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title: "Dr. Matthias Wagner neuer Ärztlicher Direktor Günztalklinik Allgäu, Obergünzburg; 10,5 Mio Euro Erweiterung und 24 neue Einzelzimmer"
sdDatePublished: "2026-07-30T14:14:00Z"
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Dr. Matthias Wagner neuer Ärztlicher Direktor Günztalklinik Allgäu, Obergünzburg; 10,5 Mio Euro Erweiterung und 24 neue Einzelzimmer

Günztalklinik: Wie ein Orchester, in dem jeder eine wichtige Stimme hat | Bezirkskliniken Schwaben

Günztalklinik: Wie ein Orchester, in dem jeder eine wichtige Stimme hat

Dr. med. Matthias Wagner ist seit 1. Juni 2026 neuer Ärztlicher Direktor der Günztalklinik Allgäu in Obergünzburg. Bild: Georg Schalk, Bezirkskliniken Schwaben

Dr. Matthias Wagner vergleicht seine Rolle in der Günztalklinik Allgäu mit einem Dirigenten und seinem Orchester. Der neue Ärztliche Direktor will das Therapiekonzept gemeinsam mit dem Behandlungsteam entscheidend weiterentwickeln.

Dr. med. Matthias Wagner ist seit 1. Juni 2026 neuer Ärztlicher Direktor der Günztalklinik Allgäu in Obergünzburg. In den ersten Wochen hat der 54-Jährige viel zugehört. „Es ist für mich die Zeit des Verstehens. Dabei sehe ich mich zunächst in erster Linie als ein Lernender. In den ersten drei Monaten werde ich viele Gespräche führen, um zu erkennen, was gut läuft, was weniger und welche Wünsche an mich gerichtet werden“, sagt der gebürtige Stuttgarter, der mit seiner Frau und seinem Sohn in Kempten lebt. In seiner Begrüßungsrede vor den etwa 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hob er den guten Ruf hervor, den die Klinik besitzt. „In den vergangenen zehn Jahren ist hier Großes entstanden. Nach der Neugründung im Jahr 2016 haben sich unter Ihrer Mitwirkung stabile Strukturen und eine hochwertige multiprofessionelle Behandlung etabliert, die weit über das Allgäu hinaus geschätzt wird“, lobte Dr. Wagner die Beschäftigten und dankte dabei ausdrücklich seinem Vorgänger Dr. Grinschgl. Dr. Grinschgl ist auf eigenen Wunsch nach Erfurt (Thüringen) umgesiedelt, um dort gemeinsam mit seiner Frau eine Praxis zu führen.

Dr. Wagner, der in Ludwigsburg sein Abitur machte und an der Universität Ulm Humanmedizin studierte, kam über das Zentrum für Psychiatrie Weissenau und die Neurologie in der Oberschwabenklinik Ravensburg (beide Baden-Württemberg) 2008 ins Allgäu: In der Adula Klinik Oberstdorf war er anfangs als Arzt und Bezugstherapeut tätig. Nach einer Weiterbildung in der Inneren Medizin an der Klinik Schwabenland Isny-Neutrauchburg arbeitete er zunächst als Oberarzt und später als Leitender Oberarzt an der Klinik Alpenblick, ebenfalls in Isny-Neutrauchburg. Nach einer einjährigen Elternzeit startete er 2018 als Stellvertretender Chefarzt an der Adula Klinik Oberstdorf neu. 2021 kam er für ein Jahr ans Bezirkskrankenhaus (BKH) Kaufbeuren, wo er als Oberarzt in der Allgemeinpsychiatrie tätig war. „Damals war aber schon klar, dass das nur vorübergehend sein wird. Denn mein Herz schlägt für die Psychosomatik“, sagt der 54-Jährige. Von 2022 an war er dann Chefarzt im „Das Alpreflect“, einer Klinik für Psychosomatik, Rehabilitation und Prävention in Hopfen am See bei Füssen, ehe er nun nach Obergünzburg wechselte.

Dr. Wagner ist nicht nur Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, sondern auch Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. „Nach meiner Psychiatrie-Facharztweiterbildung wollte ich mich stärker auf das Gespräch fokussieren und meine psychotherapeutischen Fähigkeiten ausbauen. Deshalb wechselte ich in eine psychosomatische Klinik mit gruppentherapeutischem Konzept. Seitdem schlägt mein Herz für dieses Fachgebiet. Ich kann mir nichts Schöneres und Interessanteres vorstellen.“ Er empfinde es „als wunderbare Aufgabe, Menschen in schwierigen Phasen weiterzuhelfen“.

Mit seiner leitenden Tätigkeit in der Günztalklinik Allgäu geht der Mediziner nun den nächsten Schritt. Die Aufgabe hier habe ihn gereizt, weil es sich um eine Akutklinik für Psychosomatik und Psychotherapie handelt. „Außerdem konnte ich in eine Einrichtung kommen, die viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet.“ Damit meint Dr. Wagner zwei Bereiche: Zum einen ist die Günztalklinik in ein größeres Gesamtunternehmen – die Bezirkskliniken Schwaben – eingebunden. „Das bedeutet, dass man auf vorhandene Netzwerke und auf einen riesigen Fundus an Erfahrungen und Kompetenzen zurückgreifen kann, beispielsweise in den Bereich Personalgewinnung oder IT. Das ist ein großer Vorteil. Das gilt aber auch für das gute Miteinander mit anderen Kliniken innerhalb des Konzerns“, so der Chefarzt.

Zum anderen entwickelt sich die Günztalklinik selbst prächtig weiter. Im zehnten Jahr ihres Bestehens ist sie längst zu einem bedeutsamen regionalen Versorger in Bayerisch-Schwaben geworden. Mehr als 80 Prozent der Patientinnen und Patienten stammen aus der näheren Umgebung. Die Bezirkskliniken Schwaben als Träger investieren derzeit 10,5 Millionen Euro in die Erweiterung und den Umbau der Klinik. Unter anderem entstehen 24 neue Einzelzimmer, neue Behandlungs-, Therapie-, Funktions- und Büroräume sowie ein großer Mehrzweckraum. Im Oktober soll eine große Einweihungsfeier über die Bühne gehen.

Dr. Wagner ist nach eigenen Worten sehr herzlich und offen empfangen worden. „Es hat sich tatsächlich so angefühlt, als hätte man mich freudig erwartet. Ich fühle mich hier sehr, sehr wohl.“ Der Musikliebhaber, passionierte Klavierspieler und Sänger sieht sich als „Dirigent für ein Orchester, in dem jeder eine wichtige Stimme hat“. „Ich übernehme Verantwortung, koordiniere und gestalte. Gleichzeitig ist mir ein offenes und achtsames Miteinander wichtig, bei dem jeder seine Fähigkeiten einbringen kann. Ich möchte nicht im Vordergrund stehen und bin nicht derjenige, der alles besser weiß“, sagt er.

Zu den zahlreichen Aufgaben, die auf ihn warten, zählt, dass er ein traumatherapeutisches Konzept für die Klinik entwickeln will. Außerdem möchte Dr. Wagner die psychologische Diagnostik stärken. Dann geht es um die Frage, wie die Klinik nach der Aufstockung mehr Patientinnen und Patienten behandeln kann und welche Anpassungen dafür notwendig sind. Zumindest bei der Personalsuche kommt man gut voran. „Auf alle Stellen, die wir bisher ausgeschrieben haben, haben sich zahlreiche Interessenten beworben. Wir können aus dem Vollen schöpfen“, berichtet der Ärztliche Direktor.