Brot für die Welt fordert widerstandsfähigere Ernährungssysteme in Bangladesch, Pakistan und ärmere Staaten in Südostasien; rund 45 Millionen zusätzliche Hungerbetroffene.

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Brot für die Welt fordert widerstandsfähigere Ernährungssysteme

Auslöser der Warnung sind laut Brot für die Welt geopolitische Krisen, die Energie-, Dünger- und Transportkosten erhöhen können. Die Organisation verweist insbesondere auf den Irankrieg und die Blockade der Strasse von Hormus, einer wichtigen Handelsroute. Diese Entwicklungen könnten die Versorgung mit Stickstoffdünger beeinträchtigen und damit Ernten in vielen Ländern gefährden.

Besonders betroffen seien Länder, in denen Reis ein wichtiges Grundnahrungsmittel ist und die auf Düngerimporte angewiesen sind, darunter Bangladesch, Pakistan und ärmere Staaten in Südostasien. Nach Schätzungen des UN-Welternährungsprogramms könnten wegen der bisherigen und andauernden Blockade der Strasse von Hormus rund 45 Millionen zusätzliche Menschen von Hunger betroffen sein.

Nach Angaben der Welternährungsorganisation leiden derzeit weltweit mehr als 645 Millionen Menschen chronisch an Hunger. Die Zahl sei zuletzt leicht gesunken, bleibe jedoch hoch. Brot für die Welt befürchtet, dass die neue Krise diesen Fortschritt wieder zunichtemachen könnte.

Als Gegenmodell setzt die Organisation auf Agrarökologie. Darunter versteht sie eine Landwirtschaft, die mit unterschiedlichen Kulturen, regionalen Kreisläufen und einer möglichst geringen Abhängigkeit von chemischem Dünger und fossilen Energien arbeitet. Statt grossflächiger Monokulturen sollen verschiedene Anbauformen die Ernährung widerstandsfähiger gegen Krisen machen.

Brot für die Welt verbindet diesen Ansatz mit Zielen der Armutsbekämpfung und des Klimaschutzes. Regionale Verarbeitung und vielfältige Anbaumethoden könnten Einkommen vor Ort stärken und die biologische Vielfalt fördern. Für Menschen, die von Landwirtschaft leben oder nur begrenzten Zugang zu Lebensmitteln haben, geht es damit um eine verlässlichere Versorgung in Krisenzeiten.

Die Organisation appelliert an die deutsche Bundesregierung, agrarökologische Ansätze in der Entwicklungs- und Agrarpolitik konsequent zu fördern. Sie kritisiert, dass die ausdrückliche Förderung im deutschen Koalitionsvertrag nicht mehr erwähnt werde und der Entwicklungsetat erneut gekürzt worden sei.

In ihrer Jahresbilanz für 2025 berichtet Brot für die Welt zudem über Spenden von rund 72,6 Millionen Euro. Das evangelische Entwicklungswerk unterstützte nach eigenen Angaben 3001 Projekte in 77 Ländern; rund 90 Prozent der Mittel seien direkt an Partnerorganisationen geflossen. Die Mitteilung macht deutlich, dass kirchliche Entwicklungsarbeit Ernährungssicherheit nicht nur als Frage der Nothilfe, sondern auch als Aufgabe langfristiger, gerechter Strukturen versteht.

Die deutsche Organisation Brot für die Welt warnt vor einer weiteren globalen Ernährungskrise. Sie fordert, die Landwirtschaft und die Versorgung mit Lebensmitteln stärker auf vielfältige, regional angepasste und nachhaltige Systeme auszurichten.