---
title: "Torsten Burmester, Oberbürgermeister von Köln Rede zum 25-jährigen Jubiläum des Sommerblutfestivals im Spanischen Bau, Köln; Stadt, Land und Privatwirtschaft mitgetragen"
sdDatePublished: "2026-07-29T16:04:00Z"
source: "https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf-ob/reden/2026/07/r_260723_25-jahre-sommerblut.pdf"
topics:
  - name: "festival"
    identifier: "medtop:20001181"
  - name: "human interest"
    identifier: "medtop:08000000"
locations:
  - "Köln"
---


Torsten Burmester, Oberbürgermeister von Köln Rede zum 25-jährigen Jubiläum des Sommerblutfestivals im Spanischen Bau, Köln; Stadt, Land und Privatwirtschaft mitgetragen

Rede von Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln, anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Sommerblutfestivals am 23. Juli 2026 im Spanischen Bau zu Köln

Es gilt das gesprochene Wort!
Lieber Rolf Emmerich,
liebe Julia Mädrich,
liebes Sommerblut-Team,
sehr geehrte Bürgermeisterinnen: Frau Karadag, Frau De
Bellis-Olinger, Frau Helmis-Arend,
sehr geehrter Herr Beigeordneter Charles,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich freue mich sehr, dass Sie heute hier im Rathaus sind, um
gemeinsam 25 Jahre Sommerblutfestival zu feiern. 25 Jahre, in
denen Sie und Ihr Team Impulse gesetzt, neue Perspektiven
eröffnet und Barrieren aufgebrochen haben.
25 Jahre, in denen Sie mit Ihrem großartigen Engagement zu
einem lebenswerteren und solidarischeren Köln beigetragen
haben.
Ich habe ein sehr eindrückliches Zitat zur Idee des Festivals
von Ihnen gelesen, lieber Herr Emmerich. Eine Idee, die ich von
Herzen unterstütze:
„Sommerblut bringt den Rand in die Mitte und die Mitte an den
Rand.“
Hier wird deutlich, welche fundamentale gesellschaftliche
Aufgabe Sie in diesem Jahr zum 25. Mal übernehmen:
Rede von Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln,
anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Sommerblutfestivals
am 23. Juli 2026 im Spanischen Bau zu Köln

Menschen zu verbinden – egal wie sie aussehen, was sie
glauben, wen sie lieben und wie und wo sie leben. Kunst
entsteht bei Sommerblut nicht trotz der Unterschiede, sondern
durch sie.
2002 haben Sie mit dieser Idee ein kleines Festival mit 13
Veranstaltungen gestartet, das sich bis heute zu einem
stadtweiten Kulturhöhepunkt mit zeitweise über 40 Spielorten
entwickelt hat. Der Anspruch dahinter ist geblieben: ein
Programm zu gestalten, das offen, alternativ, international und
inklusiv ist. Gemeinsam entwickelt von Menschen mit
Behinderung, sozial benachteiligten Menschen, Expertinnen
und Experten unterschiedlicher Lebenswelten und
professionellen Künstlerinnen und Künstlern. Das war 2002
nicht selbstverständlich. Damals war Inklusion im Kulturbetrieb
die Ausnahme, nicht die Regel. Sommerblut ist
vorausgegangen.
Heute steht diese Debatte längst im Zentrum – und sie ist härter
geworden. Zunehmende Polarisierung, das Gefühl vieler
Menschen, nicht dazuzugehören, eine öffentliche Sprache, die
schneller ausgrenzt als einlädt: Das sind Entwicklungen, die
längst auch im Alltag in Köln angekommen sind.
Genau deshalb braucht es Orte wie Sommerblut mehr denn je.
Orte, an denen Menschen sich begegnen, die sich sonst nie
begegnet wären. Orte, die Vielfalt nicht behaupten, sondern

spielen, tanzen, leben lassen. Orte, die zeigen: Kultur gehört
allen.
Meine Damen und Herren,
das Sommerblutfestival macht Köln ein Stück weit zu dem, was
diese Stadt sein möchte: offen und neugierig, mutig und
menschlich. Dass das Festival heute von Stadt, Land und
Privatwirtschaft mitgetragen wird, ist ein Beleg dafür, dass diese
Haltung nicht nur bei den Künstlerinnen und Künstlern, sondern
auch institutionell verankert ist. Das macht mich – trotz der
realen Gefahr eines gesellschaftlichen Rollbacks – für die
Zukunft hoffnungsvoll!
Mein großer Dank – im Namen der Stadt Köln, aber auch ganz
persönlich, geht heute Abend an
• die Pionierinnen und Pioniere, die das Festival vor 25
Jahren aufgebaut haben,
• an das aktuelle Team um Rolf Emmerich und Julia
Mädrich, das dieses Erbe weiterträgt,
• an die Künstlerinnen und Künstler, die sich Jahr für Jahr
auf ungewohnte Kooperationen einlassen,
• und an die Förderer und Partner, die diesem Festival über
25 Jahre den Rücken gestärkt haben.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft vor allem drei Dinge:
• den Mut, weiterhin Tabus zu brechen und unbequeme
Fragen zu verhandeln,

• die Kraft, das auch dann durchzuhalten, wenn Debatten
härter werden,
• und die Neugier auf das, was entsteht, wenn
unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen.
Auf die nächsten 25 Jahre – und auf alles, was wir noch nicht
kennen!
Jetzt lade ich Sie ein, lieber Herr Emmerich, zu mir zu kommen,
um sich in das Gästebuch der Stadt Köln einzutragen.
Vielen Dank!