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title: "FVA und Regierungspräsidium Stuttgart fördern Wald-Wiesenvögelchen in Baden-Württemberg, Nattheim; 200 Exemplare rund um Nattheim gezählt"
sdDatePublished: "2026-07-29T12:38:00Z"
source: "https://www.fva-bw.de/fileadmin/user_upload/Presse/Pressemitteilungen/PM_FVA_Lichtblicke_fuer_Wald-Wiesenvoegelchen.pdf"
topics:
  - name: "nature"
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  - "Baden-Württemberg"
  - "Ostalbkreis"
  - "Germany"
  - "Böblingen"
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FVA und Regierungspräsidium Stuttgart fördern Wald-Wiesenvögelchen in Baden-Württemberg, Nattheim; 200 Exemplare rund um Nattheim gezählt

PRESSEMITTEILUNG

Lichtblicke für das Wald-
Wiesenvögelchen
Trendwende im Schmetterlingsvorkommen dank guter
Zusammenarbeit
29. Juli 2026

Es geht bergauf mit den Zahlen: Auflichtungs-
maßnahmen unter fachlicher Beratung der
Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt
Baden-Württemberg (FVA) und des Regie-
rungspräsidiums Stuttgart (RPS) tragen dazu
bei, das in Baden-Württemberg vom Ausster-
ben bedrohte Wald-Wiesenvögelchen zu stär-
ken.
„Die kleinen, isolierten Schmetterlingspopulationen
im Schönbuch und auf der Ostalb befanden sich in
kritischem Zustand“, erklärt Nora Dalüge aus der Ab-
teilung Waldnaturschutz der FVA. Sie betreut gemein-
sam mit Dr. Matthias Dolek, vom RPS im Rahmen des
Artenschutzprogramms beauftragt, Maßnahmen zur
Förderung dieser seltenen Art. „Die diesjährigen Er-
gebnisse lassen hoffen, dass wir die Art mithilfe ge-
eigneter Auflichtungen vor dem Aussterben bewah-
ren können.“
Besonnte Flächen und bessere Konditionen
im Dagersheimer Wald
In den vergangenen drei Jahren haben die Stadt Böb-
lingen, die dortige Untere Forstbehörde sowie der
Landschaftserhaltungsverband Böblingen mit verein-
ten Kräften gezielte Maßnahmen für das Wald-Wie-
senvögelchen umgesetzt: Mehrere Auflichtungen im
Dagersheimer Wald sorgen nun für besonnte, grasige
Strukturen innerhalb des Waldes. Neu angebrachte
Grabensperren halten Feuchtigkeit länger in den Flä-
chen zurück. Die aktuellen Entwicklungen lassen die
beiden Schmetterlingskundler hoffen: „Seit über zehn
Jahren geht es mit den Zahlen zum ersten Mal wieder
etwas bergauf statt bergab, das ist ein großartiger Er-
folg“, sagt Dolek.
Historische Waldnutzungsform auf der Ostalb:
Der Mittelwald bringt Artenvielfalt
Auch rund um Nattheim auf der Ostalb haben die
Maßnahmen Früchte getragen – nachdem vor Beginn
der Auflichtungen nur noch einzelne Wald-Wiesenvö-
gelchen nachgewiesen werden konnten, nimmt der
Bestand dank dieser Artenschutzmaßnahmen im Wald
wieder zu. Dafür setzt der Landesforstbetrieb
ForstBW seit 2019 gezielte Auflichtungsmaßnahmen
um und hat hier sogar die historische Waldnutzungs-
form Mittelwald wieder aufleben lassen. Dabei för-
dern locker stehende Einzelbäume und regelmäßig
zurückgeschnittenes Gehölz besonnte Waldstruktu-
ren. Sie bieten vielen gefährdeten Arten, darunter
auch dem Wald-Wiesenvögelchen, einen geeigneten
Lebensraum.
Artenschutz bleibt Teamarbeit
Über den gesamten Zeitraum dieser Maßnahmen
wurden die Faltervorkommen dabei von der FVA und
dem Regierungspräsidium Stuttgart genau beobach-
tet. „Der intensive Einsatz aller Beteiligten zahlt sich

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) ist
als Forschungseinrichtung der Landesforstverwaltung
(LFV) dem Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirt-
schaft und Heimat Baden-Württemberg (MLR) zugeord-
net. Sie forscht über den Wald und die Waldnutzung in
Baden-Württemberg und übernimmt eine Vielzahl von
Aufgaben: Neben Forschung und Monitoring ist der Wis-
senstransfer ein Kern ihrer Arbeit. Die FVA hat ihren
Hauptsitz in Freiburg und wird von Prof. Dr. Ulrich
Schraml geleitet.
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Kontakt
Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt
Baden-Württemberg
Pressestelle / Katja Wetz
Wonnhaldestraße 4 · 79100 Freiburg
Tel. (07 61) 40 18 – 371
Presse.FVA-BW@forst.bwl.de · www.fva-bw.de
aus“, heben Dr. Matthias Dolek und Nora Dalüge her-
vor. Sie konnten Ende Mai diesen Jahres 200 Exemp-
lare des Wald-Wiesenvögelchens rund um Nattheim
zählen. „Das ist ein fantastisches Ergebnis für eine
Art, die europaweit gefährdet und bei uns in Baden-
Württemberg sogar vom Aussterben bedroht ist! Ko-
operationen wie diese ermöglichen es uns, nachhal-
tige Erfolge im Bereich Artenschutz und Artenförde-
rung zu beobachten“, betonen die Schmetterlings-
kundlerin und der der Schmetterlingskundler. Und
nicht nur das Wald-Wiesenvögelchen profitiert: Auch
viele weitere hoch bedrohte Arten wie Platterbsen-
Widderchen, Silberfleck-Perlmuttfalter und Schlüssel-
blumen-Würfelfalter sind im Wald auf den besonnten
Flächen zu finden.
Die Arbeiten tragen zur Umsetzung der Waldnatur-
schutzkonzeption 2030 im Rahmen der vom Ministe-
rium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Hei-
mat (MLR) ins Leben gerufenen Waldstrategie Baden-
Württemberg bei. Gleichzeitig sind sie Teil der Um-
setzung des Artenschutzprogramms (ASP) Baden-
Württemberg im Regierungsbezirk Stuttgart.
Hintergrund: Die Waldnaturschutzkonzeption
2030
Ziel der Waldnaturschutzkonzeption 2030 ist es, die
biologische Vielfalt der Wälder im Land gezielt zu
fördern und die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu
stärken. Zudem verbindet sie naturschutzfachliche
und rechtliche Rahmenbedingungen miteinander, um
Konflikte zwischen Naturschutz, Erholung und Holz-
nutzung zu entschärfen.

Weitere Informationen
→ Mehr zum Wald-Wiesenvögelchen auf der
FVA-Website
→ Insektenmonitoring der FVA
→ Umsetzung des Artenschutzprogramms in
den Regierungspräsidien Baden-Württem-
berg
→ FVA-Abteilung Waldnaturschutz
→ Weitere Informationen zum Artenschutzpro-
gramm (ASP)