Diakonie Mitteldeutschland lanciert Sozial-O-Mat vor der Landtagswahl Sachsen-Anhalt; Zwölf Parteien vertreten, Orientierung statt Wahlempfehlung heute sichtbar
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Diakonie Mitteldeutschland lanciert Sozial-O-Mat vor Landtagswahl
Die Diakonie Mitteldeutschland hat am 29. Juli einen Sozial-O-Mat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 6. September gestartet. Das Online-Angebot soll Wählerinnen und Wählern dabei helfen, die eigenen sozialpolitischen Anliegen mit den Programmen der kandidierenden Parteien und den Positionen der Diakonie zu vergleichen.
Die Nutzerinnen und Nutzer bewerten 20 Thesen mit Zustimmung, Ablehnung oder einer neutralen Haltung. Anschliessend zeigt die Plattform an, mit welchem Parteiprogramm die grösste Übereinstimmung besteht. Nach Angaben der Diakonie handelt es sich nicht um eine Wahlempfehlung, sondern um eine Orientierungshilfe zu Fragen der sozialen Teilhabe, Unterstützung und öffentlichen Grundversorgung.
Zu den behandelten Themen gehören der Erhalt und Ausbau einer flächendeckenden medizinischen Versorgung, die Finanzierung der Jugend- und Schulsozialarbeit sowie der Mangel an Fachkräften in der Pflege. Damit greift das Instrument Bereiche auf, die den Alltag von Menschen betreffen, welche auf gut erreichbare Unterstützung, Betreuung oder Gesundheitsleistungen angewiesen sind.
Der Sozial-O-Mat orientiert sich in Aufbau und Nutzung am deutschen Wahl-O-Mat, konzentriert sich jedoch auf Positionen aus der Sozialen Arbeit der evangelischen Kirchen und der Diakonie Mitteldeutschland. Die Diakonie verweist darauf, dass ihre Angebote in gesetzliche und staatliche Rahmenbedingungen eingebunden sind und politische Entscheide deshalb die soziale Arbeit unmittelbar mitprägen.
Mehr als ein Dutzend Parteien wurden laut Mitteilung zur Teilnahme eingeladen. Zwölf Parteien sind mit ihren Antworten und Positionen auf der Plattform vertreten; weitere Parteien hätten nicht reagiert oder ihre Beteiligung abgesagt. Entwickelt wurde das Angebot durch die Berliner Agentur Raufeld, die die Plattform im Auftrag der Diakonie auch betreibt.
Für die Diakonie in der Schweiz ist das Vorhaben vor allem als Praxisbeispiel interessant: Soziale Organisationen können vor Wahlen konkrete Fragen zu Versorgung, Pflege und Unterstützung sichtbar machen, ohne sich für eine Partei auszusprechen. Eine solche Aufbereitung kann es Menschen erleichtern, politische Programme an den Folgen für besonders unterstützungsbedürftige Gruppen zu messen.
Eine Online-Plattform der Diakonie Mitteldeutschland vergleicht sozialpolitische Positionen von zwölf Parteien mit den eigenen Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer. Im Mittelpunkt stehen unter anderem medizinische Versorgung, Pflege sowie Jugend- und Schulsozialarbeit.