Verbraucherzentrale erklärt Hausnotrufsysteme in Deutschland; Pflegekasse zahlt Basistarif 27 €/Monat ab 2026
Hausnotrufsysteme erklärt: So helfen sie im Notfall – Funktionen, Vorteile, Kosten | Verbraucherzentrale.de
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Hausnotrufsysteme erklärt: So helfen sie im Notfall – Funktionen, Vorteile, Kosten
Im Notfall per Knopfdruck Hilfe rufen – Hausnotrufsysteme stärken die Selbstständigkeit zuhause und entlasten Angehörige. Gerade für Ältere, Pflegebedürftige oder Alleinlebende sind sie eine gute Option. Die Verbraucherzentralen erklären, was bei Funktionsweise, Leistungen und Kosten wichtig ist.
Mit einem Hausnotrufsystem können Sie im Notfall per Knopfdruck Hilfe rufen.
Es eignet sich besonders für ältere, kranke oder alleinlebende Menschen.
Die Kosten liegen im Basistarif meist zwischen 27 und 40 Euro monatlich – je nach Leistung.
Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 27 Euro monatlich. Dazu müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt sein.
Zusatzleistungen können die Kosten deutlich erhöhen. Diese müssen Sie selbst tragen.
Was ist ein Hausnotrufsystem und für wen ist es gedacht?
Ein Hausnotrufsystem ist ein elektronisches Notrufsystem, mit dem Sie in einer Notsituation schnell Hilfe anfordern können.
Per Knopfdruck wird eine Verbindung zu einer rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale hergestellt, die weitere Hilfe organisiert. Das sind die Vorteile:
Sicherheit im Alltag: Auf Knopfdruck kommt schnell Hilfe.
Selbstständigkeit: Sie können länger zu Hause wohnen bleiben.
Entlastung für Angehörige: Sie wissen, dass im Notfall Hilfe kommt.
Hinweis: Außer dem altbekannten Hausnotruf gibt es mittlerweile auch weitere Möglichkeiten, die Sicherheit bieten. Hierzu gehört zum Beispiel eine Smartwatch mit GPS und Sturzprophylaxe, die unter bestimmten Voraussetzungen von der Pflegekasse finanziert werden.
Ein Hausnotruf kann hilfreich sein, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:
Sie sind sturzgefährdet oder unsicher beim Gehen.
Sie haben Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel.
Sie leiden an einer chronischen Krankheit, die zu Notfallsituationen führen kann, zum Beispiel Asthma, Diabetes, Epilepsie oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Sie sind bereits gestürzt oder haben Angst davor.
Sie hatten bereits einen Notfall, zum Beispiel einen Sturz oder Herzprobleme.
Beachten Sie: Weniger geeignet ist das System für Menschen mit Demenz, da sie den Notruf häufig nicht gezielt auslösen können.
Mehr über digitale Gesundheitshelfer für Senior:innen erfahren Sie im verlinkten Beitrag.
Die Kosten liegen meist je nach Leistung zwischen 27 und 40 Euro monatlich im Basistarif. Sollten Sie Zusatzleitungen hinzubuchen, wird es teurer. Diese Zusatzleistungen müssen Sie selbst privat zahlen.
Die Pflegekasse übernimmt nu die Kosten für den Basistarif . Seit dem 1. April 2026 liegen die bei 27 Euro monatlich. Im Basistarif sind enthalten:
Ausstattung mit Funksender (Armband oder Halskette mit Notfallknopf)
Für die Kostenübernahme können Sie bei der Pflegekasse einen Antrag stellen . Das geht auch formlos. In vielen Fällen stellt ihn die Pflegekasse zur Verfügung.
Die Pflegekasse übernimmt die Kosten nur unter bestimmten Voraussetzungen:
Wenn ein Pflegegrad vorhanden ist und die beantragende Person fast den ganzen Tag allein ist. Wenn die pflegebedürftige Person mit jemandem zusammenlebt, muss diese oft und länger abwesend sein, zum Beispiel, weil sie bei der Arbeit ist.
Außerdem muss bei der pflegebedürftigen Person jederzeit aufgrund des Krankheits- oder Pflegezustandes mit einer Notsituation zu rechnen sein. Dann kann sie ohne Hausnotrufsystem selbst keine Hilfe holen.
Auch die Person, mit der die pflegebedürftige Person zusammenlebt, kann in einer solchen Notsituation keine Hilfe holen.
Der Medizinische Dienst prüft für die Pflegekasse, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, müssen Sie die Kosten selbst tragen. Eventuell ist Unterstützung durch das Sozialamt möglich.
Gut zu wissen: Der Hausnotrufanbieter muss Vertragspartner der Pflegekasse sein.
Welche Leistungen bietet ein Hausnotrufsystem im Alltag?
Es gibt verschiedene Hausnotrufsysteme. Wenn Sie Angebote einholen, sollten folgende Leistungen enthalten sein:
Die Geräte werden aufgestellt und für Sie eingerichtet.
Sie und eine Kontaktperson Ihrer Wahl werden in das System eingewiesen.
Oft gehören diese Leistungen zum Basistarif. Daneben gibt es oft sogenannte Komforttarife . Diese bekommen Sie in Verbindung mit dem Basistarif.
Je nach Anbieter beinhalten sie Zusatzleistungen wie:
Schlüsselhinterlegung, so dass Nothelfer problemlos die Wohnung betreten können,
regelmäßige Kontrollanrufe zu Ihrer Sicherheit
Falldetektoren, die bei einem Sturz automatisch Alarm schlagen oder
Bitte beachten Sie: Zusatzleistungen kosten extra. Sie können rund 30 bis 50 Euro (oder auch mehr) zusätzlich im Monat ausmachen. Überlegen Sie genau, welche Sie brauchen. Die Preise können je nach Anbieter und Region stark variieren.
Vergleichen Sie daher mehrere Anbieter und wählen Sie nur die Leistungen, die Sie wirklich brauchen. Oft reicht ein günstiger Basistarif aus.
Wie bediene ich den Hausnotruf und was passiert dann?
Sie tragen einen kleinen Notrufknopf – meist als Armband oder Halskette. Sollten Sie einen Notfall haben, drücken Sie den Knopf. Dann wird die Verbindung zur Notrufzentrale hergestellt. Mitarbeiter: innen sprechen mit Ihnen und organisieren Hilfe.
Je nach Situation werden dann Angehörige, Pflegedienste oder der Rettungsdienst oder Notarzt verständigt.
Damit der Hausnotrufdienst im Notfall richtig auswählen und schnell reagieren kann, werden in der Notrufzentrale wichtige Daten über Sie hinterlegt. Dazu gehören:
Adresse und Zugang zur Wohnung,
Welche technischen Voraussetzungen brauche ich für ein Hausnotrufsystem?
Sie brauchen eine Telefon- oder IP-Anschluss, an die die Basisstation angeschlossen wird. Außerdem benötigen Sie an der Stelle eine Steckdose für die Stromversorgung. Prüfen Sie bei Routern, ob das System auch funktioniert, wenn mal der Strom ausfällt.
Wenn das Internet oder Telefon ausfällt, kann ein Gerät mit SIM-Karte sinnvoll sein. Auch ein Akku kann Stromausfälle für circa 10 bis 20 Stunden überbrücken .
Überprüfen Sie die Reichweite des Funkknopfs , wenn Sie den Hausnotruf in einem großen Haus oder im Garten nutzen wollen. Meist liegt sie bei bis zu 50 Metern.
Gut zu wissen: Ihre Adresse, Kontaktpersonen und wichtige Infos sind in der Notrufzentrale hinterlegt. Sie müssen sicher und DSGVO-konform gespeichert werden.
FAQ: Das Wichtigste zu Hausnotrufsystemen
Ein Hausnotruf eignet sich besonders für ältere, kranke oder alleinlebende Menschen. Er ist sinnvoll, wenn Sie sturzgefährdet sind, an einer chronischen Erkrankung leiden oder bereits einen Notfall hatten. Für Menschen mit Demenz ist er oft weniger geeignet, da sie den Knopf nicht immer gezielt betätigen können.
Sie tragen einen kleinen Notrufknopf als Armband oder Halskette. Im Notfall stellt ein Knopfdruck sofort eine Verbindung zu einer rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale her. Diese organisiert dann die passende Hilfe – ob Angehörige, Pflegedienst oder Rettungsdienst.
Der Basistarif liegt je nach Anbieter und Leistung meist zwischen 27 und 40 Euro monatlich. Zusatzleistungen wie Schlüsselhinterlegung oder mobile Notrufsysteme können die Kosten um weitere 30 bis 80 Euro erhöhen. Vergleichen Sie daher mehrere Anbieter und buchen Sie nur, was Sie wirklich brauchen.
Bei vorhandenem Pflegegrad kann die Pflegekasse die Kosten für den Basistarif übernehmen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die pflegebedürftige Person häufig allein ist, jederzeit mit einer Notsituation gerechnet werden muss und in dieser Situation kein Notruf mit dem handelsüblichen Telefon abgesetzt werden kann. Für Zusatzleistungen müssen Sie selbst aufkommen.
Sie benötigen einen Telefon- oder Internetanschluss sowie eine Steckdose für die Basisstation. Ein Gerät mit SIM-Karte und Akku ist empfehlenswert, damit das System auch bei Strom- oder Internetausfall funktioniert. Wenn Sie das System im Garten nutzen möchten, prüfen Sie außerdem die Reichweite des Funkknopfs.
Viele Anbieter bieten neben dem Basistarif ergänzende Leistungen an, etwa Schlüsselhinterlegung, regelmäßige Kontrollrufe oder automatische Sturzdetektoren. Auch mobile Notrufsysteme für unterwegs sind erhältlich. Diese Zusatzleistungen sind kostenpflichtig und müssen privat finanziert werden.
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Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit den Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.
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