Katholische Kita IN gGmbH Ingolstadt feiert erfolgreiche Rezertifizierung ihres Qualitätsmanagements; deutschlandweit größter Kita-Verbund, 33 Einrichtungen.

Bistum Eichstätt: Ein Meilenstein für die Qualität - Katholische Kita IN gGmbH feiert erfolgreiche Rezertifizierung

Ein Meilenstein für die Qualität - Katholische Kita IN gGmbH feiert erfolgreiche Rezertifizierung

Ingolstadt - Mit einer feierlichen Andacht im Ingolstädter Münster und einem anschließenden Festakt hat die katholische Kita IN gGmbH ein besonderes Ausrufezeichen gesetzt: Der Verbund feierte die erfolgreiche Rezertifizierung seines Kita-Qualitätsmanagements nach den strengen Vorgaben des KTK-Gütesiegels sowie der internationalen Norm DIN ISO 9001.

Unter dem Leitgedanken „Werde Licht für das, was noch niemand sehen kann. Menschen in die Zukunft begleiten“ kamen am Tag der Heiligen Brigitta von Schweden zahlreiche Wegbegleiter, Partner und Mitarbeitende zusammen. In der festlich weiß gekleideten Gemeinschaft spiegelte sich die geschlossene Verbundenheit des gesamten Verbundes wider. Musikalisch wurde die Andacht von einem eigens gebildeten Chor aus Mitarbeitereinnen und Leiterinnen stimmungsvoll gestaltet, der die Feier mit dem Lied „Ubi caritas et amor Deus ibi est“ eindrucksvoll eröffnete.

Gemeinschaftsleistung im Zeichen der Menschlichkeit

Trägervertreter Markus Schweizer begrüßte neben den Kita-Teams zahlreiche Ehrengäste aus 18 Kommunen, Vertreter der Jugendämter, des Verwaltungsrats, der Kirchengemeinden sowie weiterer Fachverbände. In seiner Begrüßung betonte er, dass die stetige Weiterentwicklung einer Organisation eine Gemeinschaftsaufgabe sei:

„Es gibt Dinge, die wachsen nicht einfach, sondern werden entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören Menschlichkeit, Leidenschaft und die Überzeugung, dass Entwicklung stetig vorangeht. So einen Erfolg schafft man nie alleine, sondern nur gemeinsam mit den Menschen.“

Diözesanadministrator Alfred Rottler, der die Andacht zelebrierte, würdigte in seiner Predigt den unermüdlichen Alltagseinsatz in den Kitas. Anknüpfend an das biblische Wort „Lasset die Kinder zu mir kommen“ gab er den Pädagoginnen ein starkes Bild mit auf den Weg: Sie seien im Alltag wie Gärtnerinnen – sie begleiten die Kinder mit Lust an guter Pädagogik, schenken ihnen Raum zum Wachsen und treten täglich mit viel Hoffnung in Beziehung zu den Kleinsten.

Lob für Professionalität und werteorientierte Haltung

Einen besonderen Stellenwert nahmen die Worte der Ehrengäste bei der anschließenden Zertifikatsübergabe ein. Alexa Glawogger-Feucht, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern, bezeichnete den Tag als großen Meilenstein für den Träger. Sie hob das hohe Maß an Professionalität und Wertschätzung hervor, mit dem den Kindern und Eltern begegnet wird. Gerne betonte sie auch die gesellschaftliche und religiöse Bedeutung der Kitas: „In einer Welt im Wandel ist es für Kinder von zentraler Bedeutung zu wissen: Ich bin hier angenommen, wie ich bin.“

Diana Leickert, Referentin beim KTK-Bundesverband, stellte heraus, dass Qualität kein statischer Zustand ist: „Ein Gütesiegel ist weit mehr als eine Urkunde. Es steht für eine Haltung und die Bereitschaft, das eigene Handeln immer wieder zu reflektieren. Sie haben gezeigt, dass Qualitätsentwicklung ein fester Teil Ihrer pädagogischen Verantwortung ist." Gemeinsam überreichten Alexa Glawogger-Feucht und Diana Leickert die begehrte Urkunde offiziell an Trägervertreter Markus Schweizer und Qualitätsbeauftragte Susanne Hehnen.

Im Anschluss an den offiziellen Teil im Münster kamen die Gäste bei Sommerwetter im Innenhof neben dem Orbansaal zusammen. Bei italienischer Musik, kleinen Snacks und sommerlicher Atmosphäre bot der Abend den perfekten Rahmen für gute Gespräche, Begegnungen und ein gemeinsames Anstoßen auf den großartigen Erfolg des gesamten Verbundes.

Ein Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001 bringen die meisten Menschen wohl eher mit der freien Wirtschaft oder der Industrie in Verbindung. Doch die katholische Kita IN gGmbH beweist, dass diese strengen externen Audits auch im pädagogischen Alltag einen unschätzbaren Wert haben: Als deutschlandweit größter Kita-Verbund hat sich der Träger mit mittlerweile 33 Einrichtungen diesem anspruchsvollen Verfahren erfolgreich unterzogen. Doch was bedeutet diese Zertifizierung eigentlich für den oft turbulenten Kita-Alltag? Wie profitieren die Kinder ganz konkret davon? Und warum ist dieser Weg eine besondere Form der Wertschätzung für die Mitarbeitenden? Geschäftsführer Markus Schweizer und die Qualitätsbeauftragte Susanne Hehnen geben im Doppel-Interview spannende Einblicke hinter die Kulissen.

Herr Schweizer, Ihr Kita-Verbund ist deutschlandweit der größte, der sich freiwillig diesem strengen externen Audit nach DIN ISO 9001 unterzogen hat. Warum haben Sie diesen enormen Aufwand für jetzt schon 30 Ihrer Kitas auf sich genommen und was bedeutet dieser Meilenstein für Sie als Träger?

Markus Schweizer: Der Grundgedanke war, dass wir oft für uns in Anspruch nehmen, qualitativ hochwertige Ergebnisse in unserer Arbeit zu erzielen. Oft scheuen wir uns aber davor, diese Annahme auch wirklich zu überprüfen. Mir war es wichtig, den Kindern und ihren Eltern bestmögliche Voraussetzungen für ihre Entwicklung zu bieten und diesen Anspruch auch objektiv überprüfen zu lassen.

Frau Hehnen, das Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001 stammt ursprünglich eher aus der Wirtschaft. Wie übersetzt man so ein abstraktes System in den lebendigen und oft turbulenten Kita-Alltag, damit es die pädagogische Arbeit wirklich bereichert?

Susanne Hehnen: Auch die Kita ist ein Unternehmen – ein Unternehmen, dessen Leistung die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit bei Kindern ist. Diese Arbeit hat, wie in anderen Betrieben auch, Prozesse. Bei uns heißen diese Prozesse zum Beispiel Mittagessen oder Eingewöhnung. Ziel ist es, genau zu beleuchten, was dieser Prozess braucht – pädagogische Haltung, Raum, Unterstützung, Struktur usw. –, um Kindern ideale Voraussetzungen zu bieten, sich in diesem Kontext bestmöglich zu entwickeln.

Ein solches Audit bedeutet eine monatelange, intensive Vorbereitung. Wie haben die Teams und Leitungen in den einzelnen Kitas vor Ort diesen Prozess miterlebt, und wie stolz sind Sie auf die gemeinsame Umsetzung im gesamten Verbund?

Markus Schweizer: Wir sind unglaublich stolz darauf, dass dieses Qualitätshandbuch wirklich von uns selbst geschrieben wurde. Die Leitungen aller Kitas treffen sich in Arbeitsgruppen, nehmen die Gedanken aus diesen Gruppen mit in ihre Teams und bringen deren Anregungen wieder in die Arbeitsgruppe ein. So ist unser Qualitätshandbuch entstanden. Die Umsetzung und Überprüfung gewährleisten wir durch unsere Trägervertretungen, regelmäßigen Austausch, interne Fachtage, interne Audits und natürlich die Klausuren unserer Leitungen. Wunderschön ist es zu erleben, dass dieses Verfahren in einem Großteil unserer Kitas als wirkliche Unterstützung erlebt wird. Bei unserer jährlichen Mitarbeitendenbefragung hatten wir bei den Fragen zum Qualitätsmanagement fast 90 Prozent Zustimmung! Alle Kitas, die bisher das externe Audit durchgeführt haben, waren im Anschluss wirklich beseelt. Dieses Erleben, sich zu zeigen und in der Ernsthaftigkeit und Professionalität dann auch gesehen zu werden, ist eine ganz besondere Form der Anerkennung.

Frau Hehnen, wenn wir direkt in die Praxis blicken: Wo genau spüren die Eltern und vor allem die Kinder in den Einrichtungen jetzt ganz konkret die Vorteile dieses zertifizierten Qualitätsmanagements im täglichen Miteinander?

Susanne Hehnen: Befragungen zeigen leider, dass deutschlandweit in vielen Kitas das Kind immer noch nicht als kompetentes Gegenüber anerkannt wird. Wir machen das. Durch diese Haltung erleben Kinder, dass sie wirklich von uns respektiert werden. Das erkennt man daran, dass Kinder bei uns ein echtes Beschwerderecht und ein Beschwerdeverfahren haben. Was bürokratisch anmutet, ist in der Praxis so schön und individuell umgesetzt und stellt sicher, dass wir Kinder ernst nehmen. Ein Beispiel: Ein Kind hatte einen bestimmten Wunsch für eine Nachspeise, meldete sich im Beschwerdeverfahren und wurde dann von den Pädagoginnen begleitet, um sich direkt an den Caterer zu wenden. Das Kind musste dort wirklich verhandeln – und bekam die Änderung vom Caterer zugestanden! In einer anderen Kita stellten Kinder den Antrag auf mehr Sandspielzeug. Das Kinderparlament beschloss daraufhin, dass erst einmal alles Spielzeug gezählt werden müsse. Die Kinder machten also selbstmotiviert und selbstorganisiert Inventur beim Sandspielzeug. Am Ende entschied das Kinderparlament, dass ausreichend Material vorhanden sei, und lehnte den Antrag ab. Für die Antragsteller war das vollkommen in Ordnung. Das sind wunderbare Beispiele für die Ermächtigung von Kindern. Dieses Erleben von Beteiligung und Rechten unterstützt die Entwicklung einer inneren Stärke, die eine wunderbare Begleitung für das weitere Leben jedes Kindes ist.

Die erfolgreiche Rezertifizierung ist geschafft – doch Qualitätsmanagement ist ja ein fortlaufender Prozess. Welche nächsten pädagogischen Schwerpunkte oder Ziele haben Sie sich für die Zukunft des Kita-Verbunds gesetzt?

Susanne Hehnen: Das Qualitätshandbuch und die Audits sind die Begleitung eines immerwährenden Entwicklungsprozesses. Für das kommende Jahr ist die Überarbeitung unserer Pädagogischen Rahmenkonzeption geplant. Wir wollen zeitgemäße Antworten auf die Frage finden, wie die Zukunft der Kinder aussieht, die wir begleiten. Und dann ist es einfach schön zu sehen, wie durch die Synergie der vielen Kitas in unserem Verbund immer wieder Neues entsteht. Wir haben aktuell eine Liste entwickelt, in der Kitas beschreiben können, wo sie sich besonders exzellent aufgestellt sehen. Diese Liste lädt andere Kitas und Teams ein, sich daran zu orientieren, dort zu hospitieren und sich so gegenseitig in der Entwicklung zu begleiten. Dieses Zusammenwachsen ist sehr schön zu beobachten und macht einfach Freude!

Foto: Kath. Kita IN gGmbH

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