Kantonale Denkmalpflege Zürich präsentiert Kulturerbe entdecken 2026; Pflegeplan Rheinau Klosterkirche

Kulturerbe entdecken: Broschüre Kanton Zürich 2026

KANTON ZÜRICH 7.–13. September 2026 KULTURERBE ENTDECKEN In Gefahr?

Zürich Winterthur Bäretswil Bubikon Uster Oetwil am See Bauma Horgen Uetikon Gyrenbad ob Turbenthal Illnau Rheinau

Gefahr als Chance Beat Eberschweiler Kantonaler Denkmalpfleger und Kantonsarchäologe Stefan Gasser Bereichsleiter Archäologie und Denkmalpflege der Stadt Zürich Konstanze Domhardt Leiterin Denkmalpflege der Stadt Winterthur Seit es Kulturerbe gibt, ist Kulturerbe in Gefahr – das liegt in der Natur der Sache. Historische Gebäude und archäologische Funde werden bedroht von natürlichen Prozessen wie Erosion oder Verwitterung, aber auch von gesellschaftlichen Veränderungen, dem Klimawandel, kollektiven und persönlichen Interessen. Gefahren führen mitunter zu schmerzlichen Verlusten, sie haben aber auch ihr Gutes: Sie zwingen uns dazu, stets neu zu bedenken und zu verhandeln, was uns wichtig ist. Sie halten uns dazu an, innovativ zu bleiben und neue Wege zu finden. Pflegen und Bewahren bedeutet nicht, den Fluss der Veränderungen aufzuhalten, sondern vielmehr, ihn bewusst mitzugestalten. Die Denkmalpflege des Kantons Zürich hat beispielsweise gemeinsam mit verschiedenen Expertinnen und Experten einen speziellen Pflegeplan zum Schutz der Ausstattung der spätbarocken Klosterkirche in Rheinau entwickelt. Exklusive Einblicke in dieses und viele weitere Projekte erwarten Sie auf der Klosterinsel Rheinau. Die Denkmalpflege der Stadt Winterthur zeigt altes Handwerk und junges Erbe. An Live-Demonstrationen können Sie gefährdete traditionelle Handwerkstechniken erleben und auf Rundgängen mit jungen Architektur­studierenden ein Augenmerk auf die Bauten der Postmoderne als mögliche Baudenkmäler von morgen legen. Die Denkmalpflege der Stadt Zürich zeigt am ehemaligen UTO-Kino samt seiner Beschriftung mit der Neonreklame, was es heisst, wenn die an­gestammte Nutzung verlorengeht. Ausserdem werden von wertvollen Bild­negativen bis hin zur Burgruine unterschiedliche Strategien vorgestellt, wie Kulturerbe erhalten werden kann. Kulturerbe ist so vielfältig wie die Gefahren, denen es ausgesetzt ist. Wie bringen wir es in die Zukunft? Die wichtigste Grundlage für ein Gelingen ist eine gesunde Portion Neugier, ein offenes Ohr und ein respektvolles Miteinander. Selbst die beste Idee lässt sich nicht im Alleingang umsetzen. Wirklich gefährlich wird es – für Mensch und Objekt –, wenn unser Handeln das gemeinsame Wohl aus dem Blick verliert. Wir freuen uns sehr auf Ihre Offenheit und Neugierde und laden Sie herzlich ein, an diesem Anlass mitzuwirken und ihn gemeinsam zu geniessen. Ohne Sie wird es nicht gelingen!

Inhalt VERANSTALTUNG ORT SEITE 1 Bahn-Architektur und zerstörerisches Töss-Wasser Bauma 6 2 Ein grosses Erbe Bubikon 6 3 Gasthof Gyrenbad – 500 Jahre Badegeschichte Gyrenbad ob Turbenthal 7 4 Führung und Picknick im Hernerpark Horgen 7 5 Gesucht: Denkmalgerechte Nutzung Horgen 8 6 Wie rette ich ein Bauernhaus? Illnau 8 7 Dem Wasser auf der Spur Bäretswil 9 8 Textilien in Gefahr? Jetzt flicken! Oetwil am See 9 9 Klosterinsel Rheinau – Einzigartiges Kulturerbe hinter verschlossenen Türen Rheinau 10 10 Wie pflegt man eine Klosterkirche? Rheinau 11 11 Ein Blick hinter die Mauern des Abteigebäudes Rheinau 11 12 Pop-up-Ausstellung: Von den Kelten zur Psychiatrie Rheinau 12 13 Rheinau – Ein kulturgeschichtlicher Spaziergang Rheinau 12 14 Adieu Chemie Uetikon, Grüezi Seepark Uetikon 13 15 Historische Zürichsee-Boote in Fahrt erleben Uetikon 13 16 Schulhaus Pünt in Uster – Baukulturelles Erbe sichern Uster 14 17 Bauen auf der grünen Dorfwiese? Winterthur 15 18 Jüngere Baukultur – Denkmäler von morgen? Winterthur 16 19 Über Handwerker, Kaufleute und Schlitzohren Winterthur 17 20 Das alte Lokomotivdepot im Lindareal Winterthur 17 21 Ende gut, Haldengut – Industriekulturgut? Winterthur 18 22 Fundgrube Altstadt – was uns Quellen erzählen Winterthur 18 23 Historische Bauteile voller Geschichten zum Anfassen Winterthur 19 24 So wird es gemacht – Handwerk live Winterthur 20 25 Auf Spurensuche Winterthur 20 26 Geschichte unterwegs Winterthur 21 27 «Backstein und Eisenguss» Winterthur 21 28 «Backstein Reloaded» Fokus Winterthur Winterthur 22

VERANSTALTUNG ORT SEITE 29 Kunst-Zeitmaschine Winterthur 22 30 Der Hortfund aus dem afghanischen Mir Zakah Winterthur 23 31 Hans-Peter Bärtschi: Industriekultur in Gefahr Winterthur 23 32 Weiterforschen (an der Westwand) Zürich 24 33 Depot F – Erhalt eines Eisenbahndenkmals im Gleisraum Zürich 24 34 Die Burgruine Friesenberg Zürich 25 35 Friedhof Sihlfeld – Gartendenkmal, multicodiert Zürich 25 36 Ein Juwel der ehemaligen Kinoarchitektur – Haus UTO Zürich 26 37 Gefahr erkannt, Gefahr gebannt Zürich 27 38 Erosion im See – Spuren der Pfahlbauten Zürich 28 39 Out of Service – Schweizer Sakralarchitektur im Wandel Zürich 28 40 Heilende Gärten in der Lengg Zürich 29 41 Was ist von der SAFFA 1958 geblieben? Eine Spurensuche Zürich 29 42 Altstadt in Gefahr Zürich 30 PIKTOGRAMME Betreten auf eigene Gefahr, Haftung wird abgelehnt Essen und Trinken Familienfreundlich Feste Schuhe, gute Kleidung empfohlen Rollstuhlgängig Kulturerbe von Frauen Headset/Audiogeräte/ induktive Höranlage Unesco-Welterbe

6 Die audiovisuelle Produktion «Töss bewegt. Eine Zeitreise» thematisiert die Gefahr der zerstörerischen Kraft des Wassers der Töss, die einst einen starken Einfluss auf die Gestaltung des Bahnareals hatte. Der Dampf- bahn-Verein Zürcher Oberland DVZO lädt ein zu einer halbstündigen Zeitreise in den regnerischen Sommer 1876. Nach den Vorstellungen im Güterwagen geben Mitglieder des DVZO Auskunft zu den Herausforde- rungen der Museumsbahn zwischen Denkmalschutz, Sicherheit des Bahnbetriebs, Zugänglichkeit und Freiwilligenarbeit. Wann Samstag, 12.9. und Sonntag, 13.9., 9 bis 18 Uhr Wo Bahnhof Bauma, 8494 Bauma ÖV Bus 850 ab Wetzikon bis Haltestelle Bauma Was Filmvorführungen «Töss bewegt. Eine Zeitreise» mit Anwesenheit von Mitgliedern des DVZO Organisation Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland DVZO info@dvzo.ch, +41 79 432 55 73, dampfbahn.ch 1 Bahn-Architektur und zerstörerisches Töss-Wasser BAUMA Anlässlich der diesjährigen Euro­ päischen Tage des Denkmals stehen die Gefahren im Mittelpunkt, die unser Kulturerbe bedrohen. Wie können wir es bestmöglich schützen und erhalten? Und wie sollen wir mit unserem kulturellen Erbe umgehen? Erkunden Sie diese Fragen mit uns, an einer Spezialführung zum geplan- ten Umbau des Ritterhauses. Wann Sonntag, 13.9., 14 Uhr (Dauer 1 Std.) Wo Ritterhaus Bubikon, Ritterhausstrasse 35, 8608 Bubikon ÖV S5, S15 bis Bahnhof Bubikon, danach etwa 5 Gehminuten oder mit Bus 880 bis Haltestelle Ritterhaus Was Führung mit Marco Zanoli, Historiker und Präsident Ritterhausgesellschaft Organisation Ritterhaus Bubikon florence.anliker@ritterhaus.ch, +41 55 243 39 74, ritterhaus.ch Informationen Treffpunkt vor dem Haupteingang 2 Ein grosses Erbe BUBIKON

7 Das Gyrenbad ob Turbenthal wurde 1364 erstmals erwähnt, der Bade­ betrieb 1463. Im 16. Jahrhundert wurde das Bad als «Heilstätte und gesellschaftlicher Ort der bürgerli- chen Gesellschaft der Stadt Zürich» bekannt. Im 18. Jahrhundert sollen zeitweise bis zu 300 Personen gleich- ­zeitig im Gyrenbad «gekurt» haben und mussten teils in der Umgebung untergebracht werden. Entsprechend wurden Gebäude und Anlagen mehrfach erweitert und erneuert. 1968 kam es zur Schliessung des Bade- betriebs. 1975 wurde das Gebäude­ ensemble unter Schutz gestellt. Wann Samstag, 12.9. und Sonntag, 13.9., 11 bis 16 Uhr Freie Besichtigung, 11.30 und 14 Uhr Führung (Dauer 1 Std.) Wo Gasthof Gyrenbad, Girenbadstrasse 133, 8488 Gyrenbad ob Turbenthal ÖV 28 Gehminuten ab Schlatt TG Was Freie Besichtigung und Führung leer­ stehender Westtrakt, frühere Bade- und Gästeräume sowie historische Gartenanlage Organisation Gasthof Gyrenbad j.furrer@gyrenbad.ch, +41 52 385 15 66, gyrenbad.ch Informationen Treffpunkt beim Haupteingang Gasthof Gyrenbad, Gastwirtschaft geöffnet 3 Gasthof Gyrenbad – 500 Jahre Badegeschichte GYRENBAD OB TURBENTHAL 1840 liess Hans Heinrich Hüni-Stettler an der heutigen Seegartenstrasse eine Villa erbauen. Darin sollten seine Familie und das florierende Seidenverlagsgeschäft Hüni & Fierz unterkommen. Seeseitig der Villa legte der Unternehmer einen Park an, der später zu einer stattlichen Grünanlage wuchs. Zur Erhaltung dieser einzigartigen Oase wurde 2019 die Stiftung Hernerpark Horgen gegründet. Anlässlich der Europäi- schen Tage des Denkmals laden wir Sie ein zu einer Führung, Picknick und Spielen für Kinder. Wann Sonntag, 13.9., 14 Uhr Führung (Dauer 1 Std.), 14 bis 17 Uhr Picknick und Spiele Wo Sust Museum Horgen, Bahnhofsstrasse 27, 8810 Horgen ÖV S2, S8 ab Zürich HB bis Haltestelle Horgen oder Schiff ab Zürich Bürkliplatz bis Haltestelle Horgen See Was Führung mit Hans Georg Schulthess, Präsident der Stiftung Hernerpark Horgen; Picknick und Spiele im Park Organisation Sust Museum Horgen info@susthorgen.ch, +41 44 725 15 58, susthorgen.ch Informationen Treffpunkt vor dem Eingangstor zum Park vis-à-vis der Villa an der Seegarten- strasse 45, Picknick bitte selber mitbringen 4 Führung und Picknick im Hernerpark HORGEN

8 Das Agentenhaus in Horgen hat Gerbermeister Hüni 1735 für seine Familie erbaut. Den Namen erhielt es in der Zeit der Helvetischen Republik, als es ein Enkel Hünis bewohnte, der als Gemeindevorsteher, also Agent National, amtete. Ab 1949 hat es der Arzt Dr. Emil S. Kern umgebaut, historisch möbliert und eine bedeu- tende Porzellan- und Kunstsammlung aufgebaut. Von 1999 bis 2024 war es als Wohn- und Porzellanmuseum öffentlich zugänglich. Wie kann es künftig als Wohnhaus heutigen Ansprüchen genügen ohne seinen historischen Wert zu verlieren? Wann Samstag, 12.9. und Sonntag, 13.9., 10 bis 16 Uhr Wo Agentenhaus in Horgen, Seestrasse 175, 8810 Horgen ÖV 6 Gehminuten ab Bahnhof Horgen Was Besichtigungen, informelle Gespräche über die zukünftige Nutzung mit Anwesenheit von Mitgliedern des Stiftungsrates der Stiftung des Zürcher Heimatschutzes SZH Organisation Stiftung des Zürcher Heimatschutzes SZH info@heimatschutz-zh.ch, +41 44 340 03 03, heimatschutz-zh.ch 5 Gesucht: Denkmal- gerechte Nutzung HORGEN Nach Jahren der Vernachlässigung suchte das Bauernhaus von 1875 nach neuer Nutzung und Wertschätzung. Nun wurde es umgebaut und um eine Wohneinheit erweitert. Ein Schutz- vertrag garantiert die langfristige Erhaltung. Die alte Bausubstanz erforderte spezielle Fachkenntnisse – sowohl von Architektinnen als auch von Fachplanern, Spezialistinnen und Behörden. Neubauteile sind einfa- cher zu planen und entsprechen den heutigen Normen, doch am Ende machen die historischen Bauteile den Wert und den Charme eines Gebäu- des aus. Wann Samstag, 12.9., 13 und 15 Uhr (Dauer 1 Std.) Wo Volketswilerstrasse 1, 8308 Illnau ÖV 12 Gehminuten ab Bahnhof Illnau Was Führung mit den Eigentümern Organisation Christa Baldinger GmbH, Architektur info@christabaldinger.ch, +41 44 542 03 21, christabaldinger.ch Anmeldung info@christabaldinger.ch 6 Wie rette ich ein Bauernhaus? ILLNAU

9 Das Zürcher Oberland war einst ein Zentrum der europäischen Textil­- indu­strie – Wasser war dafür die Vor- aussetzung. Bäche, Weiher und Kanä- le lieferten die Kraft für die Spinn- maschinen in Neuthal. Verschaffen Sie sich auf dem Geländemodell einen Überblick über das weite Areal und schauen Sie mit den virtuellen Erwei- terungen hinter die Mauern des Kraft- werks. Auf dem Audiowalk begleiten Sie den Wasserwart bei seiner Arbeit um 1888 und tauchen mit ihm in die Welt der Wassernutzung in Neuthal ein. Kleine Gwunderfitze suchen auf dem Kinderparcours den geheimen Schatz der Neuthaler Wassertiere. Wann Sonntag, 13.9., 11 bis 17 Uhr Wo Museum Neuthal Textil- & Industriekultur, Im Neuthal 6, 8344 Bäretswil ÖV Bus 850 oder Dampfbahn DVZO ab Wetzi