrucks bei den Tarifverdiensten für dieses Jahr führten. Der Wage Tracker mit geglätteten Einmalzahlungen dient als Hauptindikator. Er ist besser geeignet, um die vierteljährliche oder monatliche Entwicklung der Tarifverdienste zu beschreiben, da Einmalzahlungen hier über den Zeitverlauf geglättet werden. Der Wage Tracker mit ungeglätteten Einmalzahlungen bildet hingegen die jährliche Dynamik der Tarifverdienste besser ab.

Pressemitteilung / 29. Juli 2026 Europäische Zentralbank Generaldirektion Kommunikation Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main, Deutschland Tel.: +49 69 1344 7455, E-Mail: media@ecb.europa.eu, Internet: www.ecb.europa.eu

Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Übersetzung: Deutsche Bundesbank Fließen die Einmalzahlungen ungeglättet in den Wage Tracker ein, ergibt sich für 2026 ein stabiles Wachstum der Tarifverdienste von 2,6 % und für das erste Quartal 2027 ein Wachstum von 2,7 %. Der Wage Tracker ohne Einmalzahlungen beläuft sich ebenfalls auf 2,6 % im Jahr 2026 und 2,7 % im ersten Quartal 2027. Mit Blick auf das laufende Jahr liegt der Hauptindikator für das erste Quartal im Durchschnitt bei 1,8 %, für das zweite Quartal bei 2,1 % und für das dritte sowie das vierte Quartal bei jeweils 2,6 %. Diese Zunahme im Jahresverlauf spiegelt den allmählichen Wegfall eines mechanischen Abwärtseffekts wider, der sich daraus ergibt, dass im Jahr 2024 hohe Einmalzahlungen getätigt wurden, im Jahr 2025 hingegen nicht. Dieser mechanische Effekt fällt im zweiten Halbjahr 2026 nahezu vollständig aus dem Hauptindikator heraus. Der Hauptindikator liegt für das erste Quartal 2027 bei 2,7 %, was darauf hindeutet, dass der Lohndruck bei den Tarifverdiensten zum Jahreswechsel weitgehend stabil sein dürfte und Einmalzahlungen derzeit nur eine begrenzte Rolle spielen. Der Wage Tracker mit ungeglätteten Einmalzahlungen beträgt durchschnittlich 2,9 % im ersten Quartal, 2,6 % im zweiten Quartal und jeweils 2,5 % im dritten und vierten Quartal. Der Indikator ohne Einmalzahlungen liegt über das gesamte Jahr 2026 stabil bei einem Wert von rund 2,6 %. Für das erste Quartal 2027 belaufen sich beide Indikatoren auf 2,7 %. Die durchschnittliche Abdeckung im Jahr 2026 liegt für das erste Quartal bei 47,0 % der Beschäftigten, für das zweite Quartal bei 45,7 %, für das dritte Quartal bei 42,5 % und für das vierte Quartal bei 42,0 %. Im ersten Quartal 2027 geht die durchschnittliche Abdeckung auf 28,4 % zurück. Weitere Einzelheiten finden sich in Abbildung 1 und Tabelle 1. Der Wage Tracker der EZB kann Revisionen unterliegen. Die zukunftsgerichtete Komponente sollte nicht als Prognose verstanden werden, denn sie erfasst lediglich die Informationen, die aktuell zu laufenden Tarifverträgen verfügbar sind. Zu beachten ist zudem, dass der Wage Tracker der EZB den Indikator für das Wachstum der Tarifverdienste nicht genau nachbildet. Daher ist zu erwarten, dass es im Laufe der Zeit zu Abweichungen kommt. Eine umfassendere Beurteilung der Lohnentwicklung im Euroraum findet sich in den von Fachleuten des Eurosystems erstellten gesamtwirtschaftlichen Euroraum-Projektionen vom Juni 2026. Darin wird die jährliche Wachstumsrate des Arbeitnehmerentgelts je Arbeitnehmer im Euroraum für 2026 auf 3,2 % beziffert. Die EZB veröffentlicht in ihrem Data Portal vier Indikatoren für die Lohnentwicklung (Wage Tracker). Sie beziehen sich auf ein Aggregat aus neun teilnehmenden Ländern des Euroraums.

Pressemitteilung / 29. Juli 2026 Europäische Zentralbank Generaldirektion Kommunikation Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main, Deutschland Tel.: +49 69 1344 7455, E-Mail: media@ecb.europa.eu, Internet: www.ecb.europa.eu

Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Übersetzung: Deutsche Bundesbank Abbildung 1 Wage Tracker der EZB: zukunftsgerichtete Signale für die Tarifverdienste und Revisionen der vorangegangenen Datenveröffentlichung Indikatoren von Januar 2025 bis März 2027 Revisionen der vorangegangenen Datenveröffentlichung (linke Skala: Jahreswachstumsrate in %; rechte Skala: Anteil der Beschäftigten in %) (in Prozentpunkten)

Quellen: EZB-Berechnungen auf Basis von Daten der Nationale Bank van België/Banque nationale de Belgique, des belgischen Föderalen Öffentlichen Dienstes Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung, des Landesamts für Soziale Sicherheit in Belgien, der Deutschen Bundesbank, der Bank of Greece, der Banco de España, der Banque de France, der Banca d’Italia, des niederländischen Arbeitgeberverbands AWVN, der Oesterreichischen Nationalbank, der Suomen Pankki – Finlands Bank, des finnischen Industrieverbands, des finnischen Statistikamts und von Eurostat. Der Indikator für das Wachstum der Tarifverdienste – der nicht zum Wage Tracker der EZB gehört – wurde berechnet anhand von Daten des belgischen Föderalen Öffentlichen Dienstes Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung, der Deutschen Bundesbank, des spanischen Ministeriums für Arbeit und Sozialwirtschaft, der Banque de France, des italienischen Statistikamts, des niederländischen Statistikamts, von Statistik Austria, des finnischen Statistikamts, von Haver Analytics und von Eurostat. Anmerkung: Die gestrichelten Linien stellen zukunftsgerichtete Informationen dar (diese sind für den Indikator für das Wachstum der Tarifverdienste noch nicht verfügbar). Die jüngsten Angaben beziehen bei den Wage-Tracker-Indikatoren der EZB (linke Grafik) auf März 2027, beim Indikator für das Wachstum der Tarifverdienste (linke Grafik) auf April 2026 und bei den Revisionen der vorangegangenen Datenveröffentlichung (rechte Grafik) auf Dezember 2026. Was wird mit den vier unterschiedlichen Wage-Tracker- Indikatoren der EZB gemessen?  Der Hauptindikator – der Wage Tracker mit geglätteten Einmalzahlungen – misst den Anstieg der Tarifverdienste und berücksichtigt dabei auch tariflich vereinbarte Einmalzahlungen (etwa in Form von Inflationsausgleichsprämien, Boni oder rückwirkend gezahlten Entgelten), die über zwölf Monate geglättet werden.  Der Wage Tracker ohne Einmalzahlungen spiegelt das strukturelle (oder dauerhafte) Wachstum der Tarifverdienste wider.  Der Wage Tracker mit ungeglätteten Einmalzahlungen folgt im Hinblick auf die Datenquellen und die statistische Methodik einer ähnlichen, aber nicht zwangsläufig identischen Methodik wie der von der EZB erstellte Indikator für das Wachstum der Tarifverdienste.

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Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Übersetzung: Deutsche Bundesbank  Der Abdeckungsgrad ist der prozentuale Anteil der Beschäftigten in den teilnehmenden Ländern, die mit dem Wage Tracker direkt erfasst werden. Er gibt an, wie repräsentativ das von den einzelnen Indikatoren angezeigte zukünftige Wachstum der Tarifverdienste für das Aggregat der teilnehmenden Länder ist. Der Abdeckungsgrad verändert sich im Zeitverlauf von Land zu Land sowie innerhalb eines Landes (siehe auch Tabelle 2).

Tabelle 1 Überblick über die Wage Tracker der EZB (in %)

EZB-Indikatoren für die Lohnentwicklung Abdeckungsgrad

Hauptindikator bei ungeglätteten Einmalzahlungen ohne Einmal- zahlungen Anteil der Beschäftigten 2013-24 2,2 2,3 2,1 50,9 2025 3,2 3,0 3,8 51,8 2026 2,3 2,6 2,6 44,3 Q1 2026 1,8 2,9 2,6 47,0 April 2026 1,9 2,5 2,5 46,7 Mai 2026 2,3 2,7 2,6 45,3 Juni 2026 2,3 2,7 2,6 45,2 Juli 2026 2,6 2,4 2,6 42,7 August 2026 2,6 2,5 2,6 42,6 September 2026 2,7 2,6 2,6 42,4 Q4 2026 2,6 2,5 2,6 42,0 Q1 2027 2,7 2,7 2,7 28,4 Quellen: EZB-Berechnungen auf Basis von Daten der Nationale Bank van België/Banque nationale de Belgique, des belgischen Föderalen Öffentlichen Dienstes Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung, des Landesamts für Soziale Sicherheit in Belgien, der Deutschen Bundesbank, der Bank of Greece, der Banco de España, der Banque de France, der Banca d’Italia, des niederländischen Arbeitgeberverbands AWVN, der Oesterreichischen Nationalbank, der Suomen Pankki – Finlands Bank, des finnischen Industrieverbands, des finnischen Statistikamts und von Eurostat. Anmerkung: Die Wage Tracker der EZB spiegeln das jährliche prozentuale Wachstum der Tarifverdienste wider. Der Abdeckungsgrad ist definiert als der prozentuale Anteil der Beschäftigten in den teilnehmenden Ländern, die im Indikator erfasst sind. Zeilen mit kursiv und fett gedruckten Werten beziehen sich auf die zukunftsgerichteten Komponenten der jeweiligen Indikatoren. Die Daten unterliegen Revisionen.

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Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Übersetzung: Deutsche Bundesbank Tabelle 2 Abdeckungsgrad nach Ländern (Anteil der Beschäftigten je Land in %)

Belgien Deutschland Griechenland Spanien Frankreich Italien Niederlande Österreich Finnland Euroraum 2013-25 38,7 42,7 18,5 62,7 52,5 51,5 63,9 75,5 65,9 51,0 2026 44,9 40,3 22,5 39,0 44,2 48,3 59,3 69,8 61,7 44,3 Q1 2026 44,8 45,7 22,9 41,0 46,2 48,4 60,2 75,5 62,6 47,0 Q2 2026 44,9 43,4 22,5 40,2 45,0 48,5 59,9 70,2 62,3 45,7 Q3 2026 44,9 36,3 22,3 37,5 43,1 48,5 58,8 67,7 61,7 42,5 Q4 2026 44,9 35,9 22,3 37,3 42,6 47,6 58,4 65,8 60,5 42,0 Q1 2027 44,8 32,4 14,4 9,3 18,5 38,7 44,5 37,9 59,9 28,4 Quellen: EZB-Berechnungen auf Basis von Daten der Nationale Bank van België/Banque nationale de Belgique, des belgischen Föderalen Öffentlichen Dienstes Beschäftigung, Arbeit und Soziale Konzertierung, des Landesamts für Soziale Sicherheit in Belgien, der Deutschen Bu