Torsten Burmester Grundsteinlegung der Flusswasserwärmepumpe der RheinEnergie AG Köln-Niehl; 100.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen jährlich eingespart

Rede von Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln, anlässlich der Grundsteinlegung der Flusswasserwärmepumpe der RheinEnergie AG am 23. Juli 2026 in Köln-Niehl

Es gilt das gesprochene Wort! Sehr geehrte Frau Ministerin Reiche, sehr geehrte Frau Ministerin Neubaur, sehr geehrter Herr Feicht, sehr geehrter Herr Stiesch, liebe Beteiligte, meine Damen und Herren, heute legen wir einen Grundstein für Kölns Zukunft. Einen Grundstein für die umweltfreundliche Wärmeversorgung von 50.000 Haushalten unserer Stadt. Den Grundstein dafür, dass Innovation gegen den Klimawandel Wirkung entfalten kann. Den Grundstein für verlässliche und bezahlbare Wärme in einer Zeit großer Ungewissheit – nicht nur an den Rohstoffmärkten. Wir legen einen Grundstein – und senden gleichzeitig die Botschaft, dass sich wichtige politische Ziele in einem einzigen Großprojekt vereinen lassen: Das Ziel von mehr Klimaschutz. Das geostrategische Ziel. mehr Unabhängigkeit von internationalen Lieferanten zu erlangen. Das Ziel der Versorgungssicherheit. Das Ziel, Energie bezahlbar zu halten. Rede von Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln, anlässlich der Grundsteinlegung der Flusswasserwärmepumpe der RheinEnergie AG am 23. Juli 2026 in Köln-Niehl

Meine Damen und Herren, in ihrer Größenordnung mag die Flusswasserwärmepumpe die erste ihrer Art sein. Aber ich wünsche mir sehr, dass sie nicht einzigartig bleibt. Was hier am Rhein entsteht, das ist eine Blaupause – das ist skalierbar, übertragbar – das kann Schule machen auch an Donau, Elbe und Oder. Mit der Flusswasserwärmepumpe sparen wir in Köln rund 100.000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen jährlich. Wir dekarbonisieren 30 Prozent des innerstädtischen Fernwärmenetzes – fix eingeplant in unserer kommunalen Wärmeplanung. Und wir entkoppeln die Preise von den Schwankungen am Rohstoffmarkt. Denn Flusswärme ist immer und kostenfrei verfügbar – und das gilt auch in Zeiten von Niedrig- oder Hochwasser. Lieber Herr Feicht, die Flusswasserwärmepumpe hier in Niehl ist ein rundum gelungener Schritt der Transformation. Er gelingt, weil zwei Dinge zusammenkommen: Erstens, der unternehmerische Mut zur Innovation. Und zweitens, die politisch-finanzielle Unterstützung für ein solch bedeutendes Großprojekt. Wenn diese beiden Bedingungen gegeben sind, dann gestalten wir in Deutschland wieder, statt hinterherzulaufen. In Köln – wie auch anderswo – wünschen sich Unternehmen mehr Verlässlichkeit von der Politik, vom Gesetzgeber. Nur

wenn sie wissen, wie der politische Rahmen aussieht, können sie in die Zukunft investieren. Und deshalb ist für die energieintensive Industrie hier im Rheinland eine verlässliche Energiepolitik des Bundes so entscheidend! Es ist gut, dass alle staatlichen Ebenen inzwischen bereit sind, Klimaschutzanstrengungen und wirtschaftliche Bedarfe stärker zusammenzudenken, um hohe Folgekosten zu vermeiden. Ein Beispiel dafür sind die Vorschläge der Kommission zum Emissionshandel. Die Vorschläge bilden meines Erachtens eine sinnvolle Diskussionsgrundlage, reichen aber bei Weitem nicht aus. Denn Emissionshandel kann als Instrument klimagerechter Transformation nur funktionieren, wenn er zur Modernisierung, zu Wachstum und zu neuen Arbeitsplätzen führt. Liebe Gäste, mein erster Dank geht heute an die RheinEnergie als Unternehmen der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie übernimmt gesamtgesellschaftliche Verantwortung – und sie übernimmt eine Vorreiterrolle samt den Risiken, die bei Pionierprojekten nun einmal dazu gehören: Ich spreche von Genehmigungsverfahren, Planung und Bau der Anlage. Die Flusswasserwärmepumpe ist ein großer Beitrag –zur Dekarbonisierung der Kölner Wärmeversorgung – vielen Dank dafür Ihnen, lieber Herr Feicht, und allen Mitarbeitenden am Projekt!

Ich danke zudem dem Bund und der EU für die umfassende finanzielle Förderung des Projekts. Es braucht diesen staatlichen Anschub, um solche großen Investitionen zu stemmen – und entsprechende Wagnisse einzugehen. Danke für Ihren Rückenwind für die kommunale Wärmewende in Köln! Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass wir heute mit diesem Grundstein zeigen, wie es gehen kann. Unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, unsere Demokratie – sie sind angesichts des Klimawandels eben nicht ohnmächtig, wie so oft beklagt wird. Wir sind handlungsstark, wenn wir uns im Ziel einig sind und gemeinsam Kräfte mobilisieren! Auch dieses Signal senden wir heute von Köln aus ins Land. Vielen Dank!