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title: "Gregory Gan entwickelt Pigmente aus regionalen Rohstoffen in Sachsen-Anhalt; Anthropozän-Kommentar durch Landschaftsdarstellung"
sdDatePublished: "2026-07-30T14:13:00Z"
source: "https://jtc.uni-halle.de/interdisziplinaere-zusammenarbeit-fur-die-kunst-in-der-transformation/"
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  - "Mansfeld-Südharz"
  - "Sachsen-Anhalt"
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Gregory Gan entwickelt Pigmente aus regionalen Rohstoffen in Sachsen-Anhalt; Anthropozän-Kommentar durch Landschaftsdarstellung

Interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Kunst in der Transformation | European Center of Just Transition Research and Impact-Driven Transfer

Interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Kunst in der Transformation

Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eine Grundaufgabe des Just Transition Center. Unsere Forschungsteams sind zwar nach Disziplinen in Säulen organisiert, arbeiten aber immer wieder gemeinsam an Projekten oder Drittmittelanträgen. Die Wissenschaftler*innen nutzen alle Möglichkeiten und fragen immer wieder unter ihren Kolleg*innen der anderen Disziplinen um Rat und Unterstützung.

Eine besondere Form der Unterstützung und disziplinübergreifenden Zusammenarbeit hat hier für ein Projekt zwischen Säule A und Säule B stattgefunden. Visueller Anthropologe und Künstler Gregory Gan hatte für seine Kunst die Labore des Teams um Bodenkundler Mathias Stein genutzt um Pigmente herzustellen.

Die besonderen Pigmente aus der Region

Warum braucht es dafür ein Labor und warum kauft Gregory seine Farben nicht einfach im Spezialhandel? In seiner Arbeit betrachtet Gregory Gan Gesellschaften aus ungewöhnlichen Perspektiven. Er macht künstlerische Filme oder bastelt eine interaktive Installation, in der ein Koffer die Lebensgeschichten von Menschen erzählt. Dabei ist seine Arbeit nie „nur“ Kunst, sondern erforscht kulturelle Praktiken und soziale Systeme mithilfe künstlerischer Darstellung.

Für den gerechten Wandel in Sachsen-Anhalt hat sich Gregory einzelne Landschaften oder „Objekte“ aus dem Mitteldeutschen Revier (und eines aus dem Lausitzer Revier) herausgesucht, zusammen mit einem Werkstoff, der stellvertretend für diese Region besonders ist. So entstand die Idee für eine Bildserie . In seinem ersten Werk „Amsdorf“, entstanden in Mansfeld-Südharz, verwendet er hauptsächlich Braunkohle. Ein Werkstoff, der sehr gut für künstlerische Arbeiten geeignet ist. Auch das zweite Bild im Zyklus, „Lausitz“, das einen Tagebausee darstellt, bedient sich der Kohlepigmente – in Form der hier vorkommenden Geothit- und Hämathit-Varationen. Zudem wurden die Pigmente mit Wasser aus dem dortigen See zu Farben angemischt, um den Wandel der Zeit in der künstlerischen Darstellung festzuhalten.

Für die beiden folgenden Bilder der Serie geriet der Künstler teilweise an seine Grenzen. In „Leuna“ ist der Chemiepark mit Farben aus Lignin gemalt. Ein Abbauprodukt aus der Holzverarbeitung, mit dem UPM Biochemicals arbeitet und das die Firma für diese Arbeit gern zur Verfügung stellte. Und für „Halle-Neustadt“ wurde Beton verwendet. Alle Materialien wurden gemeinsam mit Mathias Stein zu Pigmenten verarbeitet.

„Da mussten wir ganz schön tüfteln, wie wir aus dem Lignin im Holz Pigmente herstellen können, die dann tatsächlich auch mit Wasser zu Farben anmischbar sind.“ (Dr. Mathias Stein)

Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Transformation der Landschaft

Die Verwendung von Rohmaterialien aus einer Landschaft, deren Entstehung Millionen von Jahren gedauert hat, liefert einen Kommentar zur geologischen Zeit. Da die Landschaft jedoch durch menschliches Eingreifen entstanden ist, wodurch Schichten freigelegt wurden, die andernfalls verborgen unter der Erde liegen würden, sind die Gemälde zugleich ein Kommentar zum Zeitalter des Anthropozäns, das durch menschliches Eingreifen in die natürliche Umwelt gekennzeichnet ist – der Mensch als Hauptfaktor einer gestalteten und veränderten Umwelt.

Schließlich fügt die Darstellung einer Landschaft eine dritte zeitliche Ebene hinzu: die Zeit, die ein Künstler in und mit der Landschaft verbringt, um die von ihm beobachteten Elemente zu verarbeiten und in eine künstlerische, malerische Komposition zu überführen. Für den Betrachter oder die Betrachterin entfalten sich diese drei Prozesse rückwärts: Beim Wahrnehmen der semiabstrakten Formen des Kunstwerks mag die Betrachtende über das Wesen des künstlerischen Prozesses nachdenken; bei näherer Betrachtung ist möglicherweise erkennbar, dass die dargestellte Landschaft vom Menschen verändert wurde, und schließlich werden die erdigen Materialien wahrgenommen, die durch die geologische Zeit (Jahrmillionen) geformt und geschaffen wurden.

Zur Entstehung sagt der Künstler:

„Ich hätte nicht gedacht, wie schwierig es ist, mit Beton zu malen. Es ist wirklich zähflüssig und schwer zu verarbeiten und die Trocknungszeiten sind eine Herausforderung für sich.“ (Dr. Gregory Gan)

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