Kardinal Arthur Roche: Keine Abkehr von Traditionis custodes in London; kein Zurück zu Summorum Pontificum unter Leo XIV

Kardinal Roche: Keine Abkehr von “Traditionis custodes” unter Leo XIV. | katholisch.de

Keine Lockerungen für “Alte Messe” erwartet

Kardinal Roche: Keine Abkehr von “Traditionis custodes” unter Leo XIV.

VERÖFFENTLICHT AM 30.07.2026 UM 09:45 UHR – LESEDAUER: 2 MINUTEN

LONDON - Seit 2021 ist er Liturgiepräfekt: Der Brite Kardinal Arthur Roche. Nun äußert er sich zur Frage nach der vorkonziliaren Liturgie, der sogenannten “Alten Messe” – und was Papst Leo XIV. vorhat.

Eine Absage an die “Alte Messe” von höchster Stelle? Der vatikanische Liturgiepräfekt Kardinal Arthur Roche ist überzeugt, dass Papst Leo XIV. die Einschränkungen der vorkonziliaren Liturgie nicht zurücknehmen wird. Die Frage nach der Liturgie sei “ein sehr komplexes Thema”, sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Magazin “The Tablet” . Zugleich betonte er, die Eucharistie sei ein Sakrament der Einheit. “Wenn sie uns also zu spalten beginnt, stimmt etwas ernsthaft nicht. Aber nein, Papst Leo wird ‘Traditionis custodes’ nicht ändern und er wird auch nicht zu ‘Summorum Pontificum’ zurückkehren”, so der Präfekt.

Roche verwies außerdem auf das Zweite Vatikanischen Konzils (1962–1965). Dieses habe die Kirche dazu aufgerufen, missionarischer zu werden. “Um Menschen auf diesen missionarischen Dienst vorzubereiten, muss der Kern des kirchlichen Lebens, die Eucharistie, sie auf andere Weise nähren”, so der Liturigiepräfekt. Während bei der “Alten Messe” der Schwerpunkt darauf liege, dass der Priester für die Gemeinde handle, feierten die Getauften seit der Liturgiereform, “da sie ein priesterliches Volk sind, tatsächlich mit dem Priester die Messe”, sagte Roche. Der Kardinal gilt als einer der maßgeblichen Verantwortlichen für die von Papst Franziskus mit dem Motu proprio “Traditionis custodes” (2021) verfügte Einschränkung der Feier der vorkonziliaren Liturgie.

Der Engländer steht seit 2021 an der Spitze des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung. Er folgte auf Kardinal Robert Sarah, der häufig als konservativer Denker und Kritiker von Papst Franziskus wahrgenommen wurde. Vor seiner Berufung an die Römische Kurie durch Papst Benedikt XVI. war Roche Bischof von Leeds sowie Vorsitzender der Internationalen Kommission für Englisch in der Liturgie (ICEL). Er gilt als entschiedener Befürworter der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. Papst Benedikt XVI. hatte mit seinem Motu proprio “Summorum Pontificum” (2007) die Feier der Messe nach den liturgischen Büchern von 1962 – die sogenannte “Alte Messe” – deutlich erleichtert. Diese Freiheiten schränkte Papst Franziskus mit dem Motu proprio “Traditionis custodes” (2021) wieder erheblich ein. (mtr)

Was steht im Thesenpapier des Liturgiepräfekten zur “Alten Messe”?

Beim Konsistorium wollten die Kardinäle über drängendere Themen als die Liturgie diskutieren. Dennoch wurden nun Dokumente für das Konsistorium bekannt, die eine Linie im Liturgiestreit vorzeichnen: die von Franziskus. Aber ist es auch die Leos?

Seit dem 8. Mai 2025 ist Robert Francis Prevost der 267. Bischof von Rom. Der US-Amerikaner gab sich den Namen Leo XIV. Auf dieser Themenseite bündelt katholisch.de die Berichterstattung über das amtierende Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Lange spielten sie in der öffentlichen Wahrnehmung kaum eine Rolle. Doch als Papst Benedikt XVI. die Messe nach tridentinischem Ritus 2007 wieder erlaubte, fanden auch sie wieder mehr Beachtung: die Traditionalisten. Die bekanntesten unter ihnen sind die Piusbrüder.

Geleakte Dokumente zeigen die Diskussionsstrategie des Dikasteriums