LfL OptiLeg Junghennenaufzucht in Kitzingen und Haus Düsse NRW; längere Legehennenhaltung erhöht Wirtschaftlichkeit

Merkblatt zum Projekt OptiLeg

Das Forschungsprojekt im Überblick: • Laufzeit: 2023 – 2026 • Tierart: Jung- und Legehennen • Untersuchungsstandorte: Versuchs- und Bildungszentrum Geflügel, Staatsgut Kitzingen (Bayern) und Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft, Haus Düsse (Nordrhein-Westfalen) • Fütterungs- und Haltungsstrategien: Variation der Fasergehalte und Öffnungszeitpunkte der Volierenanlage während der Junghennenaufzucht • Untersuchungsschwerpunkte: Leistung, Wirtschaftlichkeit, Tiergesundheit, Tierwohl und Nährstoffansatz • Projektbeteiligte: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Universität Rostock, Bayerische Staatsgüter (BaySG) Impressum Herausgeber: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Vöttinger Straße 38, 85354 Freising

www.LfL.bayern.de Redaktion: Institut für Tierhaltung, Tierernährung und Futterwirtschaft

Prof.-Dürrwaechter-Platz 2, 85586 Grub-Poing E-Mail: ITF@LfL.bayern.de Tel.: 08161/8640-7300 Fotos: LfL

  1. Auflage: Juli 2026 © LfL alle Rechte beim Herausgeber, Schutzgebühr 0,50 € Fazit Das Projekt OptiLeg untersucht, wie sich unterschied­ liche Haltungs- und Fütterungsbedingungen in der Junghennenaufzucht auf die spätere Entwicklung von Legehennen auswirken. Ziel ist es, wissen­ schaftlich fundierte und praxistaugliche Ansätze zu entwickeln, um die Haltungsdauer von Legehennen unter Berücksichtigung von Tierwohl, Tiergesundheit, Umwelt und Wirtschaftlichkeit zu verlängern. Projekt OptiLeg Optimierte Junghennenaufzucht: Schlüssel zur verlängerten Haltungsdauer von Legehennen? Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft LfL-Merkblatt Weitere Infos finden Sie auf unserer Projektwebsite lfl.bayern.de/optimierte-junghennenaufzucht oder über den QR-Code. Kooperation & Förderung Koordiniert wird das Verbundprojekt durch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Zu den Projektpartnern gehören:

Wussten Sie schon? Die Kosten für Junghennen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ein Grund dafür ist das seit 2022 geltende Verbot, Eintagsküken direkt nach dem Schlupf zu töten. Eine längere Haltungsdauer von Legehennen kann die anteiligen Junghennenkosten je erzeugtem Ei senken und die Wirtschaftlichkeit der Legehennenhaltung verbessern. Gleichzeitig ist es aus ethischer Sicht sinnvoll, leistungs­ fähige Herden länger zu nutzen. Für Tierhalter bringt eine verlängerte Legeperiode jedoch auch Herausforderungen mit sich: Mit zunehmendem Alter der Hennen nimmt unter anderem die Stabilität der Eischalen ab, wodurch mehr Brucheier entstehen, die nicht mehr als Konsumeier vermarktet werden können.

Was untersucht OptiLeg? Ziel ist es, die Haltungsdauer von Legehennen durch optimierte Haltungs- und Fütterungsbedingungen in der Junghennenaufzucht zu verlängern. Dabei stehen Tierwohl, Tiergesundheit, Wirtschaftlichkeit und Umwelt gleicher­ maßen im Fokus. In diesem Projekt werden während der Junghennenaufzucht verschiedene Haltungs- und Fütterungsbedingungen miteinander verglichen: • zwei Futtermischungen mit unterschiedlichen Fasergehalten • zwei Zeitpunkte für die Öffnung der Volierenanlage

Zusätzlich werden Ganzkörperanalysen durchgeführt, um den Phosphor- und Stickstoffansatz im Körper der Junghennen zu bewerten. Anschließend wird untersucht, wie sich die unterschiedlichen Aufzuchtbedingungen auf Leistung, Tierwohl und Tiergesundheit der Legehennen während der gesamten Legeperiode auswirken. Warum ist das wichtig? Die Legehennenhaltung steht vor großen Herausforderungen: Seit dem Verbot der Tötung von Eintagsküken sind die Kosten für Junghennen deutlich gestiegen. Eine längere Haltung leistungsfähiger Legehennen kann helfen, die anfallenden Kosten besser zu verteilen und die Wirtschaftlichkeit der Eierproduktion zu verbessern. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, Ressourcen effizienter zu nutzen und die Umwelt zu entlasten. Auch aus Sicht des Tierwohls ist eine längere Nutzung gut entwickelter Tiere sinnvoll – vorausgesetzt, die Tiergesundheit bleibt auf einem guten Niveau. Genau hier setzt das Projekt OptiLeg an.

Unsere Untersuchungen… … im Projekt OptiLeg erfolgten an zwei Standorten in Deutschland: Junghennenaufzucht im Süden: Versuchs- und Bildungszentrum Geflügel der Bayerischen Staatsgüter am Standort Kitzingen Legehennenhaltung im Westen: • Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen Durch die enge Zusammenarbeit der beiden Standorte können Auswirkungen der Aufzuchtbedingungen auf die spätere Legephase umfassend untersucht werden. Was wird untersucht? Das Projekt OptiLeg ist in mehrere Arbeitspakete gegliedert und wird von verschiedenen Projektpartnern durchgeführt. Junghennenaufzucht (Staatsgut Kitzingen): • Vergleich verschiedener Fütterungs- (unterschied­ liche Fasergehalte) und Haltungsbedingungen (unterschiedliche Zeitpunkte der Volierenöffnung) • Erfassung von Leistungs- und Tierwohlmerkmalen, Magenentwicklung und Knochenbruchfestigkeit • Ganzkörperanalysen zur Erfassung des Nährstoffansatzes von Junghennen Legephase (Haus Düsse): • Einheitliche Fütterung und Haltung aller Gruppen • Erfassung von Leistungs- und Tierwohlmerkmalen sowie der Eiqualität • Erfassung der Daten bis zur 84. Lebenswoche Alle Ergebnisse werden über den gesamten Projektzeitraum dokumentiert, ausgewertet und für die Praxis aufbereitet. Erste Ergebnisse Erste Auswertungen zeigen Unterschiede zwischen den untersuchten Haltungs- und Fütterungsvarianten: • Junghennen, die die Voliere früher verlassen konnten (Tag 14), waren bei der Umstallung in den Legehennenstall im Durchschnitt schwerer als Tiere mit späterem Öffnungszeitpunkt (Tag 28) • Tiere mit erhöhtem Fasergehalt im Futter waren etwas leichter als Tiere der Kontrollfütterung • Eine frühere Öffnung der Voliere führte zu weniger Haut- und Federveränderungen während der Aufzuchtphase Weitere Daten befinden sich derzeit in der Auswertung. Aktuelle Ergebnisse werden fortlaufend auf der Projekthomepage veröffentlicht. Junghennen im Scharrbereich Junghennen bei geöffneter Voliere