Schleswig-Holstein führt landeseinheitliche Software für Bevölkerungsschutzstäbe in Kiel ein; Auftrag über rund sechs Mio Euro an Eurocommand.

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Schleswig-Holstein führt landeseinheitliche Software für Bevölkerungsschutzstäbe ein

KIEL. Die Bevölkerungsschutzbehörden in Schleswig-Holstein werden künftig mit einer gemeinsamen Software arbeiten, welche die Einsatzstäbe bei der Bewältigung von Krisen und Katastrophen unterstützt (Führungsunterstützungssystem). Damit wird ein schnellerer Informationsaustausch und insbesondere eine bessere Zusammenarbeit der Einsatzstäbe im Rahmen von Großschadenslagen und Katastrophen möglich. Das Land hat nach einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag für die landesweite Einführung an das Unternehmen „Eurocommand“ aus Eckernförde vergeben. Das Auftragsvolumen beträgt rund sechs Millionen Euro.

Mit der neuen Software können die Einsatzstäbe der Kreise, kreisfreien Städte und des Landes Lageinformationen künftig nahezu in Echtzeit austauschen. Dadurch lassen sich gemeinsame Lagebilder schneller erstellen und Einsätze insbesondere bei großflächigen Schadenslagen oder landesweiten Krisen deutlich besser koordinieren.

„ Mit der Einführung einer einheitlichen Software schaffen wir eine wichtige Voraussetzung für einen noch leistungsfähigeren Bevölkerungsschutz in Schleswig-Holstein “, so Innenministerin Magdalena Finke. „ Gerade wenn mehrere Kreise und Städte oder sogar das ganze Land von einer Schadenslage betroffen sind, ist es entscheidend, dass alle Beteiligten schnell auf dieselben Informationen zugreifen und ihre Maßnahmen eng miteinander abstimmen können. “

„ Die schwere Sturmflut an der Ostseeküste oder auch das Ahrhochwasser haben uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, im Krisenfall schnell, zuverlässig und digital vernetzt agieren zu können “, sagt Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „ Nach der Netzhärtung für den BOS -Digitalfunk und der erfolgreichen Inbetriebnahme der eigenen 5G Campuszellen werden wir auf dem Weg zur resilienten Krisen-Kommunikationsinfrastruktur im Land zukünftig mit der einheitlichen Software für unsere Bevölkerungsschutzbehörden einen weiteren wichtigen Meilenstein erreichen. Die Vergabe für die Realisierung dieser Lösung an ein heimisches Unternehmen ist zugleich ein starkes Zeichen für die Kompetenz am Digitalstandort Schleswig-Holstein. “

„ Diese landesweit einheitliche Software wird die Zusammenarbeit aller Kommunen und ihrer Einheiten im Brand-, Katastrophen- Bevölkerungsschutz stärken und effizienter gestalten und wird deshalb von uns ausdrücklich begrüßt. Katastrophen machen an Gemeinde- und Kreisgrenzen keinen Halt. “ kommentiert Marc Ziertmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städteverbandes Schleswig-Holstein für die Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Landesverbände.

Einige der 16 unteren Katastrophenschutzbehörden arbeiten bereits heute mit dem künftig landesweit eingesetzten System. Für sie ändert sich im Arbeitsalltag wenig. Andere Behörden nutzen bislang andere Programme oder arbeiten noch ohne eine solche digitale Unterstützung. Nach der landesweiten Einführung werden künftig alle Beteiligten dieselbe technische Grundlage nutzen.

Dies erleichtert nicht nur den Austausch von Informationen zwischen den Einsatzstäben. Auch der Einsatz von Personal und Material kann dadurch übersichtlicher geplant und gesteuert werden. So können verfügbare Kräfte schneller erkannt und dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden.

„ Eine moderne Software entfaltet ihren Nutzen erst dann vollständig, wenn alle Nutzerinnen und Nutzer sie sicher beherrschen “, erklärt die Innenministerin. „ Deshalb legen wir großen Wert auf eine gemeinsame Ausbildung und regelmäßige Übungen. Gerade in Krisensituationen müssen die Einsatzstäbe schnell, sicher und routiniert handeln können. “ Parallel zur Einführung würden deshalb die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einsatzstäbe einheitlich geschult und regelmäßig mit dem System üben.

Die Innenministerin begrüßt zudem die große Bereitschaft der unteren Katastrophenschutzbehörden, den gemeinsamen Weg mitzugehen. „ Der Wunsch nach einer landesweit einheitlichen Lösung wurde von den unteren Katastrophenschutzbehörden an mich herangetragen. Ich freue mich sehr, dass wir diesen wichtigen Schritt jetzt gemeinsam umsetzen können. Davon wird der Bevölkerungsschutz in ganz Schleswig-Holstein profitieren. “

Das einheitliche Führungsunterstützungssystem ist die erste Komponente der gemeinsamen Datenplattform für Katastrophen-, Brand- und Zivilschutz (DIKatS), die in Schleswig-Holstein bis 2030 fertiggestellt werden soll. Als nächstes folgt in enger Abstimmung mit den Gemeinden, Städten und Kreisen sowie ihren Feuerwehren die Ausschreibung für ein Verwaltungsprogramm, durch das Abläufe und Prozesse im Zusammenhang mit Personal und Material Bevölkerungsschutz deutlich vereinfacht und vereinheitlicht werden sollen.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Tim Radtke

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