Klinikum Osnabrück Rohrpostsystem Osnabrück; 500 Meter Gesamtstrecke
Rohrpost im Klinikum: schnell und unverzichtbar
Rohrpost im Klinikum: schnell und unverzichtbar
Bild: Alexander Lenz (li.) und Ingo Mette Fotografin: Monika Vollmer
Was aussieht wie Technik aus vergangenen Zeiten, gehört im Klinikum Osnabrück zu den modernsten und wichtigsten Transportsystemen. Das moderne Rohrpostsystem des Klinikums Osnabrück transportiert täglich hunderte von Transportkapseln in wenigen Minuten quer durch das ganze Krankenhausgebäude. Doch wie funktioniert dieses unsichtbare Netzwerk und warum setzt die Medizin auch im digitalen Zeitalter noch darauf? Ingo Mette, Leiter Services und Technologien, erklärt es.
Kleine transparente Kapseln mit Gewebeproben, Blutkonserven, Medikamenten oder Befunden düsen mit 2,5 Metern pro Sekunde durch unsichtbare Röhren in den Wänden des Klinikums. Tag für Tag, fast wie ein geheimes Transportsystem aus einem Science-Fiction-Film. Doch die Rohrpost ist keine neue Erfindung. Schon seit dem frühen 20. Jahrhundert nutzen Krankenhäuser diese Technik und bis heute gehört sie zu den wichtigsten Helfern im Klinikalltag, erklärt Ingo Mette.
Rohrpost gilt nach wie vor als eines der schnellsten internen Transportsysteme
„Der Faktor Zeit ist im Klinikalltag wichtig und wir sparen durch die Rohrpost sehr viel Zeit“, bestätigt Mette. Im vergangenen Jahr wurde die Anlage daher auch noch einmal modernisiert und zusätzlich schloss man den ambulante Operationssaal an das System an. Mit der Einführung der neuen Anlage habe das Krankenhaus gezielt in moderne Infrastruktur und effizientere Arbeitsabläufe investiert.
Zum Einsatz kommt nun ein zukunftssicheres 16 Zentimeter breites Rohrpostsystem mit einer Gesamtstrecke von gut 500 Metern. „Obwohl täglich mehrere hunderte Büchsen transportiert werden, kommt es so gut wie nie zu Störungen“, berichtet Alexander Lenz, Abteilungsleiter Baumanagement am Klinikum. Sollte dennoch einmal eine Büchse steckenbleiben, gibt es Revisionsschächte.
Die meisten der Büchsen sausen in den Morgenstunden durch das System. Meist befinden sich dann verpresst verpackte Laborproben in den Kapseln, die ans Labor gesendet werden. „Bei Blutkonserven müssen wir mit den Geschwindigkeiten aufpassen“, so Lenz. Aus Sicherheitsgründen beträgt daher die Transportgeschwindigkeit mit durch die Röhren geschickten Laborproben 2,5 Meter pro Sekunde, was etwa neun Kilometer pro Stunde entspricht. Leere Kapseln erreichen eine deutlich höhere Geschwindigkeit.
Mit Über- und Unterdruck durch unsichtbares Leitungssystem
Wie schnell die Rohrpost im Klinikalltag arbeitet, zeigen Mette und Lenz direkt an einer Station. Kaum ist die Kapsel eingelegt, wird sie durch Unterdruck angesaugt und verschwindet im weit verzweigten Leitungssystem. Wenige Augenblicke später erreicht sie ihr zuvor programmiertes Ziel. Für die Beiden ist es mehr als nur technische Raffinesse. „Die Rohrpost verbindet wichtige medizinische Bereiche auf direktem Weg, spart wertvolle Zeit und beschleunigt Abläufe dort, wo oft jede Minute zählt. So trägt das System dazu bei, die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern und das Klinikpersonal im anspruchsvollen Arbeitsalltag spürbar zu entlasten.“
Tag für Tag transportiert die Rohrpost Proben, Medikamente, Blutkonserven, Sterilgüter und Dokumente zuverlässig an ihren Bestimmungsort. Für Ingo Mette und Alexander Lenz steht deshalb fest: Auch künftig wird die Rohrpost zu den unverzichtbaren Helfern im Hintergrund gehören – und damit einen wichtigen Beitrag zu einer schnellen, sicheren und effizienten Patientenversorgung leisten.
Kommunikation Telefon: 0541- 405-5100 Mobil: 0176 103 601 26 E-Mail: silvia.kerst@klinikum-os.de
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